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Die Geschichte mit Jonathan Heiteres aus einer Ehe von Leeb, Helga (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.01.2017
  • Verlag: LangenMüller
eBook (ePUB)
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Die Geschichte mit Jonathan

Es handelt von Situationen aus dem ehelichen Alltag, die jeder Betroffene in irgendeiner Form schon einmal erlebt hat, die aber kaum jemals auf einen Punkt gebracht wurden wie hier. Jonathan, der Männliche Held dieser heiteren Szenen einer Ehe, wird dabei niemals der Lächerlichkeit preisgegeben.Er bleibt stets der von der Gemahlin und den beiden heranwachsenden Söhnen geliebte, wenn manchmals auch nur mit zusammengebissenen Zähnen respektierte 'beste Ehemann von allen'. So kann man sich auf höchstem Niveau amüsieren, wenn Helga leeb von Jonathans Sommergrippe erzählt; oder von seiner Sorge , dass man seinen Geburtstag vergessen könnte, wenn er seinen Autoschlüssel stecken lässt, was nach Jonathans Ansicht ihm eigentlich nie, seiner Frau hingegen sehr wohl passieren kann, wenn Jonathan sein Lieblingsspiel, die Planung einer Urlaubsreise mit akribischer Sorgfalt,a ber phantastischer Chaotik zum äußersten treibt. Und wenn Jonathan ein Sakko kauft, dabei sein ganzes Modebewußtsein von anno dazumal auffahren läßt. im Haus der Familie unter die Arme greift, indem er behauptet, alles zu wissen und immer wieder erklärt: 'Das kann ich auch, ist das ebenfalls nicht ohne... Helga Leeb ist Münchnerin. Nach dem Abitur Besuch der Journalistenschule, im Anschluß daran freie Mitarbeiterin bei der 'Abendzeitung'. Heute ist Helga Leeb Redakteurin und Autorin der Zeitschrift 'Brigitte'. Sie schrieb die erfolgreichen Bücher 'Ein altes Haus und lauter nette Leute', 'Basko und seine Leute', 'Damals war immer Sommer' und lebt mit ihrer Familie in München.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 17.01.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783784482774
    Verlag: LangenMüller
    Größe: 289 kBytes
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Die Geschichte mit Jonathan

Jonathan hat Geburtstag

Jonathan hat schrecklich gern Geburtstag. Irgendwann einmal in grauer Vorzeit muß ich seinen Geburtstag vergessen haben. Behauptet er. Ich kann mich nicht daran erinnern. Vermutlich kannten wir uns damals erst eine knappe Woche, und mir erschien es wichtiger, Jonathans ruheloses Widder-Wesen zu ergründen als seine Lebensdaten.

Jedenfalls fürchtet Jonathan seither, irgendein Familienmitglied könne nicht an seinen Geburtstag denken. Deshalb beginnt Jonathan - gründlich wie er ist - seine Umwelt frühzeitig auf diesen herausragenden Tag einzustimmen.

Etwa so: Es ist Mitte Dezember. Ein Sonntagmorgen. Jonathan, Christian, Michi und ich sitzen morgenmuffelig, aber jeder für sich zutiefst zufrieden, unter einem leise vor sich hinbröselnden Adventskranz am Kaffeetisch, kippen wahlweise Kaffee, Tee oder Kakao in uns hinein, kleckern mit weichen Eiern und mampfen genüßlich Buttersemmeln und Weihnachtsstollen. Nur Michi nicht. Er besteht, seit er eine Freundin hat, die der Naturkost anhängt, auf zähen Roggengebilden, die sehr gesund sind, grauenhaft schmecken und schwer im Magen liegen.

In Bayern 3 singt ein Kinderchor "Leise rieselt der Schnee", was objektiv nicht zutrifft, denn vor den Fenstern rieselt nur Regen und über uns - wie gesagt - der Adventskranz. Trotzdem: Ganz langsam bewegen sich meine Gedanken in Richtung Weihnachten. Wer holt meine Mutter am Heiligen Abend ab? Nein - diesmal schütten wir keinesfalls Salz anstatt Zucker in den Punsch, ich werde die Behälter noch extra kennzeichnen. Die Weißwürste werden nicht platzen, und gesungen wird heuer auch nicht. Das halte ich einfach nicht mehr aus. Ich werde statt dessen eine stimmungsvolle Langspielplatte kaufen, ach ja, und was schenke ich dieses Jahr Jonathan?

Da blickt Jonathan plötzlich schwermütig durch seine neuerdings modisch-sachliche Brille mit Silberfassung und sagt: "Es sind jetzt nur noch zwölf Wochen bis zu meinem Geburtstag. Er fällt diesmal auf einen Samstag."

Die Familie schaut irritiert auf, ich schlucke meinen letzten Bissen Stollen hinunter und erwidere: "Aber Jonathan, jetzt ist doch zuerst einmal Weihnachten, und zuvor haben leider noch meine Mutter, dein älterer Sohn und Tante Mia Geburtstag."

"Ich weiß", bemerkte Jonathan nachdrücklich. "Ich wollte ja nur mal feststellen, daß mein Geburtstag näherrückt."

Kurz nach Weihnachten. (Die Weißwürste waren geplatzt, wir haben doch gesungen, dem Punsch merkte man fast gar nicht an, daß meiner Mutter doch ein kleiner Löffel Salz hineingeraten war, bevor sie mit gewohnter Energie zum Zucker griff.) Im Fernsehen erklärt Bobby Ewing gerade J. R., daß er Pam zum drittenmal heiraten werde, und J. R. sagt etwas furchtbar Gemeines. Da stellt Jonathan fest: "Wenn wir Ende Februar in Skiurlaub gehen, sind wir bis zu meinem Geburtstag zurück."

"Klar sind wir dann zurück", antworte ich beschwichtigend, denn Sue Ellen betritt gerade mit bösem Lächeln die Terrasse der Southfolk-Ranch.

"Ich meine ja nur, weil wir einmal an meinem Geburtstag noch in St. Moritz waren", wirft Jonathan ein.

"Ich erinnere mich. Wir gingen aus und haben versucht, mit unseren schweren Zottelschuhen Rock'n'Roll zu tanzen. Es war sehr lustig."

"Findest du? Also, ich weiß nicht. Ich feiere meinen Geburtstag lieber zu Hause", sagte Jonathan mit einem Anflug von Schwermut in der Stimme. Schade, daß ich nie erfahren habe, warum Sue Ellen türknallend das Schlafzimmer verlassen hat. Ab Februar weist Jonathan praktisch jeden dritten Tag in irgendeinem Zusammenhang darauf hin, daß sich sein Geburtstag nähert. Eine gewisse Nervosität breitet sich aus. Die gänzlich unwahrscheinliche Möglichkeit, Jonathans Geburtstag zu vergessen, beginnt durch die ständige Erwähnung Gestalt anzunehmen und sich schattenhaft über das tägliche Leben zu breiten.

Ab Ende Februar ermahne ich die Söhne in regelmäßigen Abständen: "Ihr wißt doc

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