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Das Imago-Projekt Roman von Corvus, Robert (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.04.2018
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Das Imago-Projekt

Für die letzten freien Menschen, die in einem Schwarm aus 28 Großraumschiffen durch die Galaxis ziehen, ist die zerstörte Erde nur noch eine ferne Erinnerung. Verfolgt von gnadenlosen Feinden stoßen sie auf eine Intelligenz, die fremder nicht sein könnte: Eine gigantische Sphäre umhüllt einen Stern. Wer immer dort lebt – er beweist schon beim Erstkontakt, dass er der Menschheit weit überlegen ist. Aber die Kommunikation mit der Sphäre gestaltet sich schwierig und Hinweise auf ein sogenanntes Imago-Projekt deuten auf eine verstörende Wahrheit hin. Das Militär rüstet zum Kampf gegen die Sphäre, doch Kara Jeskon glaubt fest an ihren Traum, dass es jenseits der Konflikte auch die Chance auf Frieden gibt. Kann sie den Kontakt zur geheimnisvollen Sphäre nutzen, um der Menschheit eine Zukunft zu eröffnen, die sie mit sich selbst und dem Universum versöhnt? Robert Corvus, 1972 geboren, lebt in Köln. Der Diplom-Wirtschaftsinformatiker war in verschiedenen internationalen Konzernen als Strategieberater und Projektleiter tätig. Corvus ist Metalhead, Kinofan und Tänzer. Er veröffentlichte zahlreiche Romane in den Reihen "Das schwarze Auge" und "Battletech" sowie einen apokalyptischen Vampirthriller. Mit der Trilogie "Die Schattenherren" und dem Einzelroman "Schattenkult" etablierte er sich auf der dunklen Seite der Fantasy. Zuletzt erschienen sein Science-Fiction-Roman "Das Imago-Projekt" sowie sein High-Fantasy-Epos "Die Schwertfeuer-Saga".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 512
    Erscheinungsdatum: 03.04.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492990776
    Verlag: Piper
    Größe: 2244 kBytes
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Das Imago-Projekt

2

Gläubige

Mit gespreizten Fingern drückte Berglen die Hand auf die fleischige Wand. Mutter war beinahe so warm wie sein eigener Körper. Kaum merklich zog sich die Wand zurück, verharrte kurz, um dann gegen seine Hand zu drücken. Alles im lebenden Raumschiff veränderte sich, wuchs, schrumpfte, starb ab, trieb erneut Knospen aus. Leuchtkugeln, manche klein wie Erbsen, andere so groß wie eine Faust, kreisten durch das Aderngeflecht, das die organische Substanz der SQUID durchzog. Ihre Bewegung schuf überall an Bord veränderliche Helligkeit.

Erwartungsvoll sah Arquila ihn an. Die Neunzehnjährige war kein Liebling der Mutter, sie war taub für den Gesang des lebenden Schiffs, das in seinem Leib fünfundzwanzigtausend Menschen ein Zuhause mit atembarer Luft, Nahrung und - eine Singularität innerhalb des Schwarms - sogar permanenter Schwerkraft bot. Vielleicht hoffte Arquila, dass sie Mutters Stimme doch noch irgendwann vernähme, obwohl es praktisch niemals vorkam, dass dieser Sinn in ihrem Alter noch erwachte. Berglen erinnerte sich an kein einziges Mal. Aber Arquilas Sehnsucht, zum Kreis der zweihundert Zoëliker an Bord zu gehören, mochte ihren Eifer erklären.

Ihre ohnehin dürre Gestalt verlängerte sich im überaus schlanken Kopf. Er wirkte lang gezogen, vor allem der Bereich zwischen Mund und Augen, den eine schmale Nase teilte. Aus ihren roten Locken schoben sich große Ohrmuscheln, die in mehreren Spitzen ausliefen. Sie trug einen schwarzen Kampfanzug, der eng wie eine ledrige Haut anlag. Auf seiner Oberfläche schimmerten Reflexionen der besonders hellen Lichter. Als Einzige im fünfköpfigen Einsatzteam hatte sie keine Handschuhe angelegt, sie war stolz auf die Zeichnung, die Mutter ihr gegeben hatte. Grüne Ringe wölbten sich aus ihrer Haut, Arquila benutzte sie manchmal als Saugnäpfe.

Die Soldaten hielten Sonicschocker bereit, ihre Gesichter verrieten ruhige Entschlossenheit. Sie würden die Rotraumjünger zur Strecke bringen, aber dazu bedurften sie Berglens Führung.

Die Gruppe stand in einem ellipsoiden Raum mit ungewöhnlich hartem Boden. Ebenso wie die blaugrüne Farbe des Schiffsgewebes deutete das darauf hin, dass sie sich nahe an der Außenhülle befanden. Nichts anderes hatte Berglen erwartet.

Hier hatte die Gütige Mutter ihren Bewohnern gestattet, eine Vielzahl technischer Geräte in ihrem Fleisch zu verankern. Zwischen den Adern verliefen auch Kabelstränge, die zu Sensorplatten, Hangars oder Geschützbuchten führten. Über Gänge, die sich ebenso bewegten wie die Wand unter Berglens Hand, waren sie zu erreichen.

Er schloss die Augen und horchte in sich hinein. Um den richtigen Weg zu finden, musste er auf Mutters Gesang lauschen. Er hörte ihn nicht immer, und auch wenn er sie rief, ignorierte sie ihn oft. Aber jetzt vertraute er auf ihre Hilfe, schließlich war diese Suchaktion in ihrem Interesse. Jedenfalls hatte man ihm das gesagt.

Die Stille in seinem Innern nährte die Zweifel, die Berglen niemals verließen, auch wenn er mit niemandem darüber sprach. Rila hatte ihm befohlen, die Rotraumjünger zu ihr zu bringen. Die SQUID hatte die Frau, die von der MARLIN zu ihnen gekommen war, berührt. Das Ausmaß ihrer Veränderungen ließ keinen anderen Schluss zu, als dass es gerechtfertigt war, sie mit 'Erwählte' anzusprechen. Darüber hinaus war sie die Gefährtin von Ugrôn, der diesen Titel schon länger trug und offensichtlich in der Gnade der Gütigen Mutter stand. Rila hatte ihr gemeinsames Kind an Bord gebracht. Wenn die Zoëliker über die drei redeten, nannte man sie 'die Rote Familie'.

Aber bedeutete das, dass Rila immer Mutters Willen verkündete?

Berglen vermutete, dass Mutter sehr genau über jeden Vorgang Bescheid wusste, der sich in ihrem Leib abspielte. Er hatte ihren fürchterlichen Zorn erlebt. Erst vor Kurzem, im Zuge des Umbruchs durch Ugrôns Erwählung, hatte sie knapp davorge

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