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Bird Box - Schließe deine Augen Roman von Malerman, Josh (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.11.2018
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
9,99 €
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Bird Box - Schließe deine Augen

Der Roman zum Netflix-Film mit Sandra Bullock in der Hauptrolle!
Öffne deinen Augen, und du bist tot! Dieses Mantra hat Malorie ihren beiden Kindern von Geburt an eingeimpft. Sie verlassen das Haus so selten wie möglich und wenn doch, dann nur mit verbundenen Augen. Denn irgendetwas ist dort draußen, dessen Anblick jeden in den Wahnsinn treibt. Da klingelt das Telefon, und der unbekannte Anrufer bietet ihr einen sicheren Ort, nur ein paar Meilen den Fluss hinab. Kein weiter Weg, wenn man ihn sehen kann. Doch mit verbundenen Augen unmöglich. Dennoch steigt Malorie mit den Kindern in ein kleines Boot, der Hoffnung entgegen - oder dem Tod!
Dieser Roman ist auch bereits unter dem Titel "Der Fluss" beim Blanvalet Verlag erschienen.

Josh Malerman ist ein großer Fan von Gruselliteratur und zählt mehr als 500 Horrorfilme zu seinen Favoriten. Er schrieb zunächst Gedichte und Kurzgeschichten, doch seine professionelle Karriere startete er mit Songtexten, bevor er sich ganz seinem Debüt "Bird Box" widmete. Josh Malerman ist Sänger und Chef der gefeierten Indie-Band The High Strung, mit der er bereits zweimal in Guantanamo Bay aufgetreten ist. Er lebt heute mit seiner Verlobten in Royal Oak, Michigan.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 22.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641237745
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: Bird Box
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Bird Box - Schließe deine Augen

1

Malorie steht in der Küche und überlegt.

Ihre Hände sind feucht. Sie zittert und tippt mit dem großen Zeh nervös auf den rissigen Fliesenboden. Es ist noch früh, die Sonne lugt wahrscheinlich gerade eben über den Horizont. Sie beobachtet, wie ihr dürftiges Licht die schweren Vorhänge vor dem Fenster in eine weichere Schattierung von Schwarz verwandelt, und denkt: Das war Nebel.

Die Kinder schlafen am Ende des Flurs unter Maschendraht, der mit schwarzem Tuch bedeckt ist. Vielleicht haben sie sie vor wenigen Augenblicken auf den Knien im Garten herumkriechen hören. Was für Geräusche sie auch gemacht haben mag, sie müssen über die Mikrofone zu den Verstärkern neben ihren Betten gelangt sein.

Sie blickt auf ihre Hände und entdeckt einen feinen Film im Kerzenlicht. Ja, sie sind feucht. Der Morgentau ist noch frisch auf ihnen.

Jetzt in der Küche atmet Malorie tief durch, bevor sie die Kerze ausbläst. Sie sieht sich in dem kleinen Raum um, nimmt die verrosteten Geräte und das gesprungene Geschirr zur Kenntnis. Den Pappkarton, der als Mülleimer dient. Die Stühle, manche von ihnen mit Schnur zusammengehalten. Die Wände sind schmutzig. Schmutz von den Händen und Füßen der Kinder. Aber auch ältere Flecken. Der Sockel der Wände im Flur ist verfärbt, tiefe Purpurtöne, die mit der Zeit zu Braun verblasst sind. Sie stammen von Blut. Der Teppichboden im Wohnzimmer ist ebenfalls verfärbt, egal wie viel Malorie schrubbt. Es gibt keine Chemikalien im Haus, die ihr helfen würden, ihn sauber zu bekommen. Vor langer Zeit hat Malorie die Eimer mit Wasser vom Brunnen gefüllt und sich mithilfe einer Anzugjacke darangemacht, die Flecken überall im Haus zu beseitigen. Doch sie wollten nicht weggehen. Selbst die weniger hartnäckigen blieben, ein Schatten ihres ursprünglichen Ausmaßes vielleicht, aber immer noch erschreckend sichtbar. Eine Schachtel Kerzen verbirgt einen Fleck in der Eingangsdiele. Die Couch im Wohnzimmer steht seltsam schief, sie wurde so hingeschoben, um zwei Verunreinigungen zu überdecken, die für Malorie wie Wolfsköpfe aussehen. Im Obergeschoss, bei der Treppe zum Dachboden, verhüllt ein Berg muffig riechender Mäntel purpurne Kratzer, die tief in den Sockel der Wand eingegraben sind. Gut drei Meter entfernt befindet sich der schwärzeste Fleck im Haus. Sie benutzt den hinteren Teil des ersten Stockwerks nicht, weil sie sich nicht überwinden kann darüberzusteigen.

Früher war das einmal ein hübsches Haus in einem hübschen Vorort von Detroit. Es war familienfreundlich und sicher. Vor nur einem halben Jahrzehnt hätte es ein Immobilienmakler stolz hergezeigt. Doch an diesem Morgen sind die Fenster mit Pappkarton und Holz abgedeckt. Es gibt kein fließendes Wasser. Ein großer hölzerner Eimer steht auf der Küchentheke. Er riecht schal. Es gibt keine herkömmlichen Spielzeuge für Kinder. Teile eines Stuhls wurden zurechtgeschnitzt, um die Rolle kleiner Menschen zu spielen. Gesichter wurden ihnen aufgemalt. Die Küchenschränke sind leer. Es gibt keine Gemälde an den Wänden. Kabel laufen unter der hinteren Tür hindurch und nach oben zu den Schlafzimmern, wo Verstärker Malorie und die Kinder auf jedes Geräusch aufmerksam machen, das von außerhalb des Hauses kommt. So leben die drei. Sie gehen für lange Zeiträume nicht nach draußen. Wenn sie es tun, dann mit verbundenen Augen.

Die Kinder haben die Welt außerhalb ihres Zuhauses nie gesehen. Nicht einmal durch die Fenster. Und Malorie hat seit mehr als vier Jahren nicht hinausgeschaut.

Vier Jahre.

Sie muss diese Entscheidung nicht heute treffen. Es ist Oktober in Michigan. Es ist kalt. Eine Reise von zwanzig Meilen auf dem Fluss wird hart werden für die Kinder. Vielleicht sind sie noch zu jung. Was, wenn eins von ihnen ins Wasser fällt? Was würde Malorie, mit verbundenen Augen, dann tun?

Ein Unfall, denkt Malorie. Wie schrecklich. Nach all dem Kampf, nachdem wir so l

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