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Voll streng, Frau Freitag! Neues aus dem Schulalltag von Frau Freitag (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.07.2012
  • Verlag: Ullstein HC
eBook (ePUB)
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Voll streng, Frau Freitag!

"Ich schwöre, ich habe perfekt deutsch gesprochen. Ich glaube, ich habe sogar gesagt: Ich habe mein Praktikum absolviert. So spreche ich sonst nie. "Frau Freitags Klasse ist jetzt in der Zehnten. Alles dreht sich um den Abschluss. Wirklich alles? Während Frau Freitag ihre Schüler nachts auf Facebook an ihre Bewerbungen erinnert und tagsüber durch die Prüfungen schleust, haben Bilal, Emre und Mariam ganz andere Probleme: "Wie kam man eigentlich ins Internet, als es noch keine Computer gab?" - "Moment noch Frau Freitag, gleich fertig mit Handy." - "Hab ich Selbstbräuner raufgesprüht und heute Morgen voll Schock: volldunkelbraun." Aber wie soll eigentlich Frau Freitag ohne ihre Klasse überleben? Frau Freitag, geboren 1968, wollte schon immer Lehrerin werden. Seit über zehn Jahren unterrichtet sie Englisch und Kunst in lauter überdrehten, dafür recht leistungsschwachen Klassen. Sie lebt in einer deutschen Großstadt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 13.07.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843702584
    Verlag: Ullstein HC
    Größe: 639 kBytes
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Voll streng, Frau Freitag!

Massiver Kopffick

"Frau Freitag, ich hatte die ganzen Ferien massiven Kopffick! Das glauben Sie gar nicht", begrüßt mich Ronnie am ersten Schultag. Sein Sommer war erlebnisreich. Er erzählt mir die seltsamsten Storys und schraubt sich dabei auf ein Wutlevel hoch, das ihn den Rest des Tages schlecht gelaunt und latent aggressiv vor mir sitzen lässt. Gleich zu Beginn der Ferien wurde ihm im Internetcafé sein Portemonnaie geklaut. Dann war er Zeuge bei einer Schlägerei vor Aldi, und als er bei der Polizei aussagen wollte, hat man ihn plötzlich beschuldigt, mit den Tätern unter einer Decke zu stecken, und vor zwei Tagen bekam er auch noch eine viel zu hohe Handyrechnung. Und überhaupt.

Schon nach zwei Stunden mit meinen Schülern bin ich völlig fertig. Klitschnasse Kniekehlen habe ich. Meine Klasse ist jetzt in der Zehnten. Dieses Jahr wird es ernst. Die letzten gemeinsamen zwölf Monate. Letzte Chance für die, noch einen Abschluss zu machen. Im Mai werden die Realschulprüfungen geschrieben. Im Winter müssen sie anfangen, sich auf Ausbildungsplätze zu bewerben. Jetzt heißt es erwachsen werden.

Ich freue mich, die Schüler wiederzusehen. Mehmet ist nicht mehr dabei. Er wiederholt die 9. Klasse. Gut für meine Nerven. Und Samira musste leider die Klasse wechseln. Sie hatte im zweiten Halbjahr der Neunten beschlossen, ihre Konflikte mit Mädchen aus zwei Parallelklassen nicht nur verbal zu bearbeiten. Sie sehe ich jetzt nur noch auf dem Hof. Samira findet ihre neue Klasse doof. "Ich kann mit niemandem quatschen. Ich bin die ganze Zeit still! Das ist so schrecklich!"

"Ist doch super, dann kannst du dich auf den Unterricht konzentrieren!" Sie sieht das irgendwie anders.

Abdul fastet. "Ist easy, Frau Freitag! Ich bin einfach die ganze Nacht wach und schlafe tagsüber." Wird interessant, wie er das ab jetzt mit dem Schulbesuch macht.

Und jedes Jahr bekommt man auch ein paar neue Schüler. Das ist ein äußerst spannendes Glücksspiel. Es können ehrgeizige und nette Schüler sein, aber auch totale Nieten, die dir die ganze Klasse kaputtmachen. Mit meinen drei neuen Mädchen habe ich direkt Glück. Sie sind freundlich und teilen mir überzeugend mit, dass sie alles geben wollen, damit sie in diesem Schuljahr den Realschulabschluss schaffen.

Aber dann habe ich noch die absolute Knalltüte in die Klasse bekommen. Bilal. Kommentar von Kollege Werner, als er auf meine Klassenliste guckt: "Bilal? Wer hat dem denn erlaubt zu wiederholen? Und warum?"

Bilal ist zwei Meter groß, total dünn und hibbelig. Er kommentiert alles, was man sagt, und findet sich unheimlich lustig. Ich frage ihn am Ende der Stunde: "Bilal, warum wiederholst du die Klasse? Möchtest du hier einen besseren Abschluss machen, oder möchtest du hier der Spaßvogel werden?"

"Abschluss."

"Okay, dann verhalte dich ab jetzt ruhig!"

Alles in allem war es eigentlich ein recht normaler Start. Wenn ich ehrlich bin, muss ich zugeben, dass ich noch nie einen ruhigen ersten Schultag mit meiner Klasse verbracht habe. Vielleicht den allerersten in der 7. Klasse, als sie sich noch nicht kannten. Aber seit sie sich kennen, wird in der ersten Stunde erst mal gequatscht. Für meine Klasse war es wahrscheinlich ein schöner Einstieg ins neue Schuljahr. Nur Frau Freitag hat irgendwie wieder voll mies gestresst.

Meine Freundin Fräulein Krise sagt immer: "Jeder blamiert sich, so gut er kann." Am zweiten Schultag blamiere ich mich nicht nur vor meinen neuen Schülern, sondern schäme mich auch noch in Grund und Boden für meine verdorbene Klasse. Eine von den drei netten neuen Schülerinnen kommt nach der Klassenleiterstunde, in der Hausaufgaben gemacht werden sollen, zu mir: "Frau Freitag, das geht ja gaaar nicht in dieser Klasse! Ich will einen guten Abschluss

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