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Babylons Asche Roman von Corey, James S. A. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.06.2017
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
11,99 €
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Babylons Asche

Fluch statt Segen Die interstellaren Portale, gefeiert als Tore in eine neue Zukunft der Menschheit, erweisen sich als tödliche Falle. Kaum haben die Erde, der Mars und die anderen Planeten den Angriff des Alien-Protomoleküls einigermaßen überwunden, tritt es erneut in Aktion und lässt ein Schiff nach dem anderen im Inneren der Portale verschwinden. James Holden und seine Crew stehen kurz vor der Lösung des Rätsels, doch da zeigt sich die wahre Absicht des Gegners - und die Menschheit findet sich plötzlich als Spielball in einem Krieg zwischen galaktischen Mächten wieder ... Hinter dem Pseudonym James Corey verbergen sich die beiden Autoren Daniel James Abraham und Ty Corey Franck. Beide schreiben auch unter ihrem eigenen Namen Romane und leben in New Mexico. Mit ihrer erfolgreichen gemeinsamen Science-Fiction-Serie THE EXPANSE haben sie sich weltweit in die Herzen von Lesern und Kritikern gleichermaßen geschrieben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 624
    Erscheinungsdatum: 13.06.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641164966
    Verlag: Heyne
    Serie: Expanse Serie Bd.6
    Originaltitel: Babylon's Ashes - The Expanse Series Book 6
    Größe: 1999 kBytes
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Babylons Asche

PROLOG Namono

Vor drei Monaten waren die Felsen gefallen, und erst jetzt konnte Namono wieder ein paar blaue Stellen am Himmel entdecken. Nach dem Einschlag bei Laghouat - es war der erste von drei Angriffen gewesen, die den Planeten zerstört hatten - war so viel Saharasand in die Luft geflogen, dass man den Mond und die Sterne wochenlang nicht mehr sehen konnte. Selbst die rote Scheibe der Sonne hatte Mühe, die schmutzigen Wolken zu durchdringen. Im Großraum Abuja hatte es Asche und Sand geregnet, und die Verwehungen türmten sich auf, bis die Stadt die gleiche fahlgraue Farbe annahm wie der Himmel. Bei der Arbeit in einem Freiwilligenteam, das den Schutt wegräumte und die Verletzten versorgte, begriff sie, dass der Krampfhusten und der schwarze Schleim, den sie ausspuckte, davon herrührten, dass sie den Tod eingeatmet hatte.

Zwischen dem Krater, wo Laghouat gewesen war, und ihrem Wohnort Abuja lagen dreieinhalbtausend Kilometer. Selbst hier hatte die Druckwelle Fensterscheiben zerstört und Gebäude dem Erdboden gleichgemacht. In den Newsfeeds hieß es, in der Stadt seien zweihundert Menschen gestorben und viertausend verletzt worden. Die Notaufnahmen waren überfüllt. Wer nicht in unmittelbarer Lebensgefahr schwebte, wurde aufgefordert, zu Hause zu bleiben.

Die Stromversorgung fiel sehr schnell aus. Es gab kein Sonnenlicht mehr, das die Kollektoren speisen konnte, und die staubige Luft beschädigte die Windräder schneller, als die Arbeiter sie reinigen konnten. Als endlich ein Fusionsreaktor aus den Fabriken in Kinshasa nach Norden geschleppt wurde, hatte die Stadt schon fünfzehn Tage in Dunkelheit verbracht. Da die Hydrokulturen, die Krankenhäuser und Regierungsgebäude Vorrang hatten, gab es an vielen Tagen immer noch Abschaltungen. Die Handterminals fanden, wenn überhaupt, nur einen unzuverlässigen Zugang ins Netzwerk. Manchmal waren die Einwohner mehrere Tage in Folge von der Welt abgeschnitten. Es war nicht anders zu erwarten gewesen, dachte sie bei sich, als hätte man irgendetwas davon vorhersehen können.

Nach drei Monaten riss endlich der ewig bedeckte Himmel auf. Während die rote Sonne nach Westen zog, traten im Osten die Lichter der Stadt und der Mond hervor wie Edelsteine auf blauem Samt. Gewiss, es war schmutzig, unrein und unvollkommen, aber es war blau. Nono freute sich darüber, während sie umherlief.

Nach historischen Maßstäben war der internationale Bezirk erst in jüngster Zeit entstanden, nur wenige Gebäude waren älter als hundert Jahre. Die Gegend war gekennzeichnet von der Vorliebe des vergangenen Jahrhunderts für breite Durchgangsstraßen und schmale, kurvenreiche Labyrinthe kleiner Gassen, die ein beinahe organisch anmutendes Geflecht bildeten. Über alledem erhob sich der Zuma Rock als ewiger Wegweiser. Dies war Nonos Heimatstadt. Der Ort, in dem sie aufgewachsen war, und die Stadt, in die sie ihre kleine Familie nach ihren Abenteuern gebracht hatte. Das Heim, in dem sie ihren bescheidenen Lebensabend genießen wollte.

Sie hustete und lachte verbittert, dann hustete sie nur noch.

Die Notversorgung bestand aus einem Lieferwagen, der am Rand eines Stadtparks stand. Auf die Seite war ein dreiblättriges Kleeblatt gemalt, das Symbol der hydroponischen Farm. Nicht die Vereinten Nationen, nicht einmal eine örtliche Verwaltung sprang hier ein. Die öffentliche Verwaltung existierte im Grunde nicht mehr. Nono hätte dankbar sein sollen. Zu manchen Orten kamen nicht einmal die Lieferwagen.

Staub und Asche hatten sich über die sanft geneigten Hänge gelegt, wo früher Gras gewachsen war. Hier und dort verrieten gezackte Fährten und Furchen, die wie riesige Schlangenlinien über die Hänge liefen, wo die Kinder trotzdem zu spielen versucht hatten. Jetzt rutschte dort niemand mehr herunter. Nur die Warteschlange war noch da.

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