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Das Haus Zamis 38 - Und mit mir die Finsternis von Corvo, Catalina (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.06.2014
  • Verlag: Zaubermond Verlag
eBook (ePUB)
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Das Haus Zamis 38 - Und mit mir die Finsternis

Mit Hilfe ihres Begleiters, Fürst Helmut von Bergen, gelingt es der Hexe Coco Zamis in letzter Sekunde aus der Gefangenschaft des russischen Patriarchen und Dämons Theodotos Wolkow zu fliehen. Ab sofort ist die Jagd auf sie eröffnet. Doch Coco denkt nicht daran, Moskau zu verlassen. Nicht, bevor sie herausgefunden hat, wo sich das legendäre Schwarze Zimmer befindet, auf das sich angeblich Wolkows Macht stützen soll ... Der 38. Band von 'Das Haus Zamis'. 'Okkultismus, Historie und B-Movie-Charme - ?Dorian Hunter? und sein Spin-Off ?Das Haus Zamis? vermischen all das so schamlos ambitioniert wie kein anderer Vertreter deutschsprachiger pulp fiction.' Kai Meyer enthält die Romane: 92: 'Ljudmilja' 93: 'Und mit mir die Finsternis'

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 206
    Erscheinungsdatum: 06.06.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955722388
    Verlag: Zaubermond Verlag
    Größe: 460 kBytes
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Das Haus Zamis 38 - Und mit mir die Finsternis

2.

Michael Zamis, Wien

Missmutig betrachtete der Hexer die Kugel mit dem handtellerbreiten Durchmesser, die aus reinem Obsidian bestand. Obwohl er den Raum mehrfach nach magischen Spuren abgesucht hatte, fand er keine Erklärung, wie sie in sein Arbeitszimmer und auf seinen Schreibtisch gelangt war.

Ein Affront gegen das Haus Zamis. Schon wieder war ein Unbekannter ins Haus eingedrungen. Ein wütendes Knurren entrang sich Michaels Kehle. Nachlässig. Sie waren alle nachlässig geworden.

Sonst hatte sich die Familie schnell von den Angriffen anderer Mächte erholt. Aber seit Coco, das kleine Miststück, einfach so ihre eigenen Wege ging, klappte nichts mehr so, wie es sollte. Jeder Tag brachte neue und unangenehme Überraschungen.

Der unbekannte Eindringling hatte sich enervierenderweise nicht nur klug angestellt, sondern auch ein Gastgeschenk hinterlassen.

Grübelnd betrachtete Michael die rätselhafte Kugel. Das Geheimnis ihrer Herkunft widersetzte sich selbst magischen Untersuchungsmethoden. Immerhin ahnte er, um welche Art Gegenstand es sich handelte. Die Kugel war eine Botschaft. Für ihn allein bestimmt.

Schließlich setzte er sich an seinen Schreibtisch und gab der Kugel ein magisches Kommando.

Wie erwartet flackerte in ihrem Inneren ein Licht auf. Schatten tanzten vor der magischen Flamme und verdichteten sich schließlich zu einem kleinen, aber klaren Bild. Es fesselte Michaels Aufmerksamkeit und zog ihn ganz in seinen Bann.

Vor seinem geistigen Auge erschien Coco. Seine Tochter schwebte. Nein. Sie stürzte. Sie fiel von einem Hochhaus hinein in eine Straßenschlucht. Doch kurz vor dem Aufprall zog eine schwarze Wolke vorüber und hüllte Cocos Körper ein. Schwarz glänzende Schwingen und blitzende Schnäbel. Innerhalb von Sekunden waren sie überall. Ein lautstark krächzender Schwarm aus Raben.

Dann wurde Michael schwarz vor Augen. Als er sie wieder aufschlug, war die Kugel erloschen.

Er war, was die Herkunft des Gegenstandes betraf, nicht schlauer als zuvor. Unzufrieden grübelte er, wer ihm diese seltsamen Bilder geschickt hatte. Und was der Unbekannte damit sagen wollte. Dass Coco tot war? Einen solchen Sturz konnte sie unmöglich überlebt haben. Aber ihren Tod hatte er zu keinem Zeitpunkt gespürt. Weder beim Betrachten der Kugel, noch zuvor. Obwohl Coco alle Bindungen zur Familie zerrissen hatte, würde sie niemals aufhören, eine Zamis zu sein.

Eigentlich war sich Michael sicher, dass Cocos Tod ihm nicht verborgen bleiben konnte. Er spürte es, wenn sein eigen Fleisch und Blut das Leben aushauchte, als würde eine Kerzenflamme verlöschen. Eigentlich. Es war so viel geschehen, und Coco immer mittendrin. War es möglich, dass sie selbst oder jemand anderes ihr Band zur Familie endgültig durchtrennt hatte? Wenn für ihre engsten Verwandten nicht einmal ihr Tod mehr zu spüren war, hieß es, dass sie sich bereits zu weit von der Familie entfernt hatte? Oder bedeutete es bloß, dass ihn der mysteriöse Absender der Botschaft auf eine falsche Fährte locken wollte?

Da Michael jedoch weder in seinen Gedanken noch bei weiterem Untersuchen der Kugel eine Lösung fand, beschloss er schließlich widerwillig, den Rest der Familie einzuweihen. Zumindest den kümmerlichen Rest, mit dem noch etwas anzufangen war.

Die Besprechung fand wie üblich im Wohnzimmer statt. Michael besserte seine Laune mit Whisky auf, Georg hielt sich an Espresso. Nur seine Gattin Thekla rührte ihren Gintonic nicht an.

Sie war noch immer viel zu apathisch für Michaels Geschmack. Aber er weigerte sich, die Hoffnung aufzugeben. Seine Frau war stark. Sie hatte schon unzählige Feinde überlebt und Anschlägen standgehalten. Sie war durch und durch eine Zamis und würde sich auch diesmal nicht unterkriegen lassen. Es hatte Momente gegeben, wo er geglaubt hatte, dass sie wieder die Alte sei. Doch seit heute war sie wieder in ihre Letharg

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