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Chronik der Unsterblichen - Dunkle Tage Die dunkle Seite von Hohlbein, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.04.2017
  • Verlag: LYX
eBook (ePUB)
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Chronik der Unsterblichen - Dunkle Tage

Nachdem sie in Rom beinah ihr Leben verloren haben, treffen Andrej und Abu Dun in der Peststadt Hamblen ein. Dort wütet der schwarze Tod unerbittlich, doch er scheint sich nur die Armen zu holen, während er die Reichen verschont. In all dem Elend fällt niemandem auf, dass Kinder einfach verschwinden. Und erst als die Hellseherin Miseria Andrej in einer schrecklichen Vision mit dem Tod seines eigenen Sohnes konfrontiert, begreift er, dass er gegen die Männer in den Totenkopfmasken antreten muss, will er nicht tatenlos mit ansehen, wie unschuldige Kinder entführt und grausam ermordet werden.

'Eine der besten Buchreihen, die Wolfgang Hohlbein je geschrieben hat.' Media-Mania

Wolfgang Hohlbein wurde 1953 in Weimar geboren und gehört zu den wichtigsten deutschsprachigen Fantasy-Autoren. Der Durchbruch gelang ihm 1982 mit dem Jugendbuch Märchenmond, für das er den Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar erhielt. Seither hat er über 150 Romane, Kinder- und Jugendbücher sowie Drehbücher verfasst.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 560
    Erscheinungsdatum: 24.04.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783736300972
    Verlag: LYX
    Größe: 1543kBytes
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Chronik der Unsterblichen - Dunkle Tage

Prolog

P ünktlich mit dem Beginn des Konklaves hatte es zu regnen begonnen, als hätte der Himmel entschieden, im gleichen Moment seine Schleusen zu öffnen, in dem sich die Tore der Sixtinischen Kapelle hinter den mächtigsten Männern der Christenheit geschlossen hatten. Und es sah ganz so aus, als sollte das auch so bleiben, bis der neue Heilige Vater gewählt war.

Es regnete seit drei Tagen, und wenn man die schwarzen Wolkenberge als Hinweis nahm, die der Wind über das Meer herantrieb, würde sich daran so schnell nichts ändern. Vielleicht weinte der Gott der Christen ja bittere Tränen, weil sein treuester Diener nicht mehr unter den Lebenden weilte.

Andrej versuchte noch einmal vergebens, die schwarzen Regenwolken aufs Meer zurückzustarren, und schlug schaudernd den Kragen seines neuen Mantels hoch, als sich der Wind mit einer eisigen Attacke für diesen unverschämten Versuch revanchierte. Es war zu kalt für diese Jahreszeit.

"Wo bleibt dieser verdammte Kerl?", grollte Abu Dun hinter ihm. "Wenn er nicht kommt und uns für nichts und wieder nichts hierherbestellt hat, dann ..."

Andrej drehte sich fröstelnd um, als der Nubier nicht weitersprach. Der ihnen von Altieri zur Verfügung gestellte Ersatz für ihre zerschlissene Kleidung war von hervorragender Qualität, und der Mantel wäre wohl auch für einen eiskalten Wintertag geeignet gewesen. Trotzdem musste er sich beherrschen, um nicht mit den Zähnen zu klappern, denn einmal unter seine Kleider gekrochen, weigerte sich die Kälte beharrlich, wieder zu gehen. Eisiges Regenwasser lief ihm in den Nacken und machte ihm zusätzlich das Leben schwer. Seine Fingerspitzen kribbelten, und auch sein Sehvermögen war noch lange nicht wieder so scharf, wie es eigentlich sein sollte. Seine letzte Begegnung mit dem Tod steckte ihm wortwörtlich noch in den Knochen.

"Was dann?", fragte er, als Abu Dun auch nach einigen weiteren Augenblicken nicht von sich aus weitersprach.

"Dann ärgere ich mich", schloss der Nubier. Seine Zähne blitzten unnatürlich weiß in der nachtfarbenen Fläche seines Gesichts auf, die sich kaum vor dem Hintergrund des bleigrauen Himmels abhob, als er grinste.

"Es war deine Idee", erinnerte Andrej.

Abu Dun machte sich nicht einmal die Mühe, darauf zu antworten. Tatsächlich war er es gewesen, der den Kontakt zu einem eher zwielichtigen Kapitän hergestellt hatte, der ihnen eine diskrete Passage auf dem nächsten Schiff in Aussicht stellte, das Rom verließ. Weg von hier wollten sie beide. Schnell.

Als wolle er ihn in seiner Überzeugung bestärken, frischte der Wind noch einmal auf und überzog sein Gesicht mit einem prickelnden Gefühl wie kaltes Glas. Rom hatte es ihnen von Anfang an nicht leicht gemacht. Sie hatten die Stadt in einem heruntergekommenen Viertel des Hafens erreicht, aber das Kai, das Abu Duns Bekannter als Treffpunkt vorgeschlagen hatte, war noch einmal um etliches schlimmer. Die zum größten Teil leerstehenden Lagerhäuser und Schuppen zur Linken waren wenig mehr als Ruinen, und vom Wasser auf der anderen Seite stieg ein leiser Geruch nach faulendem Tang und Schlimmerem auf. Wenn die Passage auf einem der Seelenverkäufer stattfand, die ihre Rümpfe schweigend und schwarz wie skelettierte Urzeittiere am Kai scheuerten, dann war er nicht sicher, ob sie das Angebot des unbekannten Kapitäns annehmen sollten.

"Wir warten, bis es hell wird", bestimmte Andrej. "Wenn bis dahin niemand kommt, verschwinden wir."

"Ganz wie Ihr es befehlt, Sahib", antwortete Abu Dun spöttisch, als aus der Dunkelheit hinter Andrej ein Dolch geflogen kam, so dicht an seinem Ohr vorbeizischte, dass er den Luftzug spüren konnte, und sich mit einem dumpfen Schlag bis zum Heft in die Brust des Nubiers grub. Abu Dun fiel stocksteif und ohne einen Laut nach hinten. Irgendetwas zerbrach mit gewaltigem Getöse unter seinem Aufprall, und Andrej wirbelte auf dem Absatz herum, die Arme schützend vo

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