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Das Spiel der Götter (2) Das Reich der Sieben Städte von Erikson, Steven (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.05.2012
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Das Spiel der Götter (2)

Ein sinfonisches Epos ohnegleichen - Fantasy einer neuen Qualität! Das malazanische Imperium ist bis ins Mark erschüttert, doch Imperatrix Laseen sucht ihre Macht mit einer Säuberungswelle im Adel zu festigen. Da braut sich neues Unheil zusammen. Denn in der heiligen Wüste Raraku sammelt die Seherin Sha'ik ein Herr der Unzufriedenen, die nur darauf warten, die verhassten malazanischen Eroberer zu vertreiben. Steven Erikson, in Kanada geboren, lebt heute in Cornwall. Der Anthropologe und Archäologe feierte 1999 mit dem ersten Band seines Zyklus Das Spiel der Götter nach einer sechsjährigen akribischen Vorbereitungsphase seinen weltweit beachteten Einstieg in die Liga der großen Fantasy-Autoren.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 512
    Erscheinungsdatum: 31.05.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641089764
    Verlag: Blanvalet
    Originaltitel: Deadhouse Gates. The Malazan Book of the Fallen 2, Part 1
    Größe: 1363 kBytes
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Das Spiel der Götter (2)

Prolog

Was siehst du am verwasch'nen Horizont,
das nicht von deiner Hand
ausgelöscht werden kann?

Die Brückenverbrenner
Toc der Jüngere

Das 1163ste Jahr von Brands Schlaf
Das neunte Jahr der Herrschaft von Imperatrix Laseen
Das Jahr der Säuberung

E r kam aus der Avenue der Seelen auf den Urteils-Ring gewatschelt, eine missgestaltete, von Fliegen bedeckte Gestalt. Die wimmelnde Masse krabbelte wirr und ziellos auf seinem Körper durcheinander, eine sich immerfort in Bewegung befindende schwarze, glänzende Kruste, von der gelegentlich rasende Klumpen herabfielen, die in wild davonschwirrende Einzelteile zerbarsten, sobald sie auf die Pflastersteine prallten.

Die Dürstende Stunde neigte sich ihrem Ende zu, und in ihrem Gefolge wankte der Priester dahin, blind, taub und stumm. Der Diener des Vermummten - des Lords des Todes - ehrte seinen Gott an diesem Tag auf besondere Weise: Wie seine Gefährten hatte er sich nackt ausgezogen und seinen Körper mit dem Blut hingerichteter Mörder beschmiert, mit jenem Blut, das in riesigen Amphoren aufbewahrt wurde, die die Wände des Tempelschiffs säumten. Dann waren die Brüder in einer Prozession hinaus auf die Straße von Unta gezogen, um die Schemen des Gottes willkommen zu heißen und Anweisungen für den Totentanz zu erteilen, der den letzten Tag der Zeit der Fäulnis kennzeichnete.

Die Wachen entlang des Ringes wichen zur Seite, um den Priester durchzulassen, machten dann noch mehr Platz für die wirbelnde, summende Wolke, die ihm folgte. Der Himmel über Unta war noch immer eher grau als blau, als die Fliegen, die mit der Dämmerung in die Hauptstadt des malazanischen Imperiums geschwärmt waren, jetzt aufstiegen und langsam hinaus über die Bucht flogen, den Salzmarschen und den versunkenen Inseln jenseits des Riffes entgegen. Mit der Zeit der Fäulnis kam die Pestilenz, und in den letzten zehn Jahren hatte es dreimal eine Zeit der Fäulnis gegeben - etwas, das zuvor noch nie da gewesen war.

Die Luft über dem Ring summte noch immer, war noch immer voller schwarzer Punkte, als würden unzählige Sandkörner durch die Luft schweben. Irgendwo in den umliegenden Straßen jaulte ein Hund - es klang, als wäre er dem Tode nahe, aber noch nicht nahe genug -, und direkt neben dem zentralen Springbrunnen des Rings zuckte das verlassene Maultier, das früher an diesem Tag zusammengebrochen war, noch immer kläglich mit den Beinen. Fliegen waren durch jede Körperöffnung in das Tier gekrochen, und jetzt war es aufgedunsen von Gasen. Es war ein typisches Maultier, von Natur aus störrisch, und sein Tod zog sich jetzt schon mehr als eine Stunde hin. Als der Priester, ohne etwas zu sehen, an ihm vorbeistolperte, erhoben sich Fliegen von dem Maultier wie ein im Wind wehender Vorhang und gesellten sich zu jenen, die ihn bereits umhüllten.

Von dem Punkt aus, wo Felisin mit den anderen wartete, war es für sie klar, dass der Priester des Vermummten schnurstracks auf sie zukam. Seine Augen waren zehntausend Augen, aber sie war sicher, dass jedes einzelne davon ganz allein auf sie gerichtet war. Doch selbst dieses allmählich aufkeimende Entsetzen reichte noch nicht aus, um die Betäubung zu durchdringen, die sich wie eine erstickende Decke über ihren Geist gelegt hatte; sie nahm wahr, wie dieses Entsetzen in ihrem Inneren erwachte, doch das Gefühl war eher die Erinnerung an Furcht als eine Furcht, die sie wirklich verspürte.

Sie konnte sich kaum an die erste Zeit der Fäulnis erinnern, die sie mitgemacht hatte, doch sie hatte ganz klare Erinnerungen an die zweite. Es war noch nicht einmal drei Jahre her, dass sie diesen Tag vom sicheren Besitz ihrer Familie aus verfolgt hatte, in einem guten, festen Haus mit geschlossenen Fensterläden, die zudem noch mit Stoffbahnen versiegelt worde

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