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Wie viel wiegt ein Instagram? Warum uns das Smartphone (doch nicht) zur Krone der Schöpfung macht von Klein, Christian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.07.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)

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Wie viel wiegt ein Instagram?

Wünschen Sie sich auch manchmal ein Telefon mit Wählscheibe zurück? Leider kommen Sie um ein Smartphone nicht herum. Und so teilt sich die bildschirmgebeugte Bevölkerung nicht länger in Männlein oder Weiblein, sondern Smartphone-Nutzer und Smartphone-Halter. Die einen dealen an der Online-Börse, laden YouTube-Videos hoch oder snapchatten mit Pamela Reif, die anderen suchen verzweifelt nach der Tastatur, mit der sie telefonieren können.

Mit viel Humor und großer Gelassenheit erzählt Christian Klein von Sinn und Unsinn des Smartphones in unserer Gesellschaft - und warum früher trotzdem nicht alles besser war.

Christian Klein, Jahrgang 1987, ist verheiratet und lebt aufgrund des immer noch nicht eingetretenen plötzlichen Reichtums am Rande des Rheinlands und nicht in einer Luxus-Villa auf den Malediven. 2014 verarbeitete er mit Neulich beim Discounter einige spaßbefreite Monate an der Ladenkasse im Lebensmitteleinzelhandel zu einem urkomischen Buch über Begegnungen mit skurrilen Kunden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 303
    Erscheinungsdatum: 27.07.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732556182
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Neulich auf dem Smartphone
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Wie viel wiegt ein Instagram?

Smart what?

Warum heißt ein Smartphone eigentlich Smartphone ? Ist es besonders smart? Smart war für mich immer ein Auto. Ein sehr kleines Auto. Kurz: Für mich ergibt das Wort Smartphone keinen echten Sinn, weshalb ich auch heute noch lieber von einem Handy spreche. Wir fanden es früher cool, wenn wir ein kleines Handy hatten, aber inzwischen sind die großen und noch größeren Telefone der letzte Schrei. Sie sind so groß geworden, dass man sie nicht mal mehr in die Tasche stecken kann. Jetzt ist ein Smart aber doch der Inbegriff eines kleinen Autos, ist ein Smartphone also ein großes Telefon für ein kleines Auto? Oder werden Smartphones in Zukunft so groß wie ein Auto sein? Kann man ein Smartphone irgendwann quer in einer Parklücke ablegen? Denn für das Auto brauche ich ja bald keine Parklücke mehr, das bekomme ich ja fast problemloser in die Tasche als so manches Telefon ...

Früher war es wichtig, so klein wie möglich zu sein, heute kommt es wieder auf die Größe an. Irre, aber die Menschheit stand mal auf kleine Handys. Heute hingegen gilt: je größer, umso besser. Wenn das so weitergeht, haben wir bald die Dimension von Telefonzellen erreicht (ach übrigens, für die junge Generation: Telefonzellen waren früher in etwa zwei mal zwei Meter kleine, gläserne geschlossene Häuschen, in denen ein Telefon hing. Die Häuschen waren gelb. Man warf dort Münzen ein, um zu telefonieren. Falls ihr so etwas seht: Macht mit eurem Smartphone ein Foto von der Telefonzelle, denn diese historischen Bauwerke sind heute ebenfalls so selten wie ein Einhorn).

Ich war siebzehn und so stolz auf mein erstes, kleines Taschentelefon. Nun, ich war irgendwie der Letzte von meinen Freunden gewesen, der ein solches Wunderding bekam. Was heute Koreaner oder Fallobst ist, war damals Nokia oder Trium . Und unsere Handys bekamen ständig neue Funktionen. Nach und nach gab es schließlich auch Geräte, auf denen mehr als nur ein Spiel funktionierte und das jetzt auch MP 3-Songs abspielen konnte. Für 2,99 Euro pro Woche bekam man ein Jamba -Abo, um sich ein Spiel oder ein Lied aufs Handy zu laden. Aus diesen "Verträgen" kam man nicht wieder raus, ohne eine SMS für 2,99 Euro an Java zu schicken mit dem Wort "Stop". Nachdem man das mit gefühlten siebenundzwanzig Antwort- SMS ("Ja ich bin mir sicher, dass ich dieses Abo nicht mehr möchte") - und natürlich für jeweils weitere 2,99 Euro pro SMS - bestätigen musste und niemand so viel Guthaben auf seiner Prepaidkarte hatte, dürfte mindestens jeder Zweite aus meiner Generation noch immer ein Jamba -Abo haben, was sie oder er nur längst vergessen haben dürfte.

Mein Tipp: Schauen Sie doch einfach mal nach, manchmal lohnt es sich wirklich, seine Handy-Monatsrechnung genau zu studieren! Und dann fordern Sie die 2.583 kostenlosen Klingeltöne ein, die Sie schließlich über Ihr Abo in all den Jahren bezahlt haben.

Wir hatten damals nicht die technische Möglichkeit, mit dem Handy mal schnell online zu gehen und uns den Song einfach bei einem Download-Store zu laden, damit wir ihn auf dem Handy hatten. Diese Technik beherrschte seinerzeit offenbar nur Jamba . Dafür gab es sehr coole Fernsehwerbung bei VIVA . Man hatte das Gefühl, dass VIVA komplett aus Jamba -Spots bestand, aber wir hatten ja gottlob noch weitere neunundzwanzig Sender, und alle in Farbe! Aber auch die anderen Sender brachten Jamba-Werbung, und ob es nun der bekloppte Frosch war oder der Hase Schnuffel , uns gefiel, was dort beworben wurde und somit brauchten wir diese Songs zum Überleben, und so gab es die Lieder konsequenterweise bald auch auf CD und einige, wie der Hase Schnuffel , wurden tatsächlich Nummer-eins-Hits in unser

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