text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Kriege sind halt kacke von Bucher, Priscilla (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.10.2016
  • Verlag: TWENTYSIX
eBook (ePUB)
3,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Kriege sind halt kacke

Ein Sanitätswagen als Tarnung für einen Roadtrip, der vier Endzwanzigern die Möglichkeit bietet, die geschlossenen Grenzen der europäischen Länder zu passieren. Ihr Ziel: Ein Stück Freiheit und Belanglosigkeit in einer Zeit der Abschottung und der Angst vor dem Dritten Weltkrieg. Was die vier haben: Eine Menge Wut im Bauch, keinen Plan, dafür aber ein seltsames Buch im Handschuhfach. Was sie nicht haben: Auch nur den Hauch einer Vorstellung, was auf sie wartet. Und Eier in der Hose. Was problematisch wird, als sie feststellen, dass sie zum ersten Mal in ihrem Leben welche brauchen. In diesem Roman werden die Ängste von einem Europa wahr gemacht, das im Terror untergeht. Was macht uns wirklich Angst, und wie reagieren wir, wenn die Welt untergeht? Wie verwöhnte kleine Arschlöcher oder sozial intelligente Menschen?

Priscilla Bucher wurde 1985 in der Schweiz geboren. Sie lebt seit 2005 mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in München. Sie arbeitet als Schauspielerin, Autorin, Regisseurin und Werbefilmproduzentin. 2013 rief sie das Projekt 'blickwürdig' ins Leben, mit der Veröffentlichung des gleichnamigen Kurzfilms. Im dazugehörigen Facebook-Blog ermutigt sie ihre Follower und ruft mit aktuellen, positiven Nachrichten und Kurzfilmen zum respektvollen Miteinander auf.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 232
    Erscheinungsdatum: 25.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783740754846
    Verlag: TWENTYSIX
    Größe: 589 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Kriege sind halt kacke

MAX

Max tigerte in der Wohnung hin und her. Rückte ab und an einen Stuhl zurecht, der schon von Anfang an gerade gestanden hatte. Er würde abhauen. Aber noch war er sich nicht schlüssig, ob er ein Held oder ein Versager war. Irgendwie fühlte sich dieses ungewohnte Kribbeln in seinem Bauch ja auch ganz gut an. Er schlüpfte in seine Turnschuhe und warf einen Blick in den Garderobenspiegel.

"Scheiß drauf. Die Presse kann mich mal, meine Sachen sind gepackt. Ab ins Niemandsland."

Max ging nicht davon aus, dass der Sanitätswagen auf Mallorca landen würde. Der Süden war bereits besetzt. Als er gestern einkaufen gewesen war, waren ihm schon die ersten Zeichen des Untergangs begegnet. Zumindest des Untergangs der Schnäppchenjäger. Alles war mindestens fünfmal so teuer wie noch vor einem Jahr. Wanderschuhe, eine wind- und wasserdichte Jack-Wolfskin-Jacke, eine Sonnenbrille, ein Daunenschlafsack, eine Thermosflasche, ein Gaskocher, ein Fernglas, ein Schweizer Taschenmesser und Thermo-Unterwäsche: 8542,58 Euro.

Max war die Summe ja egal. Ehrlich gesagt hatte er die Preiserhöhung gar nicht wahrgenommen, bis er an der Kasse angelangt war. Er schaute eben nie auf die Preisschilder. Außerdem fühlte sich die Entscheidung einfach zu gut an. Als würde er endlich einmal etwas Richtiges tun. Etwas, das nicht in seinem Lebenslauf stehen würde.

Blieb nur die Frage: Abschiedsbrief oder nicht? Auch ohne Brief war klar, dass die Hochzeit ins Wasser fallen würde. Aber wenigstens als Gentleman abhauen? Ach, ich bin doch eh der Arsch.

"Na gut", murmelte er ins Bürozimmer, das er sich mit Anna teilte. "Post-it oder leeres A4 Blatt?" Macht das einen Unterschied?

Max stellte es sich vor: Anna am Telefon, nachdem sie den Post-it gefunden hatte. Und dann steht da auf einem gelben Postit: 'Sorry. Ich schaff's nicht. Bin weg. Das ist wohl unser Aus. Ich liebe dich irgendwie. Warum das so ist, weiß ich nicht. Max.' So ein Wichser!

"Scheiße!"

Max schnippste den Kugelschreiber gegen die Wand. An der hing ein Foto von Anna im Goldrahmen. Von der zukünftigen Schwiegermutter zum letzten Valentinstag geschenkt bekommen. So bekloppt. Nur weil sie - zurecht - davon ausgegangen war, dass Max Valentinstage am Arsch vorbeigingen. Wie hatte ihr Gesicht geleuchtet, als sie es ihm unter die Nase hatte reiben dürfen. Max sah Anna an, die ihn von der Wand aus vorwurfsvoll anlächelte.

"Weißt du was?", sagte er dem Foto, "ich will einfach allein sein. Mich für nichts erklären. Und erst recht nicht um Entschuldigung bitten." Annas Gesicht im Goldrahmen verzog keine Miene. "Ich kann doch auch nichts dafür, dass mich meine Eltern zu einem arroganten Arschloch erzogen haben!" Der die Neupreise von Bentleys auswendig aufsagen kann.

Er nahm ein gelbes Post-it und schrieb: "Sorry. Ich schaff's nicht. Bin weg. Das ist wohl unser Aus. Ich liebe dich irgendwie. Warum das so ist, weiß ich nicht. Max."

Dass er das gemeinsame Hochzeitskonto geplündert hatte, ließ er weg. Sie würde es früh genug herausfinden.

Draußen hupte ein Auto. Max schulterte den großen Rucksack, nahm Zelt und Jacke in die freie Hand und trat aus der überdimensionierten Tür. Die Sonne knallte ihm heiß in die Fresse, vielleicht zur Bestrafung. Schon okay, ich hab's verdient.

Er drehte sich noch einmal um und sagte wenigstens einem Beteiligten des ganzen Debakels Lebewohl: "Tschüss, Bogenhausener Villa." Das war's.

Kurz dachte er an den Moment in ein paar Wochen, wenn er alles erklären würde müssen. Er schüttelte den Kopf, als würde er den Gedanken damit vielleicht aus seinem Verstand werfen können.

Tim stand grinsend neben dem verbeulten Sanitätsauto, das seine besten Jahre bereits lange hinter sich hatte - und wahrscheinlich auch schon seine schlechten. Auf das, was von ihm noch übrig war, hatte Tim trotzdem einen Dachkoffer gepackt. Ein Arm

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen