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Das Pimmel-I Eine Satire in zwei Teilen - Teil I: Korrekt denken von Schnabel, Abydos (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.05.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Das Pimmel-I

Ein Gespinst geht um in Deutschland - das Gespinst der Korrektheit... lronisch und heiter im Ton, unternimmt Abydos Schnabel einen Streifzug durch die Tiefebene unserer Gegenwartskultur. Sein Held, Erich von Ecker, unterbreitet ein Manifest der Gerechtigkeit, einen Knigge für Korrekte, der seine Leser dazu anleitet, gut, gleich und glücklich zu sein, richtig zu denken und gerecht zu sprechen. Als Teil von jener Kraft, die stets das Gute will, benennt er die vielfältigen Aspekte der schönen neuen Begrifflichkeiten, die sich unter Frauen-, Tier- und Pflanzenschutzbewegten, Klimadeprimierten und Kirchenerneuerern entsponnen haben, und fügt sie zu einem Standardwerk der politischen Korrektheit zusammen. 'Das Pimmel-I' ist ein Buch für all jene, die den feinen Humor lieben und sich ihren eigenen Reim auf die Dinge machen. Sie erwartet ein brillanter Stil, ein Feuerwerk der Geistesblitze, Bonmots und Aphorismen, ein unvergessliches Lesevergnügen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 25.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783739296685
    Verlag: Books on Demand
    Serie: Das Pimmel-I Bd.1
    Größe: 154kBytes
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Das Pimmel-I

III

GENDER-MAINSTREAMING

Die meisten von uns kennen es nur noch aus Schwarzweißfilmen: Um die sechzig Stunden, auch samstags, durfte der Mann sich vor dem Hochofen verwirklichen und Geld verdienen. Sauna unlimited, während sich seine Frau mit fünf oder sechs Blagen plagen und ihn ums Haushaltsgeld bitten musste. Und wenn es endlich still war im Haus, die Kinder im Bett, musste sie ihren ehelichen Pflichten nachkommen. Oder er war merkwürdig erschöpft, und ihr blieb das Recht auf Liebe versagt. Zur Verschleierung wurden damals in Statistiken Familieneinkommen verglichen, das heißt, es wurde eine eheliche Solidarität zwischen Frau und Mann unterstellt. Der Mann arbeite nicht für sich, so hieß es, sondern für Frau und Kinder. Die Mutter sei gerne für ihre Kinder da, denn sie liebe sie, das sei ihre Natur.

Längst haben wir diese vorzivilisatorischen Zustände überwunden. Heute wissen wir, dass der Mann nicht dafür geschaffen ist, eine einzige Frau dauerhaft zu lieben, denn die Natur zeigt uns, dass das Männchen stets bestrebt ist, seine Samen möglichst breit zu streuen. Auch wissen wir, dass die Mutterliebe zwar hier und da bei Tieren anzutreffen ist, aber bei Menschen nicht einfach so vorausgesetzt werden sollte. Merke: Vergleiche mit der Tierwelt führen in die Irre. Besonders in Mitteleuropa (SpanierInnen und PortugiesInnen mal kurz weghören), so sagt uns ein Internetlexikon, sei die Mutterliebe ein Stereotyp. Wer sich also von seiner oder ihrer Mutter geliebt fühlt oder als Kind geliebt gefühlt hat, der oder die lebt zwar vielleicht in einem schönen Traum, er oder sie sollte sich aber klarmachen, dass dieser Traum ein Pfeiler der zu überwindenden patriarchalischen Gesellschaft ist. Die statistisch belegbare Wirklichkeit zeigt ermutigenderweise, dass solche Träumerinnen und Träumer in der Minderheit sind. Denn die Zahl der Kinder, vor allem der deutschen Kinder, konnte erheblich zurückgeführt werden, aufgelockert werden konnte nicht nur die Mutter-Kind-Bindung, sondern auch die Solidarität zwischen Mann und Frau. Daraus ergibt sich vor allem für die Frau ein erheblicher Mehrwert. Sie ist von fast allem befreit, was sie vorher gehemmt hat, allem voran von den familiären Unterdrückungsstrukturen durch Mann und Kinder. Sie braucht sich weder hinzugeben noch zu verzichten. Sie ist befreit von sexuellen Zwängen und sogar ihrer sexuellen Identität, sie darf jetzt selbst ihren Mann stehen, sich selbst verwirklichen, als Single kämpfen oder zusammen mit dem Partner oder der Partnerin Geld verdienen. Dieses Geld ist zwar zusammengenommen weniger als das, was seinerzeit der Saunamann nach Hause brachte, aber dafür ist es gleichgestellt verdient, und statistisch gilt ohnehin nicht mehr die Summe des Verdienten, sondern die Differenz: Mann und Frau verdienen nicht zusammen, sondern gegeneinander, und die Wirtschaft freut's.

Aha!, ließe sich vielleicht schlussfolgern: Die Political Correctness kann also bisweilen die Form einer Economic Correctness annehmen. Aber das wäre die falsche Ansicht der Dinge und ungefähr so, als sagte man, die Nelke könne bisweilen die Gestalt einer Pflanze annehmen. Ein Umkehrschluss also, der nicht ganz richtig sein dürfte. Wenn das Materielle unser höchster oder einziger Wert und Funktionalität unsere Kultur ist, dann ist natürlich das Wirtschaften und die funktionsförderne Einbindung der Wirtschaftenden das primäre Ziel, dem auch die Gendergleichstellung unterstellt ist.

Für die Frau bedeutet das: Statt Aufopferung im ehelichen Haushalt jetzt konforme Entfaltung für den Staatshaushalt. Statt fremdbestimmter Mutter am Herd nunmehr Selbstverwirklichung in der Herde 5 der Werktätigen. Statt Kinder, Küche, Kirche jetzt Karriere, Kohle, Konsum. Nicht zu vergessen dabei ist der Mehrwert durch Kinderlosigkeit, unabhängig davon, ob damit das gänzliche Fehlen oder die Ganztagsabwesenheit gemeint ist (denn auch, wer die Kinder

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