text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Wann ist ein Mann ein Bond? Was Sie vom smartesten Geheimagenten der Welt lernen können von Müller, Jo (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.11.2012
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Wann ist ein Mann ein Bond?

Sein Name ist Bond. James Bond. Nach all den Jahren, in denen Sie ihn schon kennen, hat er nichts von seiner Faszination eingebüßt, denn er hat sich immer wieder neu erfunden. Darum will noch immer jeder Mann sein wie 007. Aber wie stellt man das an, wenn Moneypenny nicht im Vorzimmer sitzt und M nie zurückruft? Mit Humor, Hintergrundinfos und Höchstspannung wird dem Agenten im Dienste Ihrer Majestät in diesem Buch auf den Zahn gefühlt. Hier erfahren Sie alles und mehr: von den coolsten Sprüchen über die besten Gimmicks, die peinlichsten Auftritte und die heißesten Girls. Damit der Martini trocken bleibt und auch Sie jede Klemme elegant meistern. Ein unverzichtbares Geschenk für alle Fans des einzig wahren Gentleman-Agenten!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 381
    Erscheinungsdatum: 16.11.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838719573
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 8029 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Wann ist ein Mann ein Bond?

004. Bond - Der Folterknecht

B ond ist erbarmungslos und brutal. Das zeigt auch folgende Szene: Der Agent befindet sich auf Jamaika in einem schnuckeligen Haus in den Bergen. Mit der Besitzerin, einer wunderschönen jungen Frau, hat er an diesem Nachmittag mehrfach seine Talente in der Horizontalen weiterentwickelt. Danach hat er sie dem Inspektor der örtlichen Polizei übergeben, weil er schon lange weiß, dass sie für die andere Seite arbeitet. Dass sie ihm, bevor sie von den Beamten abgeführt wird, ins Gesicht spuckt, macht ihm wenig aus.

Schnitt. Inzwischen ist es dunkel, Bond postiert sich im Schlafzimmer hinter der Tür, auf den Lauf seiner Walter PPK hat er einen Schalldämpfer geschraubt. Er wartet auf einen Verräter, jemanden, der mit Dr. No im Bunde steht und Drahtzieher mehrerer Mordanschläge ist. Dann ein Geräusch - ein Schatten. Eine Waffe erscheint in der geöffneten Tür, der Schütze drückt mehrfach ab und feuert auf das Bett, in dem er den schlafenden Agenten vermutet. 007 schaltet das Licht ein und erkennt den Attentäter: Es ist Professor Dent (Anthony Dawson), den Bond aus dem Queens Club kennt und bislang zu seinen Freunden und Verbündeten gezählt hat.

Schnitt. Bond sitzt entspannt da, zündet sich eine Zigarette an. Doch der heimtückische Dent versucht erneut, ihn auszutricksen, bringt sich in den Besitz seiner auf dem Boden liegenden Waffe und drückt ab - doch nur ein Klicken ist zu hören. Alle Kugeln sind verschossen. Der britische Agent erklärt ihm daraufhin lakonisch: "Sie haben eine sechsschüssige Smith & Wesson, und die sechs Dinger sind in der Matratze."

Dann knallt er Dent wie einen Hund ab. Ein Schuss in den Oberkörper, einen in den Rücken. Der Bösewicht ist tot.

Dies ist eine denkwürdige Szene aus dem ersten Kinofilm über den Geheimagenten mit der Lizenz zum Töten - James Bond - 007 jagt Dr. No von 1962 -, die seinerzeit sehr umstritten war. Und das nicht nur, weil sie einen wundervollen filmischen Anschlussfehler zeigt: Die Zigarette, die sich Bond gerade angezündet und in den linken Mundwinkel geschoben hat, ist nach den abgefeuerten Schüssen wie von Geisterhand verschwunden. Viel bedeutsamer jedoch ist die Szene wegen des Gezeigten - in erster Linie, weil sie den Beweis liefert, wie knallhart 007 ist, wenn er seinen Job macht. Da ist er genau so, wie ihn sich Ian Fleming einst erdacht hatte. Bond fragt nicht nach dem Warum, Wieso, Weshalb. Warum Dent zum mörderischen Verräter geworden ist, interessiert ihn nicht einmal ansatzweise. Er kümmert sich nicht um die Motive, die einen Menschen handeln lassen, ihn interessieren allein die Taten. Sind diese schlecht, werden sie von ihm augenblicklich bestraft. Für Bond existiert in diesen Momenten kein Gesetz, an das er sich hält, weder das des Rechtsstaates noch das der Bibel. Er verschwendet keine Sekunde einen Gedanken daran, dass auch Verbrecher Rechte haben und, wenn sie gestellt werden, normalerweise ins Gefängnis kommen, wo sie auf ihren Prozess warten und verurteilt werden. Bond drückt einfach ab, radiert seinen Gegenspieler aus. Würde er das in Wirklichkeit tun, säße er selbst als Angeklagter hinter Gittern und würde wegen seiner brachialen Methoden nicht nur von Amnesty International als Folterknecht und Killer an den Pranger gestellt werden.

Selbstverständlich ist das, was Bond in James Bond - 007 jagt Dr. No und in vielen seiner späteren Filme macht, absolut unverzeihlich, illegal und menschenverachtend. Aber wenn wir tief in uns hineinblicken, bis in die dunkelsten Ecken unserer Seele, dann dürften wir feststellen, dass uns gerade das so an diesem Charakter gefällt. Schließlich setzt sich 007 stellvertretend für uns über gängige Regeln und Rechtsprechung hinweg und füttert das blutrünstige, gefräßige Raubtier in seinem Inneren, das bei uns demokratisch-moralischen Normalbürgern höchstens ab und an mal mit der Kette r

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen