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Hilfe, sie will mich küssen The Best of Pat Darks von Darks, Pat (eBook)

  • Verlag: BookRix
eBook (ePUB)
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Hilfe, sie will mich küssen

In diesem Band veröffentlicht Pat Darks Kurzgeschichten, die in einem großen Webportal mit derzeit über 15.300 Geschichten hohe Punktzahlen erreicht haben. Da es in dieser Plattform keine Genrebeschränkung gibt, kann aus dem Vollen geschöpft werden. Ein Grund, weshalb der Autor Sie hier mit einer großen Vielseitigkeit überrascht. Völlig ungewohnt sind dabei humorvolle Töne sowie Urban Fantasy. Trotzdem muss auf seinen gewohnten Mix aus Thriller und Horror nicht verzichtet werden. Lassen Sie sich angenehm und bewegend unterhalten, indem Sie den Koffer auspacken, den Ihnen Pat Darks überreicht. Von den 13 Geschichten werden 9 von Pat Darks erstmals in einem seiner Bücher veröffentlicht: - Hilfe, sie will mich küssen, - Das Mädchen mit dem Fliegenpilzkleid, - Das Glöckchen des Grauens, - Waidmannsheil in der Stadt, - Der Rußbuttenmann, - Der Ruf des Wolfmädchens, - Der Kaiser kommt, - Aus heiterem Himmel, - Die Fabel von den zwei Flüssen,I

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 201
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783743895676
    Verlag: BookRix
    Größe: 612 kBytes
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Hilfe, sie will mich küssen

Hilfe, sie will mich küssen

"Ja Mutter, was gibt's?" - "Junge, ich wollte mich nur vergewissern, ob du den Krustenbraten für Morgen eingekauft hast." - "Liegt schon auf der Rückbank."

Als könnte ich mit meiner Geste meine Mutter am anderen Ende der Strippe überzeugen, drehte ich meinen Kopf nach hinten. Dort lagen noch immer in ihrem Dreck die vier Sommerreifen, die ich vor sechs Wochen hatte wechseln lassen. Ich war 29 Jahre alt, auf den Namen Ralf Mensink getauft, meine Freunde nannten mich jedoch knapp Rallo. Rallo, der Starke, weil ich so eisern dem anderen Geschlecht aus dem Weg ging.

"Dass du mir morgen ja pünktlich bist", stahl sich Mutter wieder in mein Gewissen. Ein schlechtes. - "Bin ich doch immer, Mutter." - "Es sei denn es kommt dir ganz plötzlich etwas dazwischen. Letztes Jahr war es eine Magenvergiftung. Davor das Jahr hattest du dir den Kiefer ausgerenkt. Vor drei Jahren hattest du dir die Hand gebrochen, vor vier Jahren einen Hexenschuss." - "Alles reine Zufälle."

"Hör mir damit auf. Das alles ist von Gott vorherbestimmt. Er bestraft dich." - "Was soll der Quatsch, wieso sollte er mich bestrafen?" - "Weil du deine Mutter nie besuchen kommst."

"Nach dieser Logik dürfte er mir nichts tun, wenn ich Weihnachten zu dir kommen will." - "Eben." - "Wie eben?" - "Er bestraft dich, weil du gar nicht kommen willst."

"Mutter, fange nicht schon wieder damit an." - "Wer weiß. Morgen rufst du vielleicht an und sagst mir, du wärst auf einer Eispfütze ausgerutscht und hättest dir das Bein gebrochen." - "Mal den Teufel nicht an die Wand", lachte ich hell auf. "Es ist zwölf Grad plus."

"Bei dir weiß man nie, Junge. Bringst du dieses Mal deine Freundin mit? Wie war gleich ihr Name? Ich vergesse ihn immer, weil ich kein Gesicht vor mir habe. Langsam wird es wirklich Zeit, dass du sie mir einmal vorstellst." - "Annemarie." - "Das ist doch dieselbe, die du letztes Jahr hattest, oder?" - "Mutter, was denkst du von mir? Wir beide sind schon vier Jahre zusammen." - "Auf meinem Zettel habe ich aber Denise stehen." - "Oh je, das ist eine ganz alte Geschichte."

"Und 2012 hieß deine Freundin Carmencita. 2011 warst du mit einer Antonia zusammen. Angeblich. 2010 nanntest du deine Freundin Julia." - "Da bringst du etwas durcheinander, Mama. Das ist nicht schlimm. Es passiert vielen Frauen über Siebzig." - "Nun werd' nicht frech, Bub. Wie sieht deine Annemarie denn aus?" - "Sie trägt eine grüne Jacke."

Schwärmend dachte ich zurück an gestern Morgen. Liebevoll strahlend stand sie im Getränkeshop hinter mir an der Kasse an. Eine reife Frau, 35 Jahre, vorsichtig geschätzt, und unsagbar hübsch. Ihr langes, schwarzes, in der Mitte gescheiteltes Haar fiel ihr bis weit über die Schultern. Schwarz lackierte Fingernägel suchten im Portemonnaie nach dem Kleingeld.

Derweil bog ich von der Garbsener Straße kommend in die Bremer Straße ein.

"Eine grüne Jacke. Das ist alles, was dir einfällt bei einer Frau, mit der du seit vier Jahren zusammen zu sein vorgibst, Ralf?" - "Und sie ist vergesslich." - "Na, dann passt ihr beide ja prima zusammen. Du vergisst deine Mutter schließlich auch immer. Sag mal, Junge, fährst du etwa Auto während du mit mir telefonierst?"

"Jetzt nicht mehr, Ma." Ein ohrenbetäubender Krach. Glas splitterte, Blech türmte sich auf. Der Airbag presste sich gegen meine Rippen. Mein linkes Bein war sofort taub.

- - -

Sieben Tage lag ich nun schon im Bett. Draußen schien die Sonne. Es war Silvester. Viele Schwestern und Ärzte würden heute nicht hier sein. Und ich hatte einen verdammt großen Durst auf richtigen Kaffee und einer Nusstorte mit Marzipan.

Kurz war der Entschluss, aufzustehen. Lang dessen Umsetzung. Irgendwann hatte ich es aber geschafft, meinen Gipsfuß aus dem Bett zu wuchten und die Krücken zu greifen. Pferdefuß würde meine Mutter mein linkes Bein nennen und mir mit erhobenem Zeige

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