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Das Gewölbe des Himmels 4 Die Verbündeten von Orullian, Peter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.10.2015
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Das Gewölbe des Himmels 4

Um ein Bündnis gegen das Böse zu schmieden, bedarf es großer Opfer! Tahn Junnell reist nach Estem Salo, um den Magierorden der Sheson davon zu überzeugen, sich dem Kampf gegen den Vergessenen anzuschließen. Doch diese Aufgabe ist weit komplizierter als erwartet, denn der Orden ist tief gespalten, und ihr Anführer ist in eine alte Fehde mit Tahns Mentor Vedanji verstrickt. Da erfährt Tahn von einer zweiten Prophezeiung, die sich auf ihn beziehen könnte. Ist er gar nicht derjenige, der die Welt von dem Vergessenen befreien soll? Wird er ihr vielmehr den Untergang bringen? Peter Orullian wurde 1969 in Salt Lake City, Utah, geboren. Neben der Musik ist seine zweite große Leidenschaft das Schreiben. Er fühlt sich in vielen Genres heimisch, doch vor allem hat er sich mit seiner epischen Saga Das Gewölbe des Himmels in der Fantasy einen Namen gemacht. Heute lebt er mit seiner Frau im Nordwesten der USA.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 576
    Erscheinungsdatum: 19.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641125240
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: The Vault of Heaven 2. Trial of Intentions (Part Two)
    Größe: 1146 kBytes
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Das Gewölbe des Himmels 4

2

ABSICHTENPRÜFUNG

Absichten sind vielleicht die prägendste Eigenschaft des Menschen. Sie verleihen ihm die Fähigkeit, vorauszudenken und seinen animalischen Überlebensinstinkt zu ignorieren, und damit auch die Entschlossenheit, nach einem Ideal zu streben.

(Auszug aus der Verteidigung der ersten Absichtenprüfung, verwahrt in den Archiven von Estem Salo)

T haelon betrat den Verhandlungssaal und stellte fest, dass jeder Platz besetzt war und das Raunen leiser Gespräche in der Luft lag. Der weitläufige Saal verfügte über einige hundert Sitze in sanft ansteigenden Reihen und zwei Ränge, die mehrere hundert zusätzliche Plätze boten. Die kunstvolle, dreißig Schritt hohe Decke war hell erleuchtet, und jenseits der Bühne, auf der die Debatte stattfinden würde, hatte man einen unverstellten Blick auf Estem Salo. Der Saal war ohne Rückwand errichtet worden, um den Verhandlungen, denen diese Halle dienen sollte, eine eindrucksvolle Kulisse zu verleihen.

Das Gemurmel verstummte, als Thaelon vorüberkam: Einiges davon klang ehrerbietig, anderes anklagend. Die Kluft, die seine Bruderschaft spaltete, trat deutlicher denn je zutage.

Er ließ die großen Wandgemälde auf sich wirken, mit denen die gewaltigen Mauern beiderseits der ansteigenden Sitzreihen verziert waren. Anders als in der Galerie, wo er sich auf diesen Augenblick vorbereitet hatte, waren hier Zivilprozesse dargestellt, die teilweise erregte Streitgespräche mit sich brachten, aber keine Todesfälle nach sich zogen. Der Gedanke, dem dieser Saal geweiht war, war der des Disputs und des Abwägens.

Auf der erhöhten Bühne vor den Sitzreihen saßen zur Rechten vier Shesonexemplare - diejenigen, die den Bereichen der Argumentation, Aussprechlichkeit, Einsicht und Rhetorik vorstanden - als Richtertribunal. Zur Linken stand an einem den Richtern zugewandten Pult der erste Sheson, dem der Prozess gemacht werden sollte. Er war ein Mann mittleren Alters und selbst Ethiklehrer. Sein Name lautete Toyl Delane. Er war Vater und ein Mensch, dessen Haare immer zerzaust wirkten.

Thaelon stieg auf die Bühne und stellte sich vor seine Richter. "Sind wir bereit zu beginnen?"

Er hatte Raalena den ganzen Morgen nicht gesehen, aber jetzt stand sie plötzlich neben ihm. Sie sagte nichts, aber schon ihre Gegenwart allein trug dazu bei, ihn ein wenig gelassener zu machen.

"Toyl." Warrin, derjenige seiner Exemplare, der in Geschichte und Glauben am besten bewandert war, sprach den Namen leise aus. "Er hat sich freiwillig gemeldet, der Erste zu sein. Ich vermute, er hat vor, eine Rede zu halten."

Thaelon schenkte Warrin ein Lächeln, das vor allem dazu dienen sollte, ihn selbst zu beruhigen, und schritt in die Mitte der Bühne. Zuerst sah er aus der offenen Rückseite des Saals auf das langgestreckte Panorama seiner Stadt hinaus. Es war ein großartiger Anblick. Tausend Dächer. Mehr als tausend. Und jenseits davon die hohen Berge und bewaldeten Hügel der Dividen. Das alles verlieh ihm die nötige Standfestigkeit für seine Aufgabe.

Er drehte sich um und wandte sich den Sitzreihen zu. Stimmen verstummten. Er wartete mehrere Augenblicke lang und sprach dann so wie ein Mensch, der sich an einen Freund wendet: "Ich berufe keine Absichtenprüfung leichtfertig ein. Wir sind hier, weil echte Gefahr besteht." Thaelon blieb stehen, wo er war. Er würde nicht auf und ab gehen und seine Worte auch nicht mit theatralischen Gebärden unterstreichen. "Ich habe viele lange Tage mit den Vorbereitungen darauf zugebracht. Während ich zu keinem Zeitpunkt Zweifel daran hatte, dass die Absichtenprüfung notwendig ist, wünsche ich mir schon die ganze Zeit über, sie wäre nicht vonnöten, und ich bin nicht stolz auf das, was gleich geschehen wird."

Aus dem zweiten Rang war ein wenig Getuschel zu hören.

Thaelon beachtete es gar nicht. "Absichtenprüfungen sind selten", räumte er ein. "Soweit ich weiß, sind sie in unserem Kreise

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