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Daddy Cool Wie ich als Vollzeitpapa lernte, den härtesten Job der Welt zu machen. Eine Liebeserklärung an alle Mütter von Haake, Gregor (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.04.2019
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Daddy Cool

Gregor Haake lässt seine Karriere sausen und wird Vollzeitpapa. Der Job des Familienmanagers - in den meisten Familien immer noch von den Müttern ausgefüllt - kann so schwer nicht sein. Doch Pustekuchen: das richtige Kita-Outfit ('Mama legt mir immer drei Kleider zur Auswahl raus!'), exotischer Hautausschlag ('Schauen Sie sich diese perfekt geformte rote Girlande an.') und verminte Elternabende ('Wir brauchen noch einen Elternsprecher ...') zeigen ihm schnell seine Grenzen auf. Dieser Job ist die Hölle. Wie auch Männer darin die Hitze aushalten und warum es an der Zeit ist, die Väter ran zu lassen, zeigt Daddy Cool in diesem wunderbar komischen Buch. Gregor Haake, 1977 geboren, gehört zu den (noch) seltenen Exemplaren von Männern, die freiwillig auf ihre Karriere verzichten - zugunsten von Frau und Kindern. Seine Frau Ulrike Zeitlinger-Haake, Stellvertreterin des Chefredakteurs bei der Bild-ZeitunG, ist die Versorgerin der Familie. Bevor er die Rolle des Hausmanns übernommen hat, war Gregor Haake als Journalist für Focus, Financial Times Deutschland, AP und ddp tätig.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 204
    Erscheinungsdatum: 29.04.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732563425
    Verlag: Bastei Lübbe AG
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Daddy Cool

M ein Weg zum Vollzeitvater begann vor etwa drei Jahren, die Kinder waren damals drei beziehungsweise zehn Jahre alt, an einem dieser Horrortage, die berufstätige Eltern nur zu gut kennen - und fürchten.

Der Stresslevel im Büro war ohnehin schon im roten Bereich, als mein Telefon mitten in einer wichtigen Besprechung hektisch brummte. Ich konnte die Nummer nicht zuordnen, weil wir gerade erst nach Berlin gezogen waren - aber irgendwie hatte ich schon so ein komisches Gefühl, so ein Kratzen im Hinterkopf. Das klingt natürlich total esoterisch, hat man aber manchmal - sogar als Mann.

Komische Nummer. Seltsam. Noch nie gesehen, dachte ich. Und: Ich kann jetzt nicht. Wer ist das, verdammt? Und warum ruft er gleich dreimal hintereinander an?

Es war natürlich die Kita: Mathilda war beim Toben mit dem Gesicht auf die Sandkasten-Kante geknallt und lag nun mit einer fetten Beule und einer vermuteten Gehirnerschütterung in den Armen der Erzieherin. Die Damen im Sekretariat waren schon in heller Aufregung, weil im ersten Moment weder meine Frau noch ich erreichbar waren - und Mathilda sich bereits in einen mächtigen Heulkrampf eskaliert hatte. Da halfen auch Eisbeutel, Gummibärchen und gutes Zureden nichts. Nur Mama und Papa.

Also Feueralarm!! Es brennt! Und zwar richtig heftig. Aber wer fährt? Wer ist die Feuerwehr? Meine Frau? Ich? Wer von uns beiden kann schon an einem normalen Vormittag, mitten in einer maximal vollgepackten Woche, mal eben schnell das Kind aus der Kita holen und zum Arzt bringen? Wo ist unser verdammter Notfallplan? Warum hat unser Babysitter ausgerechnet heute frei? Und warum wohnt die Oma eine Autostunde weit entfernt? Aber die hätte vermutlich in der Situation auch nicht helfen können.

Mathilda schluchzte vor sich hin, als ich dann leicht panisch und völlig unpassend in Anzug und Krawatte durch den Sandkasten stapfte. Das von den Erziehern gut gekühlte Horn auf ihrer Stirn hatte sich mittlerweile schon zu einem imposanten Gebilde aufgetürmt.

Ich bin normalerweise nicht so empfindlich, was die vom Nachwuchs theatralisch beweinten Verletzungen, vermeintlichen Krankheiten, schlimmen Monster-Mückenstiche oder sonstige Zwischenfälle angeht. Aber die Beule sah schon ziemlich besorgniserregend aus - und erinnerte mich vage an den schiefen Turm von Pisa.

Die Erzieherin: "Mathilda ist auf den Sandkasten geknallt. Sie hat nach hinten geguckt und ist nach vorne gelaufen."

Mathilda schluchzte: "Ist die Beule schlimm?"

"Naja, hm, ziemlich."

Tja, da war nichts zu machen. Heute kein Büro mehr. Auf zum Arzt.

Der gab zum Glück Entwarnung - mehr oder weniger: Zwei oder drei Tage Pause (Himmel, jetzt haben wir das nächste Betreuungsproblem!), und sie könne wieder in die Kita, beruhigte der Kinderarzt den schnappatmenden Vater. Bei der Gelegenheit ergänzte er noch eine Weisheit aus dem Praxis-Leben: "Glauben Sie mir. Das war nicht Ihr letzter Notfall-Besuch im Krankenhaus. Da müssen Sie mal deutlich lockerer werden."

Lockerer. Schon klar. War jetzt auch genau der richtige Zeitpunkt für ein Kapitel aus dem Pädagogen-Handbuch.

Jetzt aber erst einmal zurück zur Schule und meinen Stiefsohn Ben etwas früher abholen. Der muss mir heute helfen. Die Situation ist kompliziert. Da braucht es Familien-Power.

"Boah, was ist denn mit Mathilda passiert? Sieht ja krass fies aus", kommentierte er mit Blick auf die wimmernde Kleinst-Patientin, nur um direkt zum Tagesgeschäft eines Schülers überzugehen:

"Hilfst du mir später bei meiner Präsentation?"

"Bei welcher Präsentation?", fragte ich, noch immer etwas abwesend.

"Für Deutsch."

Oh Mann, auch das noch.

"Natürlich, aber du siehst ja, was los ist."

"Klar."

Kurze Pause.

"Der Drucker geht aber immer noch nicht. Und ich brauche noch liniertes Papier und einen Zirkel - bis morgen!"

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