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Das Avalon-Projekt Roman von Hohlbein, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.04.2016
  • Verlag: Fahrenheit
eBook (ePUB)
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Das Avalon-Projekt

Merkwürdige Dinge ereignen sich auf der Ölbohrinsel Avalon II. Die Besatzung ist verschwunden, die Plattform nicht wiederzuerkennen, und das Wetter spielt verrückt. Da beauftragt Arthur Spangler, der Betreiber der Bohrinsel, den Versicherungsdetektiv Rudger Harm mit Nachforschungen. Als man eine geheimnisvolle junge Frau auf der Insel entdeckt, die kurz darauf von einem aus dem Nebel auftauchenden Segelschiff mitgenommen wird, steht Harm vor Fragen, auf die er keine Antworten findet. Die geheimnisvollen Gerüchte über AvalonI, die Vorgängerin der Bohrinsel, scheinen sich zu bewahrheiten ...

Wolfgang Hohlbein, Jahrgang 1953, war Industriekaufmann, bevor er 1982 mit seinem Debüt "Märchenmond" einen Autorenwettbewerb gewann. Seitdem schreibt er einen Erfolgsroman nach dem anderen und gilt als der Großmeister der deutschen Phantastik. Titel wie "Die Tochter der Himmelsscheibe", "Das Avalon-Projekt" sowie der "Enwor"-Zyklus wurden bei Piper zu Bestsellern. Zuletzt erschienen "Die Kriegerin der Himmelsscheibe" sowie sein Schlüsselwerk "Infinity. Der Turm". Wolfgang Hohlbein lebt mit seiner Familie und vielen Haustieren in der Nähe von Düsseldorf.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 656
    Erscheinungsdatum: 18.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492982894
    Verlag: Fahrenheit
    Größe: 1156 kBytes
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Das Avalon-Projekt

2

SPANGLER BOT IHM

zum zweiten Mal seinen Flachmann an, und diesmal griff Rudger, ohne lange zu zögern, zu und nahm einen großen Schluck. Es schmeckte unerwartet mild, konnte seinen enormen Alkoholgehalt aber nicht verbergen. Wahrscheinlich irgendein hundert Jahre alter Malt-Whisky, dachte Rudger, von dem eine Flasche mehr kostete, als die meisten von Spanglers Angestellten in der Woche verdienten. Wenn er erwartet hatte, dass ihn der Alkohol beruhigte, so sah er sich getäuscht. Der Whisky brannte auf eine sonderbar angenehme Weise in seiner Kehle, und er trug eine Spur prickelnder Wärme bis in seinen Magen hinunter; aber als er Spangler die Flasche zurückgab, zitterten seine Hände kein bisschen weniger als zuvor. Ein Gefühl von Unwirklichkeit hatte von ihm Besitz ergriffen, das nicht schwächer werden wollte, sondern ganz im Gegenteil immer stärker.

Spangler nahm die Flasche entgegen, genehmigte sich selbst einen ausgiebigen Schluck und steckte sie ein. "Es hilft zwar nicht wirklich gegen die Kälte, aber es gibt einem wenigstens das Gefühl", sagte er.

Seit gut fünf Minuten waren das die ersten Worte, die er oder einer der anderen sprach. Sie hatten Rudger ausgiebig Zeit gelassen, das Gefühl zu verarbeiten, das Spanglers Eröffnung in ihm ausgelöst hatte und von dem er bis jetzt selbst nicht wusste, was es nun eigentlich war: Erschrecken, Unglauben, Hysterie oder blankes Entsetzen? Wahrscheinlich von allem etwas; und noch eine Menge mehr, über das er im Moment lieber nicht nachdenken wollte. Genutzt hatte es nicht. Fünf Minuten waren nicht genug, um sich mit dem Gedanken abzufinden, etwas zu sehen, das unmöglich war. Vollkommen und absolut ausgeschlossen!

Spangler wartete einen Moment vergeblich auf eine Antwort, dann schlenderte er zu seiner Kiste zurück, lehnte sich dagegen und begann wieder damit, kleine Portionen Beef aus der Dose zu pulen und zwischen den Zähnen verschwinden zu lassen. "Wirklich", sagte er schmatzend. "Wenn man bedenkt, dass das Zeug fast fünfundzwanzig Jahre alt ist, schmeckt es ganz ausgezeichnet. Sie wollen wirklich nicht probieren?" Er hielt Rudger auffordernd die Dose hin.

"Lassen Sie das!", sagte Rudger grob. "Das ist eklig. Verraten Sie mir lieber, was das ganze Theater hier bedeutet."

"Theater?"

"Sie glauben doch nicht im Ernst, dass ich darauf hereinfalle, oder?", fragte Rudger feindselig. "Ich weiß zwar nicht, was Sie damit bezwecken wollen, aber Sie haben sich die ganze Mühe umsonst gemacht. Was ich nämlich genau weiß, ist, dass die Avalon I vor fünfundzwanzig Jahren in einem schweren Sturm untergegangen ist."

"Verschwunden, Rudger", korrigierte ihn Spangler kauend. "Verschwunden. Nicht untergegangen. Es wurden keinerlei Trümmer gefunden. Wir haben damals Taucher auf den Meeresgrund geschickt, aber auch sie sind mit leeren Händen zurückgekommen. Die Avalon ist damals einfach verschwunden. Die Untergangs-Theorie war nur die einzige, die irgendwie wahrscheinlich klang."

"Ach ja, und jetzt ist sie wieder aufgetaucht, wie?", fragte Rudger spöttisch. "Und dafür ist ihre Nachfolgerin verschwunden wie durch Zauberei. Wer soll Ihnen denn diesen Quatsch abnehmen?"

"Sie zum Beispiel", antwortete Spangler gelassen. "Sie sehen es doch mit eigenen Augen, oder? Genau wie ich. Selbstverständlich können Sie die gesamte Plattform inspizieren, wenn Ihnen danach ist, aber das wäre Zeitverschwendung, glauben Sie mir. Wir haben gründlich nachgesehen: Es sieht überall so aus wie hier."

"Keine Ahnung, was ich sehe", sagte Rudger unwillig. "Vielleicht nur einen schlechten Scherz, den Sie sich mit mir und dem Rest der Welt erlauben. Das alles könnte getürkt sein. Wenn man genug Geld hat, kann man alles nachmachen."

"Was Sie da sagen, glauben Sie doch selbst nicht", meinte Spangler ruhig. Er aß immer noch von dem fünfundzwanzig Jahre alten Fleisch.

Rudger lachte schrill. "Wollen Sie mir erzählen, da

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