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Das Fossil Roman von Clement, Hal (eBook)

  • Verlag: Heyne
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Das Fossil

Auf den Spuren einer legendären Zivilisation Der Planet Habranah ist eine Eiswelt, die sich nur sehr langsam dreht. Die der Sonne abgewandte Seite ist so kalt, dass Kohlendioxid ausfriert und Ammoniak so hart wie Stein wird. Auf der Seite, die der Sonne zugewandt ist, kann der Eisozean, der große Teile des Planeten bedeckt, zumindest teilweise auftauen. Hier befinden sich die meisten Forschungsstationen, denn Habranah ist alles andere als uninteressant: Kilometer unter der Eiskruste wurden Fossilien entdeckt, die möglicherweise die Überreste einer längst untergegangenen Spezies sind, die vor Urzeiten einmal über die gesamte Galaxis verbreitet war. Von dieser Spezies abzustammen würde beachtliches Prestige mit sich bringen. Deswegen wird die Ankunft eines menschlichen Forscherteams auf Habranah gar nicht gerne gesehen ... Hal Clement, eigentlich Harry Clement Stubbs, wurde 1922 in Somerville, Massachusetts geboren und studierte Chemie und Astronomie an den Universitäten Boston und Harvard. Seit den 1940er Jahren schrieb er Science Fiction unter dem Pseudonym Hal Clement. Seine Romane 'Die Nadelsuche' und 'Schwerkraft' gehören zu den Klassikern des Genres. Hal Clement starb 2003.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641213152
    Verlag: Heyne
    Größe: 930 kBytes
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Das Fossil

1

Wo Wind den Springer mehr quält als Gewicht

Der schneebedeckte Hang war lang und steil, und die Scheinwerfer, die ihr Mann aufgestellt hatte, erhellten die Piste so sehr, dass sie sich deutlich von den verstreuten Lichtern Pitvilles und dem viel dunkleren Hintergrund abhob: den Bergen des Festen Ozeans. Janice Cedar wusste, dass sie sich eigentlich hätte fürchten müssen. Theoretisch hätten solche Höhen jedem Furcht einflößen sollen, außer natürlich einem Crotoniten; doch in der Praxis, nach einem Standardjahr unter der Schwerkraft Habranhas, konnte sie sich problemlos über einen einhundert Meter hohen Eisgrat beugen, ohne sich dabei unwohl zu fühlen. Die Schwerkraft war einfach nicht stark genug, als dass diese Höhe ihr etwas ausgemacht hätte. Für ihren Ehemann und die wenigen anderen Erthumoi auf dem kleinen Planeten galt das gleiche.

Die Schwerkraftverhältnisse nahmen einem den Spaß am Skifahren. Selbst mit Tauchflüssigkeit gefüllte Flexpanzeranzüge erhöhten lediglich die Massenträgheit, sodass der starke Wind keine ganz so große Herausforderung mehr darstellte - obwohl diese Anzüge schwer genug waren, um die meisten Freizeitaktivitäten entweder weniger vergnüglich oder praktisch unmöglich zu machen.

Janice stieß sich ab und beschleunigte - wenn man die Bewegung tatsächlich als 'Beschleunigen' bezeichnen konnte -, und während sie die Rampe hinabschoss, erhöhte sich ihr Herzschlag nicht im Mindesten. Das bisschen Nervenkitzel, das man auf dieser Welt beim Skispringen verspüren konnte, würde erst später einsetzen.

Ihr Mann Hugh und ihr gemeinsamer Vorgesetzter, Ged Barrar, standen am oberen Ende des Hanges, sahen ihr zu und warteten darauf, dass auch sie an die Reihe kämen. Bevor Janice sich abstieß, hatte sie sich kurz gewünscht, sie könne wie die Naxianer Emotionen lesen. Barrar, der stellvertretende Verwaltungschef ihres Konzerns, war ein Samianer und vermutlich kaum objektiver als ein durchschnittlicher Erthumoi. Es war Janice ein Rätsel, wie jemand, der ihrer Ansicht nach keinen richtigen Körper besaß, sich für einen Erthumoi-Sport interessieren konnte. Zwar hatte Barrar sein Interesse für den Sport glaubhaft versichert, die Begründung des Samianers jedoch hatte Janice keineswegs überzeugt. Barrar räumte ein, dass die Cedars vermutlich genau wüssten, was sie taten, wenn sie auf schmalen Brettern durch die Gegend glitten, um 'Spaß' dabei zu haben; die zuträgliche Wirkung, die diese Emotion auf die Arbeitsmoral der Leute ausübe, sei nicht von der Hand zu weisen, er hingegen könne aber nicht wirklich nachempfinden, was 'Spaß' genau sei. Barrar bestand darauf, dass diese Form der menschlichen Freizeitbeschäftigung im Detail untersucht werden müsse, da Hugh schließlich derjenige sei, der für Sicherheitsfragen zuständig war. Hugh vermutete, jemand in der Verwaltungsabteilung bezweifele ernsthaft, dass Erthumoi (oder zumindest der spezielle Erthuma namens Hugh Rock Cedar) wirklich begriffen, was das Wort Risiko bedeutete. Immerhin, dachte er, hat man in höchsten Kreisen gewisse Vorbehalte gehabt und sich gefragt, ob es klug sei, mich als Sicherheitschef einzustellen.

Anfangs hatte Hugh sich kaum Sorgen gemacht: Wie seine Frau fürchtete er auch sich aufgrund der geringen Schwerkraft kaum davor abzustürzen und hielt das Skispringen auf dieser Welt für ungefährlich. Er nahm an, dass die Samianer sogar noch weniger Bedenken hatten, da auf einem Großteil ihrer Planeten hohe Schwerkraft herrschte und der Körper eines Samianers natürlich weniger anfällig für Verletzungen war. Auf Habranha hielten sich nicht viele Fremdweltler auf. Größtenteils waren es Forscher, Repräsentanten der Diplomatengilde, oder heutzutage auch immer mehr individuelle Vertreter aller Sechs Spezies, die sich für die Hypothese interessierten, die intelligenten Habra seien womöglich die Nachfahren der Siebten

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