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Das Darwin-Virus Roman von Bear, Greg (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.02.2014
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Das Darwin-Virus

In uns schlummert der Tod In unserem Erbgut schlafen tödliche Krankheiten, die nur darauf warten, wieder zum Leben zu erwachen - so die umstrittene Theorie der Molekularbiologin Kaye Lang. Als in Georgien ein Massengrab gefunden wird, in dem nur schwangere Frauen liegen, in den Alpen eine mumifizierte prähistorische Familie mit verwirrenden biologischen Merkmalen entdeckt wird und in den USA eine rätselhafte Seuche ausbricht, die nur werdende Mütter befällt, scheint sich ihre These zu bewahrheiten ... Greg Bear wurde 1951 in San Diego geboren und studierte dort englische Literatur. Seit 1975 als freier Schriftsteller tätig, gilt er heute als einer der ideenreichsten wissenschaftlich orientierten Autoren der Gegenwart. Etliche seiner Romane wurden zu internationalen Bestsellern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 25.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641135850
    Verlag: Heyne
    Größe: 1151 kBytes
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Das Darwin-Virus

1

Österreichische Alpen, nahe der italienischen Grenze ? August

Mit der Farbe trüber, irrer Hundeaugen breitete sich der blasse Nachmittagshimmel wie eine Theaterkulisse über den schwarzgrauen Bergen aus.

Mitch Rafelsons Knöchel schmerzten und sein Rücken war wund gescheuert von dem schlecht angebrachten Nylonseil. Er folgte der flinken weiblichen Gestalt Tildes entlang der Grenze zwischen dem weißen Firn und einer Fläche neuen Pulverschnees. Zwischen den Eisbrocken vom letzten Herbst standen Scharten und Spitzen aus altem Eis, die der Sommer zu milchigen, flintsteinscharfen Messern geformt hatte.

Links von Mitch erhoben sich die Berge über dem Gewirr schwarzen Gerölls beiderseits der vom Eisabsturz zerklüfteten Böschung. Rechts, im gleißenden Sonnenlicht, stieg das blendend leuchtende Eis zur großartigen Kettenlinie des Kars auf.

Etwa zwanzig Meter weiter südlich, für Mitch durch den Rand der Schneebrille verborgen, stand Franco. Mitch konnte ihn hören, aber nicht sehen. Ein paar Kilometer hinter ihnen und jetzt ebenfalls außer Sichtweite befand sich das leuchtend orangefarbene, runde Biwakzelt aus Aluminium und Fiberglas, in dem sie die letzte Rast gemacht hatten. Wie weit sie schon von der Hütte entfernt waren, wusste er nicht, und auch ihren Namen hatte er vergessen; aber die Erinnerung an die strahlende Sonne und den heißen Tee in der Gaststube verliehen ihm ein wenig Kraft. Wenn diese Tortur hinter ihnen lag, würde er wieder mit einer Tasse starkem Tee dort sitzen und Gott danken, dass er es warm hatte und am Leben war.

Sie näherten sich der Felswand und einer Schneebrücke, die über eine vom Schmelzwasser gegrabene Kluft führte. Diese mittlerweile gefrorenen Wasserläufe bildeten sich vom Frühjahr bis zum Sommer und fraßen sich in die Kante des Gletschers. Jenseits der Brücke hing von einer U-förmigen Vertiefung in der Wand etwas hinab, das so aussah, als hätte man die Burg eines Berggeistes auf den Kopf gestellt – oder eine Orgel aus dem Eis gemeißelt: ein gefrorener Wasserfall, der zu vielen dicken Säulen erstarrt war. Um das schmutzige Weiß an seinem Fuß hatten sich Eisbrocken und Schneeverwehungen gesammelt, das leicht gelbliche Weiß an seiner Spitze hatte die Sonne glatt poliert.

Als tauche er plötzlich aus einem Nebel auf, kam Franco in Sicht und schloss zu Tilde auf. Bisher hatten sie sich auf relativ ebener Fläche bewegt, doch jetzt wollten Tilde und Franco offensichtlich an den Orgelpfeifen hochklettern.

Mitch blieb einen Augenblick stehen und griff hinter sich, um den Eispickel herauszuziehen. Er schob die Brille hoch, kauerte sich hin und ließ sich mit einem Grunzen auf den Hintern fallen, um seine Steigeisen zu überprüfen. Die Eisbrocken zwischen den Spitzen mussten seinem Messer weichen.

Tilde kam ein paar Meter zurück, um mit ihm zu reden. Als er zu ihr aufsah, bildeten seine buschigen, dunklen Augenbrauen eine Brücke über der Himmelfahrtsnase, während die runden grünen Augen wegen der Kälte zwinkerten.

"Damit sparen wir eine Stunde", sagte Tilde und zeigte auf die Orgel. "Es ist schon spät. Deinetwegen sind wir langsam vorangekommen." Das Englisch kam präzise und mit einem verführerischen österreichischen Akzent von ihren schmalen Lippen. Sie war schmächtig, aber gut proportioniert. Die hellblonden Haare hatte sie unter einer dunkelblauen Polartec-Mütze versteckt, und aus dem Elfengesicht blickten klare, graue Augen. Attraktiv, aber nicht Mitchs Typ; dennoch hatten sie kurz etwas miteinander gehabt, ehe Franco aufgetaucht war.

"Ich sag dir doch, ich bin seit acht Jahren nicht geklettert", e

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