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Das Experiment Roman von Strugatzki, Arkadi (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.08.2018
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Das Experiment

In Das Experiment erzählen Arkadi und Boris Strugatzki die Geschichte des linientreuen russischen Astronomen Andrej Woronin, der in einer von der Außenwelt abgeschotteten Stadt an einem rätselhaften Experiment teilnimmt. Doch wer sind die anderen Teilnehmer? Welche Geheimnisse verbergen sie? Und was ist eigentlich der Sinn des Experiments? Als sich eigenartige Vorfälle in der Stadt häufen, muss Woronin mit einem Mal alles, woran er bisher geglaubt hat, infrage stellen ...

Arkadi (geboren 1925, gestorben 1991) und Boris (geboren 1933, gestorben 2012) Strugatzki zählen zu den bedeutendsten und erfolgreichsten russischen Autoren der Nachkriegszeit. Ihre Romane sind nicht nur faszinierende Parabeln über die Stellung des Menschen im Universum, sondern auch schonungslose Abrechnungen mit Ideologiegläubigkeit und Personenkult. Viele ihrer Romane wurden verfilmt - darunter Andrej Tarkowskijs Stalker nach Picknick am Wegesrand.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 624
    Erscheinungsdatum: 13.08.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641221744
    Verlag: Heyne
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Das Experiment

VORWORT VON DMITRY GLUKHOVSKY

Kein westlicher Science-Fiction-Autor, ob Amerikaner oder Europäer, wurde jemals so berühmt, wie es die Brüder Strugatzki in der Sowjetunion waren. Wenn in den 1970er-Jahren ein neues Buch von ihnen erschien - in einer Erstauflage von einer halben Million - hatten nur wenige das Glück, dieses auch sofort lesen zu können. Im Jahre 1979 schließlich brachte Andrej Tarkowskis Film Stalker - der auf dem Roman "Picknick am Wegesrand" basiert - den Brüdern Strugatzki auch die Anerkennung der sowjetischen Intelligenzija. Eine Filmadaption des Romans "Der Montag fängt am Samstag an" wurde 1982 ein bislang unerreichter Publikumserfolg. Aber schon lange zuvor standen Verwandte, Freunde und Arbeitskollegen immer sofort in der langen Schlange an, um eines dieser halben Million Exemplare zu ergattern. Niemand ließ sich vom Warten abschrecken. Wir waren es gewohnt, für wertvolle Dinge Schlange zu stehen. Einen Monat für ein Buch, fünf Jahre für ein Auto, zehn Jahre für eine Wohnung ...

Der Unterschied lag allerdings nicht einfach nur im Bekanntheitsgrad der Brüder Strugatzki. Sie waren jedem literaturinteressierten Menschen in der Sowjetunion ein Begriff, aber es gibt natürlich auch westliche Science-Fiction-Autoren, die so gut wie jeder kennt.

Der Unterschied lag in der Erwartungshaltung der Leserschaft.

Im Westen war Science-Fiction immer eher etwas für Träumer. Westliche Science-Fiction-Literatur bedient, damals wie heute, eine Nische, deren Größe Jahr für Jahr schwankt.

In der Sowjetunion war Science-Fiction dagegen ein fester Bestandteil des Mainstreams. Die Kommunistische Partei und die Regierung arbeiteten an einem bombastischen Projekt mit dem Ziel, die Gesellschaft, den Staat, das Individuum und letztlich die ganze Welt komplett umzukrempeln. Gegen ein derart fantastisches Vorhaben waren selbst die kühnsten Schriftstellerfantasien kaum mehr als ein Vorgeschmack auf das, was bald kommen würde. Die gängige sowjetische Science-Fiction-Literatur - darunter auch die frühen Werke der Strugatzkis - nahm uns mit in diese von den Ideologen versprochene strahlende und gerechte Zukunft, in der der Kommunismus den Sieg davongetragen hat und seit langer Zeit Frieden auf der Welt herrscht. Eine Zukunft, in der Russisch die Sprache des internationalen Austauschs ist und sich Erzählenswertes nur noch an abgelegenen Orten unserer Galaxie ereignet, Orte, zu denen die Erdenmenschen Fortschritt und Wohlstand bringen.

Verglichen damit war die Gegenwart in der Sowjetunion hart, aber die Mangelwirtschaft schien gerechtfertigt: Wir alle zusammen, als Nation, standen einfach nur für eine bessere Zukunft in der Schlange an. Und die Science-Fiction-Autoren fühlten sich verpflichtet, uns zu zeigen, was das Schicksal in den strahlenden Schaufenstern des kommunistischen Paradieses bereithielt: Sieh mal, wenn du dich auf die Zehenspitzen stellst, kannst du schon das Ende der Schlange erkennen ... In den frühen 1960er-Jahren versprach Chruschtschow die Verwirklichung des kommunistischen Projekts für das Jahr 1980. Fünf Jahre für ein Auto, zehn Jahre für eine Wohnung, zwanzig Jahre für das Paradies. Man musste also nichts weiter tun, als lange genug am Leben zu bleiben. In diesem Paradies würden dann Vernunft und Menschlichkeit triumphieren, dort würde es ehrlich und gerecht zugehen. In diesem Paradies, so versprach man uns, würde alles kostenlos verfügbar sein, die Gesellschaft würde von jedem nur das fordern, was er geben konnte, und jedem das geben, was er brauchte. An diesen Plan wollten wir gerne glauben.

Auch die Brüder Strugatzki wollten gerne daran glauben. Sie waren während des Krieges in Leningrad aufgewachsen und vergaßen nie den Preis, zu dem der Sieg erkauft worden war. Oder den Preis, den wir für die großen kommunistischen Pr

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