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Das Spiel der Götter 14 Die Stadt des blauen Feuers von Erikson, Steven (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.08.2012
  • Verlag: Blanvalet
eBook (ePUB)
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Das Spiel der Götter 14

Tiefe Charaktere, hohe Komplexität und immer neue unerwartete Wendungen Crokus Junghand kehrt zurück in seine Heimat. Doch nicht nur er hat sich verändert. Auch Darujistan, die Stadt des blauen Feuers, ist nicht mehr das, was sie einst war, wandeln doch verdammte Götter auf ihren Straßen. Crokus will nur seine eigenen Angelegenheiten erledigen und wieder verschwinden. Doch kann er seine alten Gefährten aus besseren Tagen zurücklassen, wenn die finsterste aller Nächte anbricht? Aber noch bevor Crokus sich entschieden hat, richtet sich der Blick von Anomander Rake, dem Sohn der Dunkelheit, auf die Stadt des blauen Feuers. Steven Erikson, in Kanada geboren, lebt heute in Cornwall. Der Anthropologe und Archäologe feierte 1999 mit dem ersten Band seines Zyklus Das Spiel der Götter nach einer sechsjährigen akribischen Vorbereitungsphase seinen weltweit beachteten Einstieg in die Liga der großen Fantasy-Autoren.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 672
    Erscheinungsdatum: 20.08.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641088613
    Verlag: Blanvalet
    Serie: Das Spiel der Götter Bd.14
    Originaltitel: Toll the Hounds. The Malazan Book of the Fallen 8, Part 1
    Größe: 2393 kBytes
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Das Spiel der Götter 14

Prolog

Sprich die Wahrheit, werde still, bis das Wasser zwischen uns klar ist.

Meditationen der Tiste Andii

I ch habe keinen Namen für diese Stadt", sagte der zerlumpte Mann, während er an den ausgefransten Säumen dessen zerrte, was einst ein prächtiger Umhang gewesen war. In seinem geflochtenen Gürtel steckte eine aufgerollte, halb verrottete und zerschlissene lederne Hundeleine. "Ich glaube, sie braucht einen Namen", fuhr er fort und hob dabei die Stimme, um trotz der wild kämpfenden Hunde gehört zu werden, "doch ich stelle fest, dass es mir an Vorstellungskraft mangelt, und niemanden sonderlich zu interessieren scheint."

Die Frau, die jetzt an seiner Seite stand und die er auf diese Weise ins Gespräch ziehen wollte, war erst vor kurzem angekommen. Von ihrem Leben in der Zeit davor war nur sehr wenig geblieben. Sie hatte keinen Hund gehabt, und doch hatte sie sich plötzlich hier wiedergefunden, war eine Hauptstraße dieser heruntergekommenen, merkwürdigen Stadt entlanggestolpert und hatte dabei eine Leine umklammert, an deren anderem Ende ein übellauniges Vieh zerrte, das versuchte, jeden Passanten anzuspringen. Das verfaulte Leder war schließlich gerissen, so dass das Tier freigekommen und prompt losgestürmt war, um den Hund dieses Mannes anzugreifen.

Die beiden Tiere versuchten jetzt mitten auf der Straße, sich gegenseitig zu töten, und ihr einziges Publikum bestand aus ihren mutmaßlichen Besitzern. Staub hatte Blut und Fellbüscheln Platz gemacht.

"Früher hat es hier mal eine Garnison gegeben", sagte der Mann, "drei Soldaten, die einander nicht gekannt haben. Aber einer nach dem anderen sind sie weggegangen."

"Ich hatte noch nie einen Hund", antwortete sie - und zuckte überrascht zusammen, als ihr klar wurde, dass dies die ersten Worte waren, die sie sagte, seit ... nun, seit der Zeit davor.

"Ich auch nicht", gab der Mann zu. "Und bis gerade eben war mein Hund der einzige in der Stadt. Merkwürdigerweise habe ich das elende Biest niemals liebgewonnen."

"Wie lange ... äh ... wie lange bist du schon hier?"

"Ich habe keine Ahnung, aber es kommt mir vor wie eine Ewigkeit."

Sie schaute sich um und nickte. "Mir auch."

"Ach, ich glaube, dein lieber Hund ist gestorben."

"Oh! Ja, das ist er wohl." Sie sah stirnrunzelnd auf die abgerissene Leine in ihrer Hand. "Dann brauche ich zumindest keine neue Leine, nehme ich an."

"Sei dir dessen nicht so sicher", sagte der Mann. "Die Dinge scheinen sich hier zu wiederholen. Tag für Tag. Aber pass auf, du kannst meine haben - wie du siehst, benutze ich sie nie."

Sie nahm die zusammengerollte Leine entgegen. "Danke." Mit der Leine in der Hand ging sie dorthin, wo ihr toter Hund lag, der mehr oder weniger in Stücke gerissen war. Der Sieger kroch zu seinem Herrn zurück und zog dabei eine Blutspur hinter sich her.

Alles wirkte irgendwie schief, einschließlich - wie ihr bewusst wurde - ihrer eigenen Impulse. Sie kauerte sich hin, hob sanft den zerbissenen Kopf ihres toten Hundes an und schob die Schlinge darüber, bis sie um den zerfetzten Hals lag. Dann ließ sie den blutigen, mit schaumigem Speichel bedeckten Kopf wieder auf den Boden sinken und richtete sich auf, wobei sie die ausgefranste Leine locker in der rechten Hand hielt.

Der Mann trat zu ihr. "Tja, das ist alles ziemlich verwirrend, was?"

"Ja."

"Und wir dachten, das Leben sei verwirrend."

Sie warf ihm einen Blick zu. "Dann sind wir also tatsächlich tot?"

"Ich nehme es an."

"Dann verstehe ich das alles nicht. Ich sollte in einer Gruft beigesetzt werden. In einer schönen, stabilen Gruft - ich habe sie selbst gesehen. Sie war prächtig ausgestattet und sollte Schutz vor Dieben gewähren, mit Fässern voller Wein und gewürztem Fleisch und Früchten für die Reise ..." Sie deutete auf die Lumpen, die sie trug. "Ich sollte in meine besten Kleider gekleidet

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