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Arkane Das Haus der Drachen - Roman von Bordage, Pierre (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.06.2018
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Arkane

Jahrhundertelang herrschten sieben Familien zusammen über das sagenhafte Arkane. Die Stadt wuchs und gedieh, niemand schien die Harmonie zerstören zu können. Doch unter der glitzernden Oberfläche breiteten sich unbemerkt dunkle Mächte aus - und sie haben Erfolg: Bei einem Massaker wird eine der sieben Familien ausgelöscht. Nur die schöne Oziel überlebt und schwört Rache. Während sie auf der Suche nach Verbündeten eine schreckliche Entscheidung treffen muss, bricht im eisigen Norden der Steinzauberlehrling Renn auf. Einzig seine Gabe und sein Wissen könnten Arkane noch retten ...

Pierre Bordage, 1955 im Département Vendée geboren, studierte Literaturwissenschaft in Nantes. Mit seinem ersten Roman Die Krieger der Stille landete er auf Anhieb einen riesigen Publikumserfolg. Das Buch wurde mehrfach preisgekrönt, unter anderem mit dem renommierten Grand Prix de l'Imaginaire. Der Autor lebt mit seiner Familie in Boussay an der Atlantikküste.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 608
    Erscheinungsdatum: 11.06.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641220150
    Verlag: Heyne
    Serie: Arkane .1
    Originaltitel: Arkane
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Arkane

1

DAS HAUS DES DRACHEN

Es geschah, dass der Odivir über seine Ufer trat und das Land Arkane, das damals Tagris genannt wurde, überschwemmte - vom nördlichen Ostian-Massiv bis hin zu den weit entlegenen, finsteren Sümpfen im Süden. Die verzweifelten Schreie der Mütter rührten die sieben Göttinnen des Flusses, und sie befahlen ihren Dienern, sieben Menschenfamilien zu verschonen.

Die erste Familie wurde vom rotgeschuppten Drachen gerettet, die zweite vom orange gefiederten Adler, die dritte vom gelbhäutigen Delfin, der vierten Familie half der Wolf mit dem grünen Fell, der fünften der blau gefleckte Corridan, der sechsten der Nachtbär aus den Weihern, und die siebte schließlich rettete die Orbal, die violette Schlange, die im schlammigen Untergrund lebt.

Die sieben aus den Wassern geborgenen Familien flüchteten sich auf den höchsten Hügel von Tagris. Die Diener der Göttinnen brachten ihnen Fisch, sodass sie nicht Hunger litten, bis das Hochwasser zurückgegangen war.

Der Odivir zog sich in sein Flussbett zurück, nachdem er den Boden fruchtbar gemacht hatte. Die Familien beschlossen, auf dem Gipfel des Hügels eine Stadt zu gründen, die sie Arkane tauften, was in der Sprache unserer Väter die Unsinkbare bedeutet.

Die Familien nahmen die Namen der Diener an, die sie gerettet hatten. Es gab das Haus des Drachen, das Haus des Adlers, das Haus des Delfins, das Haus des Wolfs, das Haus des Corridans, das Haus des Bären und das Haus der Orbal ...

Heldenepos von Arkane,

Überlieferung der Erzähler im Chor, Arkane

Atemlos blieb Oziel in der schmalen Gasse stehen, die sich eine endlose graue Mauer entlang zog. Das Morgenlicht war noch nicht durch den grauen, kalten Schleier am Himmel über den Höhen von Arkane gedrungen. Aus der schläfrigen Stadt stieg dumpfer Lärm auf, in den sich liebliches Vogelgezwitscher mischte. In weniger als dem Viertel einer Sexte würden die Karren und Träger der Kaufmannsgilde Mühe haben, sich einen Weg durch die laute, bunte Menge auf den Plätzen und in den Straßen zu bahnen.

Oziel atmete tief durch und überzeugte sich davon, dass kein steinernes Auge in ihrer Nähe war. Sie war noch keinem begegnet und es war unwahrscheinlich, ausgerechnet hier, mitten in dieser Gasse, auf eines zu treffen, aber es kursierten so viele Gerüchte über die Petrokel, dass sie es sofort erkannt hätte. Ulio behauptete, dass man nur seinen Blick kreuzen musste, um versteinert zu werden. Sie hatte nie auch nur den geringsten Anflug von Spott in den Augen ihres Bruders bemerkt, wenn er diese Worte mit entsetzter Stimme aussprach.

Plötzlich fiel Oziel die Abwesenheit der Legionäre auf: Auf ihrem ganzen Spaziergang hatte sie nicht einen einzigen schwarz Uniformierten gesehen. Treu ihrer Devise : Den sieben Überlebenden des Flusses dienen wir unterschiedslos und beschützen sie stets gegen alle Feinde, patrouillierte die Legion der Höhen Tag und Nacht in der Stadt, um einen, eher unwahrscheinlichen, Angriff von außerhalb zu verhindern - etwa einen Aufstand der Bevölkerung der unteren Ebenen alle zwei- oder dreihundert Jahre, oder auch die häufiger vorkommenden Überfälle der herrschenden Familien untereinander.

Voller Unruhe drängte sie sich in eine Mauernische. Wie jeden Morgen hatte sie einen Geheimweg genommen, den nur sie kannte, und sich immer weiter in die dämmrigen Gassen vorgewagt. Sie hatte sich vom Anwesen des Drachen entfernt, um ihre tägliche Erkundungstour durch die Höhen zu unternehmen. Nach ihrem achtzehnten Geburtstag vor einem Jahr hatte sie das dringende Bedürfnis verspürt, das Familienanwesen zu verlassen, um sich in das Herz einer Stadt zu mischen, die sie so wenig kannte. Als neunte Nachkommin in der Erbfolge des Hauses des Drachen hatte sie bis zu dem Moment nur ein paar flüchtige Eindrücke von Arkane gewonnen, wenn sie durch den Spalt im schweren Vorhang der Kutsche blickte, der sie zu o

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