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Das Schiff Roman von Bear, Greg (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.08.2011
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Das Schiff

Eine Reise an die Grenzen der menschlichen Existenz
Ein gewaltiges Raumschiff gleitet durch das All, ohne Lebenszeichen und mit unbekanntem Ziel. Doch dann erwacht in einem der Lagerräume ein Mensch. Nackt und frierend findet er sich in einem Schiff voll tödlicher Gefahren wieder. Im Kampf mit schattenhaften Monstern und verräterischen Illusionen sucht er verzweifelt nach Antworten: Wer bin ich? Wohin fliegt dieses Schiff? Und: Werde ich überleben?

Greg Bear wurde 1951 in San Diego geboren und studierte dort englische Literatur. Seit 1975 als freier Schriftsteller tätig, gilt er heute als einer der ideenreichsten wissenschaftlich orientierten Autoren der Gegenwart. Etliche seiner Romane wurden zu internationalen Bestsellern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 08.08.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641061128
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Hull Zero Three
    Größe: 571 kBytes
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Das Schiff

Auf der Suche nach Wärme

L ieg nicht einfach so herum, steh auf!"

Immer noch zerrt die Kleine an mir und tanzt dabei auf dem gefrorenen Deck herum. Ich versuche mich zu bewegen, kann die Bewegungen jedoch nicht koordinieren. Und am ganzen Körper beginnt sich dabei die Haut zu lösen. Also leiste ich Widerstand. Vielleicht ist ja die Kleine an meiner schlimmen Lage schuld.

"Beeil dich! Gleich wird die Luft gefrieren!"

Ich kann nur stöhnen oder vor Schmerzen aufschreien. Ich hasse dieses magere Geschöpf. Wer ist die Kleine überhaupt? In welcher Beziehung steht sie zu mir? Jedenfalls nehme ich ihr übel, dass sie mich gewaltsam aus der Traumzeit geholt hat.

Ich drehe mich um, um nachzusehen, von wo ich gekommen bin. Und entdecke dabei in rötliche Säcke gehüllte Körper, die sich nach und nach aus einer grauen Wand schieben. Sie versuchen sich zu bewegen, schlagen um sich und wollen die Hüllen zerfetzen, aber die Säcke sind gefroren, so dass nur einzelne Stücke abspringen. Der Raum ist lang und hat eine niedrige Decke. Auf dem Boden warten Rollwagen. Manche Körper fallen auf die Karren und winden sich dort hin und her, aber sie bewegen sich wie in Zeitlupe und werden immer langsamer.

Sie werden alle erfrieren.

Ich schlage um mich und stoße die Kleine weg. Komisch, sie ermutigt mich sogar noch dazu. "So ist es richtig", sagt sie. "Tief durchatmen. Kämpfen. Beeil dich. Die Wärme schwindet jetzt sehr schnell."

Als ich mich aufrichte und hinstelle, erfasst mich Schwindel. "Hilf ... denen da drüben!", brülle ich. "Geh die da quälen!"

"Die sind schon tot", gibt sie zurück. "Du bist als Erster herausgekommen."

Aha, deshalb diese Sonderbehandlung. Diesmal wehre ich mich nicht, als sie nach meinem Arm greift. Ich habe zu starke Schmerzen, außerdem will ich nicht erfrieren. Durch eine hohe ovale Tür zerrt sie mich in einen langgestreckten Korridor, der in der Ferne, wo es hell ist, eine Linkskurve beschreibt und sich nach oben windet. Doch je weiter wir kommen, desto schneller weicht die Helligkeit zurück, verschwindet einfach.

Zurückweichen, welch seltsames Wort.

Die Kleine lässt mich einfach zurück und tänzelt voraus. Ihre Füße bleiben niemals lange an der eiskalten Oberfläche haften. Entweder schaffe ich es, zu ihr aufzuschließen, oder eben nicht.

Da es zu sehr wehtut, einfach stehen zu bleiben, stolpere ich ihr hinterher. Zwar kehrt etwas Kraft in meine Beine zurück, doch die Kälte saugt sie mir ebenso schnell wieder heraus. Das wird ein knappes Rennen.

Und es kommt noch schlimmer : Entlang des langen Korridors erkenne ich dunkle Streifen und Tausende von winzigen Leuchten, aber diese Lämpchen gehen eines nach dem anderen aus. Hinter mir stürzen Wände ein, deshalb dieses schreckliche Geräusch bei meinem Erwachen. Ich glaube, man nennt diese Wände "Schotts", vielleicht auch "Luken". Blinzelnd mustere ich die Wände und bemerke Nuten und Einkerbungen. An diesen Stellen können sich die Schotts heben oder senken. Sicher werden sie mich demnächst so von der folgenden Strecke des Korridors "abschotten", dass ich in der Falle sitze.

Das hier ist ein schlechter Standort, ausgesprochen ungünstig. Ich kann nur versuchen, weiter vorzurücken, zum Licht vor mir, das zurückweicht , immer schwächer wird. Bald wird es ringsum stockdunkel sein, wenn ich mich nicht beeile, die Kleine einzuholen - die winzige Gestalt in der Ferne, die nur aus um sich schlagenden Armen und Beinen zu bestehen scheint.

Jetzt beginne ich wirklich zu rennen, und die Beine machen sogar mit, während die Arme im Rhythmus pumpen. Die Luft erwärmt sich ein wenig, so dass ich wieder atmen kann, ohne dass es in den Lungen sticht. Wie die Kleine mir geraten hat, atme ich tief durch. Dabei fällt mir auf, dass sich Nebelwirbel von den Wänden lösen, die sich teilen, wenn ich hindurchlaufe. Während i

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