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Das Netz Roman von Hohlbein, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.02.2014
  • Verlag: dotbooks GmbH
eBook (ePUB)
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Das Netz

'Was ist, ich soll Angst vor dem Tod haben?', fragte Gabriel. Er lachte rau. Der Klang seiner Stimme kam ihm selbst fremd vor, aber die Worte brachen aus ihm heraus, ohne dass er sie aufhalten konnte. 'Sie sind ein Narr. Sie können mich töten, wenn Sie es wollen. Aber Sie können mich nicht dazu bringen, Ihr Spiel nach Ihren Regeln weiterzuspielen.' Berlin im Jahr 2033: Gabriel Richter ist Bibliothekar - und arbeitet gelegentlich als Drogenkurier im 'Netz', einem intelligenten, digitalen Raum, in dem die Grenze zwischen Realität und Cyberspace verschwimmt. Als ihm eines Tages die Netzpolizei auf die Schliche kommt, muss Gabriel fliehen. Eine gefährliche Reise durch das Netz beginnt, auf der ihm unvorstellbare Gefahren begegnen und an deren Ende er auf eine schreckliche Wahrheit stößt ... Wird die Welt längst nicht mehr von den Menschen beherrscht? Ein visionärer Roman, realistisch und fantastisch zugleich! Jetzt als eBook: 'Das Netz' von Wolfgang Hohlbein. dotbooks - der eBook-Verlag

Wolfgang Hohlbein, 1953 in Weimar geboren, ist Deutschlands erfolgreichster Fantasy-Autor. Der Durchbruch gelang ihm 1983 mit dem preisgekrönten Jugendbuch MÄRCHENMOND. Inzwischen hat er 150 Bestseller mit einer Gesamtauflage von über 44 Millionen Büchern verfasst. 2012 erhielt er den internationalen Literaturpreis NUX. Der Autor im Internet: www.hohlbein.de Bei dotbooks veröffentlichte Wolfgang Hohlbein die ELEMENTIS-Trilogie mit den Einzelbänden FLUT, FEUER und STURM, die große ENWOR-Saga sowie die Romane DAS NETZ, IM NETZ DER SPINNEN und FLUCH - SCHIFF DES GRAUENS.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 541
    Erscheinungsdatum: 25.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955205485
    Verlag: dotbooks GmbH
    Größe: 625kBytes
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Das Netz

1. Kapitel

Laura starrte wütend auf ihre antike Swatchuhr aus dem Jahre 1987. Der Kerl ließ sie jetzt bereits eine Viertelstunde warten vor seiner Tür, ohne jegliche Rücksicht auf die Gepflogenheiten. Persönlicher Kontakt war im Berlin dieser 30er Jahre nur noch selten erwünscht, und schon gar nicht, wenn es sich um einen normalen beruflichen Vorgang handelte. In einer Zeit, in der über das Netz jeder überall erreichbar war, galt es als schwerer Verstoß gegen die guten Sitten, einen anderen Menschen vor Ort festzuhalten, nur weil man mit ihm sprechen wollte.

Vor allem ärgerte es sie, dass diesmal nicht sie am Drücker war. Der Kerl hatte Macht, wahrscheinlich mehr Macht als sie und die gesamte StaPo zusammen. Und besonders übel war, dass er sie demonstrierte, ihr mit einer einfachen Geste klarmachte, dass sie ein Nichts war, ein winziges Rädchen in einem Getriebe, das Männer wie er in Gang hielten.

Am liebsten wäre sie aufgesprungen und rausgerannt oder hätte zumindest über das Netz Erkundigungen eingeholt über Oberst Michael Müller vom Netz Abschirm Dienst, dieser dubiosen Organisation, die unter dem Kürzel NAD außerhalb des Sichtfelds normaler Bürger zu einem der wichtigsten Machtfaktoren Berlins geworden war. Aber das war natürlich Schwachsinn, denn das Netz würde ihr, einer kleinen Polizistin, keine Auskunft über den NAD geben.

Sie versuchte sich ins Gedächtnis zu rufen, was sie über den NAD wusste. Er war gleich in der Zeit des Netzaufbaus vor dreißig Jahren ins Leben gerufen worden, um, wie es hieß, ein für alle Mal terroristische Anschläge gegen die Hauptschlagader des Landes auszuschließen. Und er hatte von Anfang an im Verborgenen gewirkt, und immerhin so effizient, dass in der Tat schwere Angriffe gegen das Netz nie publik wurden. Wenn es sie denn überhaupt je gegeben hatte.

Parallel dazu hatte die Stadtpolizei schleichend an Einfluss verloren. Die Bürger merkten kaum etwas davon, sie hatten in der Regel direkt nur mit der StaPo oder ERT-Beamten zu tun, die alle regulären Verstöße gegen das Netz verfolgten. Nominell unterstand die StaPo denn auch nicht dem NAD, doch in der Praxis sah das ganz anders aus. NAD und das Netz waren eng miteinander verwoben. Und das aus gutem Grund: Wer das Netz kontrollierte, konnte über seine virtuelle Welt so tief in die Gedanken und Seelen der Menschen eindringen, dass sie sich wie folgsame Lämmer alles gefallen ließen, statt aufzubegehren.

Vor Lauras Augen flackerte ein Neon auf mit der Aufforderung: "Bitte treten Sie jetzt ein." Sie biss sich auf die Lippe. Seit sie den Aufstieg aus der Unterwelt in die glitzernde Welt des Zwischendecks geschafft hatte, hatte sie sich nicht mehr so gedemütigt gefühlt. Mit einem Ruck richtete sie sich auf und trat auf die Tür von Oberst Müllers Dienstzimmer zu; im letzten Moment glitt die Tür mit einem fast erschrocken wirkenden Satz zur Seite.

Oberst Müller stand mit dem Rücken zur Tür, drehte sich jetzt aber um und blickte missbilligend in ihre Richtung. Sein weißer Anzug auf dunkelbrauner Haut verlieh ihm etwas Unwirkliches, so, als wäre er gar nicht hier, sondern ein aus Trugbildern zusammengesetzter Schemen. Graues Haar fiel ihm mit weißen Strähnen auf die breiten Schultern, und seine Augen – wahre Feuersteine in einem braunen Gesicht mit hundert Linien und Fältchen – strahlten hart und kalt.

Er musterte Laura ohne die Spur eines Lächelns und sagte dann ganz einfach: "Sie verstoßen gegen die Netz-Etikette."

Laura fühlte sich wie vor den Kopf gestoßen. "Ich tue was?", brachte sie schließlich hervor.

"Sie versto&

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