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Was gibt's da zu lachen?! Advent und Weihnachten, mal so gesehen von Malessa, Andreas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.09.2015
  • Verlag: Brunnen Verlag Gießen
eBook (ePUB)
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Was gibt's da zu lachen?!

Nachdenkenswertes und Tiefsinniges, ohne Kitsch und Sentimentalität, dabei immer pointiert und voll hintergründigem Humor: In 12 Geschichten und (vor)weihnachtlichen Betrachtungen nimmt Andreas Malessa augenzwinkernd den hektischen Alltag im Dezember aufs Korn.

Andreas Malessa, Hörfunk- und Fernsehjournalist für mehrere ARD-Sender, Theologe, Buchautor und Songtexter (zuletzt für das Musical 'Amazing Grace'), ist verheiratet, Vater zweier erwachsener Töchter und lebt in der Nähe von Stuttgart.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 112
    Erscheinungsdatum: 01.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783765573309
    Verlag: Brunnen Verlag Gießen
    Größe: 1150 kBytes
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Was gibt's da zu lachen?!

Chorprobe bei den himmlischen Heerscharen

R uhe, bitte! Ruhe!"

Erzengel Gabriel, Dirigent und Arrangeur der himmlischen Engelchöre, musste mit dem Taktstock mehrmals aufs Notenpult klopfen.

Die Heerscharen in Weiß und Gold raschelten mit den Flügeln, kicherten nervös und waren ungewöhnlich aufgeregt. Verständlicherweise.

In wenigen Minuten würde etwas passieren, was seit Jahrtausenden sehnsüchtig erwartet wurde. Das unbegreifliche, im Wortsinn un-denkbare Wunder: Gott selbst kommt als Mensch in die Welt!

Der "Messias", der Gesandte Gottes, der Befreier von der Macht des Bösen, der Versöhner und Heilbringer, würde heute Nacht erscheinen. Wie? Als Menschenbaby, von einer jungen Frau geboren. Gleich würde die hauchdünne Trennwand zwischen Raum und Zeit der Menschenwelt und der Unendlichkeit und Ewigkeit des Himmels aufreißen und sie, die Engel, würden für normale Menschenaugen und -ohren zu sehen und zu hören sein!

So etwas verursachte selbst im höchsten aller höheren Chöre Lampenfieber.

Lebhaft schnatterten Sänger, Sängerinnen und Instrumentalisten durcheinander.

"Ruhe, Menschenskinder noch mal!", rief Gabriel entnervt. Aber da lachten alle noch lauter. Denn das waren sie ja nicht. Das sollte Gott erst werden: ein Menschenkind.

"Also. Ich habe aus den vielen prophetischen Ankündigungen des Retters Jesus, aus den Psalmen und Jesaja-Texten, folgenden kurzen Zweizeiler formuliert", sagte der Herr Dirigent und errötete etwas, wie alle, die ein eigenes Gedicht vorlesen sollen. "Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens."

Was für eine Stille das ist, wenn alle still sind, das merkt man im Himmel wie auf Erden sofort: Es gibt beleidigte Stille, unheilvolle Stille, schläfrige Stille.

Dies war eine bewundernde Stille. Eine staunende, bewundernde Stille.

"Das wird ein Hit!", dachte ein kirchengeschichtlich weitsichtiger Engel in der dritten Reihe begeistert. "Die ersten Nachfolger Jesu und viele Passanten auf der Straße werden es jubelnd rufen, wenn Jesus auf einem Esel nach Jerusalem einzieht."

Gabriel räusperte sich laut. "Ähhm. Hmhm. Diesen ... wie soll ich sagen ..." - Chartbreaker, dachte der Sänger in der dritten Reihe, seiner Zeit voraus.

"... diesen, diesen Lobgesang müsst ihr allerdings ohne Dirigenten aufführen, weil ich zunächst mit einem Solo-Programm den Hirten auf dem Felde erscheinen möchte und ihr später nachkommt."

"Klar!", dem Bassisten hinten rechts leuchtete die Maßnahme ein. "Wenn wir mit der geballten himmlischen Herrlichkeit über die Leute herfallen, ist ihre Panik größer als ihre Freude." Er stand auf: "Richtig, Gabriel. Und selbst, wenn du alleine zu ihnen gehst - sag lieber erstmal 'Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude.' Ich finde so was wichtig, die Freude zu betonen, meine ich. Sonst geraten sie nur in Hektik."

"Hektik machen die sich noch genug. Jahrtausendelang, immer um diese Zeit", dachte der langfristig Vorausschauende und nickte.

"Moment mal", rief eine Harfenspielerin aus dem Orchester dazwischen, "Ich hör immer 'Hirten'! Die sollen unser Publikum sein? Humbtata-Schenkelklopfer vom Musikantenstadl, die immer auf die Eins klatschen?

Warum schmettern wir unser majestätisches Lob von der Ehre Gottes und seiner gnädigen Versöhnung nicht in eine erhabene Mitternachtsmesse in den Jerusalemer Tempel? Oder gleich in Rom in den Kaiserpalast?"

"Genau!" Die Sopranstimme aus der ersten Reihe kreischte beinah. Sehr unengelhaft. "Ich soll die kostbare Botschaft vom Frieden Gottes in die triviale Wuseligkeit überfüllter Basarstraßen und verrauchter Gasthäuser hinein singen? In den Gestank der Vieh haltenden Landwirtschaft? Also nee ..."

Und dabei rümpfte sie ihre eigentlich sehr hübsche Nase.

"Hirten!", empörte sich die Harfenspielerin wieder, "Die

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