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Das Drachenkind von Ahrens, T. V. (eBook)

  • Erschienen: 18.11.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
4,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Das Drachenkind

Seit Anbeginn der elfischen Zeitrechnung herrscht Krieg zwischen den Elfen und den Drachen. Weder die systematischen Ausrottungsversuche der Elfen noch die Überfälle der Drachen konnten einer Seite den endgültigen Sieg bringen. Das Volk der Elfen hofft daher auf eine alte Prophezeiung, die das Ende ihrer Qualen verspricht. Als ein Krieger ihrer Welt sich in eine junge Menschenfrau namens Moira verliebt, steht der Erfüllung dieser Prophezeiung scheinbar nichts mehr im Wege. Bis auf die schreckliche Lüge, mit der sie Moira in ihre Welt locken...

T.V. Ahrens ist hochsensitiv und lebt und arbeitet bei Frankfurt am Main. Sie hat Online-Journalismus studiert, viele Jahre in Zeitungs- und Onlineredaktionen gearbeitet und ist derzeit für einen der größten Vereine der Welt im PR-Bereich tätig. Über sich selbst sagt sie: "Wenn ich nicht gerade im Auftrag von Zeitungen, Kunden oder meinem Arbeitgeber schreibe, lasse ich meine Figuren zu Wort kommen. Eine Woche ohne Bücher oder Texte ist für mich schlicht undenkbar!"

Produktinformationen

    Größe: 1312kBytes
    Reihe (Teil): Die Drachenkind-Chronik .1
    Herausgeber: Books on Demand
    Untertitel: Feuertaufe
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 544
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783743199583
    Erschienen: 18.11.2016
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Das Drachenkind

Kapitel 3

Elhin war in die Ecke gedrängt. In seinen 231 Lebensjahren war er niemals gleichzeitig so wütend, traurig und einsichtig gewesen. Seit Beginn seiner Audienz verharrte er nun in seiner Verbeugung hier im Amtszimmer des fünften Generals. Eingerahmt von seinen fast hüftlangen, weißblonden Strähnen haftete sein Blick auf dem grauen Stein unter seinen Stiefeln.

Endlich sprach der General weiter. "Hast du mir zugehört, Elhin?", fuhr er ihn an. "Wir haben die Menschenfrau gefunden. Diejenige, deren Fluch zu unserem größten Segen werden wird." Er pausierte, nicht davon überzeugt, dass Elhin die Tragweite seiner Worte verstand. Deshalb gab er seiner größten Lust nach und legte den Finger weiter in die offene Wunde seines Untergebenen. "Es fällt nun also an dich, ihren Fluch zu brechen. Du wirst dies für dein Volk tun, Elhin, wie du es schon so oft getan hast. Die Seherinnen verlangten explizit nach dir. Du kannst und wirst diesen Auftrag nicht ablehnen, gerade weil du diese Frau schon eine Weile heimlich aufsuchst. Du fühlst dich zu ihr hingezogen, ist es nicht so? Enttäusche mich und unsere heiligen Seherinnen nicht mit Ausflüchten."

Es entstand eine kurze Pause, in der Elhin jegliche Antwort verweigerte.

"Nun gut", knurrte der General. "Geh nun und bereite dich auf deine Aufgabe vor. Vom Training in der Kaserne und der Arbeit mit den Kadetten bist du vorerst befreit. Morgen dann bringen wir die Frau zu uns auf die Ebene."

Elhin zuckte beinahe unmerklich zusammen. "Morgen?", stammelte er, richtete sich auf und blickte seinen Befehlshaber verbotenerweise direkt an. Dieser zog merklich die Augenbrauen zusammen, aber der Gefallen an Elhins panischer Miene zog sie schnell wieder glatt.

"Morgen", wiederholte der General beinahe freudig.

"Das ist unmöglich, Herr. Ich kann das Vertrauen der Menschenfrau niemals innerhalb weniger Stunden gewinnen. Bei den anderen Frauen hatte ich mehr Zeit. Ich konnte Einlass in ihr Heim und ihr Herz gewinnen. Ich-

"Diese Frau ist aber nicht wie die anderen, Elhin", rief der General ungeduldig. "Die Prophetinnen bestehen darauf, dass alles morgen stattfinden muss. Der Mond steht günstig, so sagen sie. Außerdem ist die Prophezeite viel zu wichtig, um mit ihr zu verfahren wie mit den anderen Trägerinnen des Fluches. Ab morgen liegt ihr Schicksal also einzig in unserer Hand."

Die letzten Worte ließ der General so genussvoll über seine Zunge rollen, als würde er eine Köstlichkeit preisen. Die Liebe seines Untergebenen mit Füßen zu treten gestattete ihm ein unverhofftes Fest, und er genoss was ihm dargeboten wurde.

Elhin tat das einzige, was ihm einfiel, um für den Moment bei Verstand zu bleiben. Er schloss die Augen und dachte an die letzten Wochen: an die kleinen Blicke und Gesten seiner Liebsten, gekrönt von einem ganzen Abend, den er vor vier Tagen mit ihr am gleichen Tisch hatte verbringen dürfen.

Ja, er würde seine Aufgabe annehmen. Erneut einen Fluch abwenden und so dem Wunsch der Seherinnen nachkommen. Wenigstens hatten sie Gnade walten lassen. Hatten ihm diese Aufgabe übertragen und keinem höherrangigen Krieger. Und keinem General. An diesem Funken Hoffnung klammerte sich Elhins Geist derart fest, dass sein Kopf schmerzte. Vielleicht waren das aber auch die Tränen, die er sich selbst versagte.

"Wird sie sich nach dem morgigen Tag an mich erinnern können?", fragte er leise. Die Angst, wie die Antwort seines Befehlshabers ausfallen würde, schnürte ihm endgültig die Kehle zu.

"Oh ja", lächelte der General selbstgefällig. "Schließlich hast du die zweifelhafte Ehre, dass sie jetzt deiner Verantwortung untersteht. Jedenfalls bis wir haben, was nur sie uns geben kann."

"Ich werde meinem Schicksal gerecht werden, Herr", antwortete Elhin nach einer Weile. Und er wusste nur zu gut, dass sein Befehlshaber ausweichende Antworten hasste.

"Gut", entgegnete der General kalt. "Un

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