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Immer wieder Fernweh Logbuch eines Inselsammlers von Gsell, Hanspeter (eBook)

  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
11,99 €
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Immer wieder Fernweh

Geschichten aus Mikronesien, Erzählungen aus Indonesien. Blogeinträge und Reportagen aus Französisch-Polynesien und den Weiten des Pazifiks. Tagebucheinträge und Reiseprotokolle aus der Karibik und Ägypten. Ergänzt mit einem Ratgeber für Fernreisen, ist daraus das Logbuch eines Inselsammlers entstanden. Die kurz gehaltenen Geschichten eignen sich perfekt gegen den kleinen Wissensdurst zwischendurch. Unterhaltend, humorvoll, mit bitter-heiterer Ironie, frech und frisch, gut gewürzt und abgehangen, lehrreich, eigenwillig in Stil und Ausdruck. Ein Muss für Fernreisende und solche, die es werden wollen. Hanspeter Gsell, geboren 1951, lebt in der Schweiz. Dort ist er jedoch selten anzutreffen. Auf der Suche nach neuen Zielen reist er mehrmals pro Jahr durch die Welt. Seine Kolumnen erscheinen in Tageszeitungen, seine süffisant geschriebenen Reisetagebücher und Reportagen findet man in Fachzeitschriften. Gsell war: Drogist, Musiker, Kaufmann, Gastronom, Weinhändler, Autor und Kolumnist. Aufgewachsen in Weinfelden, lebte und arbeitete er in der Region Basel sowie in Italien, mit längeren Aufenthalten in der Westschweiz, in Israel, im Libanon und in Mikronesien. Gsell ist: Rentner, Kolumnist, Autor und Reisender. Heute lebt er in Sissach.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 296
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783743198692
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 840kBytes
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Immer wieder Fernweh

Die Komoren

Auf der Suche nach dem Quastenflosser
Ein eiskalter Morgen

Es war ein eiskalter Montagmorgen im Januar. Und als ob dies nicht genügt hätte, mir den Tag zu versauen, begegnete ich auf meinem Weg ins Büro dem alten Kaderli. Ich bin zwar nicht wirklich jünger, doch er sieht einfach viel älter aus. Da nützte ihm auch die ungesunde Studiobräune nichts, die viel zu grosse Sonnenbrille sah schlicht lächerlich aus, sein roter Anorak aus der Boutique verlieh ihm den Charme einer alternden Diva.

Kaderli stand vor dem Schaufenster eines Reisebüros und betrachtete die bunten Plakate.

Im Grunde genommen wollte ich ihn überhaupt nicht ansprechen. Die Kälte hatte meinen Atem gefrieren lassen, messerscharfe Eiskristalle überzogen meine Lippen. Trotzdem konnte ich der Versuchung nicht widerstehen und tippte dem Wichtigtuer auf die Schultern.

"Hallo Kaderli. Wie geht's, wie steht's? Na, schon Ferien gebucht, wohin geht's denn?"

Nachdem er sich vom Schrecken erholt hatte, plusterte er sich auf und antwortete wie gewohnt überheblich.

"Bambi und ich fahren dieses Jahr zum Heliskiing nach Kanada."

"Ach du Ärmster! Dort ist es ja saukalt und selbst Bären leben dort!"

"Ich weiss. Aber Bambi ..."

Bevor er weiterreden konnte, fiel ich ihm ins Wort.

"Wir fahren nach Moroni!"

"Hä? Nie gehört! Hat's dort ebenfalls Bären?"

"Nein. Quastenflosser."

Es gibt Menschen, die sammeln Briefmarken, Paninibilder oder Bierdosen. Ich sammle Inseln.

Nein, weder hänge ich diese auf, noch klebe ich sie in ein Album. Ich bereise sie und stecke anschliessend farbige Nadeln in eine "Hier-war-ich-schon-Weltkarte".

Es gibt gelbe Nadeln (war ich nur wenige Tage), grüne Nadeln (mehr als eine Woche) und rote Nadeln (da will ich hin).

Wie alle Sammler dieser Welt habe ich mich spezialisiert. Ich sammle ausschliesslich tropische oder mindestens subtropische Inseln. So ab 25 Grad Celsius aufwärts. Inseln, auf denen ich Kaderli und Bambi garantiert nie begegnen würde.

Moroni ist die Hauptstadt der "Union des Comores". Dieser Inselhaufen liegt vor der afrikanischen Küste; zwischen Mozambique und Madagaskar, im Indischen Ozean.

Die Komoren sind die Heimat des urzeitlichen Quastenflossers. Dieses Vieh, von dem die Wissenschaft bis vor kurzem glaubte, es sei ausgestorben, ging vor einigen Jahren einem Fischer ins Netz.

Doch nicht nur im Wasser, auch in der Luft tummeln sich eigenartige Lebewesen. Die komorischen Flughunde sollen locker die Grösse eines Bernhardiners erreichen ...

Welch' grandioses Abenteuer wartete auf uns!
Die Komoren

Zürich / Dubai
Puffärmel und der fliegende Teppich

Für unsere Reise auf die Komoren hatten wir Plätze bei der besten Fluggesellschaft der Welt gebucht. Sie gehört einem alten Beduinen und hat in den letzten Jahren sämtliche Auszeichnungen der Welt abgeräumt.

Und so standen wir eines schönen Morgens auf dem Flughafen Zürich-Kloten. Vor dem Gate hatten sich nur wenige Menschen eingefunden und ich träumte von einer freien Sitzreihe. Da könnte ich mich dann hinstrecken und ein kleines Nickerchen halten. Was jedoch jeder Traumdeuter weiss: Solche Träume sind nichts wert, gar nichts.

Unsere Begegnung mit dem Morgenland war äusserst heftig. Des Emirs fliegender Teppich kam nämlich aus Manchester und war mit Hunderten von orientalisch anmutenden Menschen auf dem Weg an den arabischen Golf besetzt. Pakistanische Grossfamilien spielten Cricket in den Gängen, ein indischer Wahrsager bot in Reihe 12 seine Dienste an und ein alter Afghane spielte auf seiner Flöte eine unpassende Melodie.

Ein Bild biblischen Ausmasses! Welch' herrliches Völklein würde mit uns in den Orient fliegen. Denn dort mussten wir auf unserer Reise zum Quastenflosser zuerst hin, nach Dubai. Vorerst hingegen waren noch einige Prüfungen zu bestehen!

Eine Stewardess

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