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Das Lied von Usgar von Salvatore, Robert A. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 03.12.2018
  • Verlag: Cross Cult
eBook (ePUB)
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Das Lied von Usgar

Nachdem Aoleyn ihre Eltern verloren hat, muss sie sich allein in einem Stamm bösartiger Barbaren behaupten. Sie träumt davon, in die Welt jenseits ihrer Bergheimat zu entkommen. Die einzige Hoffnung, die Freiheit zu erlangen, besteht darin, das Lied von Usgar zu erlernen, die mysteriöse Kraft des magischen Zirkels ihres Stammes. Glücklicherweise scheint Aoleyn die mächtigste Hexe zu sein, die jemals gelebt hat. Doch die Magie hat ihren Preis. Adeys Fähigkeiten wecken nicht nur das Interesse des brutalen Stammesführers, sondern auch das des Dämons der Berge, der all jene jagt, die über die Macht des Zirkels verfügen. Aoleyns Talent macht sie zu einem Signalfeuer in der Nacht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 600
    Erscheinungsdatum: 03.12.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959818131
    Verlag: Cross Cult
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Das Lied von Usgar

Der Mond rief sie herbei, die Beschwörung des Bluts. Die Fossa, lang und schlank und an den Boden gepresst, kroch durch den unterirdischen Tunnel, dessen Decke in einigen Abschnitten so tief hing, dass ihr kaum drei Handbreit Platz blieben, um sich hindurchzuzwängen. Die dämonische Kreatur spürte jeden spitzen Stein und jede Unebenheit, denn das schüttere Fell an ihrem sechs Fuß langen Körper war kaum der Rede wert. Nur einige Büschel zeigten sich auf ihrer geröteten, von Beulen und Schwellungen bedeckten Haut. Ihr pfeilgerader Schwanz, der es auf eine Länge von drei Fuß brachte, war flach und hart mit einer Spitze, deren glatte Seiten die Schärfe einer Sense besaßen.

Sie lief wie eine Katze auf vier weichen Pfoten, die tödlichen Krallen eingezogen, und bewegte sich abgesehen vom gelegentlichen Schaben ihres harten Schwanzes über den Boden völlig lautlos.

Die dämonische Kreatur verließ den engen, gewundenen Tunnel und gelangte in einen Gang mit höherer Decke, wo sie innehielt und tief durchatmete. Sie sog den Geruch des Lebens im Berg ein und lauschte dem Lied der Bergmagie, Empfindungen, die die Bestie mit einem von Wahnsinn durchsetzten Hass erfüllten.

Seit vielen Monaten saß sie bereits in ihrem Mordnest fest, in der Dunkelheit, während dieses Lied, das sie in den Wahnsinn trieb, vom Gestein widerhallte. In all dieser Zeit war sie nicht imstande gewesen, loszuziehen und die Sänger zu töten. Auch hatte sie ihre Wut nicht an einem Tier oder einem Menschen oder einem Sidhe auslassen können. Denn im Licht der Sonne, der Sterne oder bei gewöhnlichem Mondlicht war das Lied zu stark und hätte die Fossa zurück in die Höhle getrieben.

Doch nicht in dieser Nacht. In dieser Nacht war der Mond rot, ein Blutmond, und die Fossa konnte herauskommen.

Und Blut schmecken.

Und Magie verzehren.

Und die Sänger zum Schweigen bringen.

Sie verfiel in einen leichten Galopp, hastete schneller voran, durch den Gang und in die kleine Höhle, zu ihrem Eingang. Dort blieb die Fossa stehen und sah hinauf in den Nachthimmel zu dem riesigen Vollmond, der in düsterem Rot im Dunkeln hing.

Er versprach Nahrung.

Was würde sie in dieser Nacht töten? Die Knochen welches Wesens würden auf dem Abfallhaufen in ihrem Bau am Ende des langen Wegs landen? Die Kehle welches Sängers würde sie in ihrem Maul zerquetschen?

Unter dem roten Mond trat sie endlich ins Freie. Hunger drängte sie zur Jagd.

Vielleicht ein Reh. Vielleicht ein Bär, ein Warzenschwein oder ein großer Roc, ein riesiger Bergwidder oder einer dieser hässlichen Sidhe-Humanoiden. Keiner von ihnen weckte Zweifel bei der dämonischen Fossa. Keiner hatte ihrer Brutalität etwas entgegenzusetzen. Doch keiner war sonderlich schmackhaft und würde den Dämon mit dem Genuss erfüllen, nach dem er sich sehnte.

Etwas ließ die Kreatur unmittelbar vor dem mit Knochen übersäten Eingang ihrer Höhle innehalten. Zuerst waren die Vibrationen, die in der Nachtluft mitschwangen, nur ein Kitzeln, das sie zu necken schien, doch dann wurden diese Funken stärker, stechend und unangenehm. Die Kreatur stieß ein wildes Knurren aus, das von der Flanke des Berges widerhallte, eine Warnung, ein Protest gegen die schmerzhafte Störung, gegen die unerträgliche Resonanz der Magie.

Es war wie Salz in der Wunde - nicht der Schmerz, denn die Fossa litt unablässig unter Schmerzen, sondern die Vibration der Magie, ein unaufhörliches Stechen, gegen das kein Kratzen half.

Wie sehr die dämonische Fossa Magie hasste! Ihr endloses Lied, gesungen von einer einzigen Stimme, ein durchdringendes, unaufhörliches Läuten, eine einzelne, nicht enden wollende Note, die durch den Körper der Kreatur hallte und nur eine Botschaft mit sich brachte: Mord./sp

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