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Berg der Macht Roman von Corvus, Robert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.02.2019
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)

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Berg der Macht

Der Granit des Bergs Ianapat verleiht dem Adel ewiges Leben. Der Preis dafür: die Trennung der Seele vom Körper, denn unsterblich sind nur Geister. Die Adelshäuser sind dem Willen jener Geister unterworfen. Nach den Launen der Unsterblichen fechten sie ihre Fehden aus – und besiegeln Bündnisse mit Heiraten. Doch die Grafentochter Semire von Schneegrund will beweisen, dass mehr an ihr von Nutzen ist als nur die Hand, die sie einem Baron reichen kann. Währenddessen tritt der Maler Quilûn in den Dienst des Tiefen Hauses Schneegrund. Unversehens wird er zu einer Figur im Machtkampf der Herrschenden. Seine Stellung könnte das Tor zur Gerechtigkeit und Freiheit für alle sein ... Robert Corvus, 1972 geboren, lebt in Köln. Der Diplom-Wirtschaftsinformatiker war in verschiedenen internationalen Konzernen als Strategieberater und Projektleiter tätig. Corvus ist Metalhead, Kinofan und Tänzer. Er veröffentlichte zahlreiche Romane in den Reihen "Das schwarze Auge" und "Battletech" sowie einen apokalyptischen Vampirthriller. Mit der Trilogie "Die Schattenherren" und dem Einzelroman "Schattenkult" etablierte er sich auf der dunklen Seite der Fantasy. Zuletzt erschienen sein Science-Fiction-Roman "Das Imago-Projekt" sowie sein High-Fantasy-Epos "Die Schwertfeuer-Saga".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 464
    Erscheinungsdatum: 01.02.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492992312
    Verlag: Piper
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Berg der Macht

Prolog: Neue Erfahrungen

Derrek Eichfrost überlegte, ob sie es so mögen würde, wie er es vorbereitet hatte.

Turon meinte, es wäre besser, wenn sich das Weib wohlfühlte. Es wäre dann glitschiger. Bei dieser Erklärung hatte er sich zwischen den Beinen gerieben und genießerisch die Augen verengt. Derrek hatte nicht genau verstanden, was sein Freund gemeint hatte, aber dennoch wissend genickt. Jetzt wünschte er sich, er hätte nachgefragt.

Er sah zur Tür des Weinkellers und lauschte. Noch waren keine Schritte zu hören. Er hatte also noch Zeit.

Die Kissen, die er aus der Wäscherei heruntergeholt hatte, lagen auf einem Haufen in der Ecke vor dem größten Fass. Selbst auf den Fußballen und mit in die Höhe gestreckten Armen hätte Derrek seinen Durchmesser nicht erreicht. Es enthielt den billigsten Wein, den die Eichfrosts bei Feiern als Letztes ausschenkten, wenn die Gäste nicht mehr so genau schmeckten. Eigentlich waren es mehrere Weine, man kippte immer wieder etwas hinein, auch Reste. Sogar die Dienerschaft durfte davon trinken.

Tinya würde er jedoch einen anderen Tropfen kredenzen. Einen süßen Roten, auf eine Glasflasche gezogen, die auf dem runden Tisch vor dem Kissenhaufen stand. Derrek war stolz auf den kristallenen Leuchter, den er aus dem Empfangszimmer für gehobene Gäste geholt hatte, und auch auf die Wachskerze, die der Imker mit einem Duftwasser getränkt hatte. Beim Abbrennen füllte sie den Weinkeller mit Wohlgeruch, sie schien hell, und er hatte sie so aufgestellt, dass sich ihr Licht in der Weinflasche brach. Es sah aus, als funkelte ein Rubin in der Flüssigkeit.

Derrek zog das schwarze Kissen aus dem Haufen und legte es ganz nach oben. Es war einfacher gewebt als das rote, ohne Silberfäden. Es gehörte wohl nicht ins Schlafzimmer seiner Eltern. Deswegen sah es weniger prächtig aus als das andere, wo die Verzierungen Faune und Weinreben formten. Aber es war weicher, man lag bestimmt angenehmer darauf. So war das mit dem Adel, bei den Kissen wie bei den Schuhen: Alles war vornehm, aber auch etwas unbequem. Derreks Vater meinte, das sei gut so. Es hielte die Herrschenden davon ab, sich auszuruhen und faul zu werden. Wobei Derreks Vater weniger Zeit auf dem Fechtboden zubrachte als sein dreizehnjähriger Sohn. Derrek war stolz, dass er nun schon Lektionen mit Eisenwaffen erhielt, nicht bloß mit den harmlosen aus Holz, bei denen man sich allenfalls einen blauen Fleck holte. Die Eisendegen konnten eine Rippe brechen, auch wenn die Klingen natürlich nicht geschliffen waren. Noch nicht einmal die Erwachsenen übten mit scharfen Waffen.

Derrek schüttelte das schwarze Kissen auf, legte es auf den Haufen und trat ein paar Schritte zurück. Er stellte sich vor, wie Tinya daraufliegen würde. Der Gedanke gefiel ihm.

Wobei Turon damit prahlte, dass es im Stehen am besten war. Turon hatte es schon oft gemacht, sagte er. Mit Mägden und einer Bauerstochter und sogar mit einer Bettlerin, die er angeblich fürstlich entlohnt hatte. Das konnte Derrek sich kaum vorstellen. Turon war der größte Geizhals, den er kannte. Bei jedem Jahrmarkt hatte er seine Börse vergessen, musste sich Münzen leihen und stritt später darüber, wie hoch die Schuld war, die er zu begleichen hatte. Aber die Mädchen warfen dem bulligen Jungen Blicke zu, die auch Derrek nicht entgingen und bei denen ihn eine peinliche Mischung aus Sehnsucht und Unwohlsein überkam, obwohl die weibliche Aufmerksamkeit gar nicht ihm galt.

Nochmals strich er über die Tischdecke, die bereits völlig glatt lag. Durch seine dünnen, schneeweißen Handschuhe spürte er den Samt. Er war zufrieden damit, dass er sie angezogen hatte. So hinterließen seine Finger keine Spuren auf den beiden Kelchen. Das Kristall war klar wie Quellwasser.

Der Korken, den er aus der Weinflasche gezogen hatte, ohne ihn zu beschädigen, lag auf einer silbernen Untertasse. Das Getränk atmete schon, seit Derrek hierhergekommen war. Sicher würde de

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