text.skipToContent text.skipToNavigation

Dein dunkles Herz Roman von Feehan, Christine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.12.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
8,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Dein dunkles Herz

Andre Boroi ist ein uralter Jäger, der nach seinem eigenen Kodex lebt. Seit Jahrhunderten bekämpft er Vampire - und auch die Dunkelheit in seinem Herzen, die droht, ihn selbst in ein Monster zu verwandeln. Als er in einem Kampf schwer verletzt wird, muss er sich in einer Höhle in den Bergen seiner Heimat verstecken. Nie hätte er erwartet, dort auf die eine Frau zu treffen, die ihn vor seinem dunklen Schicksal retten kann. Oder wie überwältigend intensiv die Gefühle für seine Seelengefährtin sein können ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 495
    Erscheinungsdatum: 09.12.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732529933
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Karpatianer-Saga Bd.28
    Originaltitel: Dark Ghost
    Größe: 2113 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Dein dunkles Herz

1

D ie Bergkette war hoch - hoch genug, dass andere die einsamen, zerklüfteten Gegenden mieden, die Andres Ziel waren. Je höher er stieg, desto dichter wirbelte der Nebel und hüllte ihn in einen sanften, feuchten, grauen Schleier. Man nannte ihn den "Geist", und wie sein Beiname es besagte, verschmolz er mühelos mit der kühlen, grauen Welt, die er so gut kannte. Er benutzte niemals einen Nachnamen, wenn es sich vermeiden ließ, denn der einzige Name, der ihm etwas bedeutete, war nicht der seiner leiblichen Eltern, und sofern er nicht eine Seelengefährtin fand, würde er es nicht riskieren, diesen Namen jemals zu entehren.

Einige Kilometer weiter oben, beinahe auf dem höchsten Gipfel des Berges gelegen, befand sich das Kloster, das dort auf den Steilhängen schon seit Jahrhunderten thronte und von Geheimnis und ewig wirbelnden Wolken umwittert war. Es war ein heiliger, geschützter Ort, und nur wenige wussten, dass es ihn gab, obwohl im Lauf der Jahre immer wieder etwas von seiner Existenz nach außen gedrungen war. Nur die Tapfersten versuchten jemals, dorthin zu gelangen. Wäre er geneigt gewesen, hätte er dort Schutz suchen können, um sich von seinem letzten Kampf zu erholen.

Das Kloster, das als die "Zuflucht im Schleier der Nebel" bekannt war, beherbergte eine regelrechte Armee uralter karpatianischer Jäger - Männer, die noch nicht die Morgendämmerung gesucht hatten, die jedoch wie Andre nicht mehr wagten, in Gesellschaft anderer zu sein. Sie blieben streng unter sich, mieden alle Menschen und alle Kämpfe und lebten ihr Leben in Einfachheit, bis sie in der Lage waren, loszulassen und in die Morgendämmerung zu treten.

Für Männer, die jahrhundertelang in Ehre gelebt hatten, war es nicht leicht, das Leben loszulassen. Selbst ohne die Fähigkeit, Farben zu sehen und Gefühle zu empfinden, hielten viele dies für feige. Solange ein Krieger nicht im Kampf tödlich verwundet worden war, konnte er nicht einfach ins Freie gehen und der Sonne erlauben, ihn zu nehmen. Es fühlte sich ... falsch an. Andre wäre im Kloster willkommen gewesen, doch er war schon zu lange fern von anderen. Er hatte es in Betracht gezogen, am Ende jedoch erkannt, dass er nicht einmal mehr in der Lage war, den Schutz und die Kameradschaft anzunehmen, die er dort finden würde.

Andre machte sich nicht die Mühe, den Blutfluss seiner zahlreichen Wunden zu stoppen. Er wusste, dass er das eigentlich tun sollte. Es war eine Spur, die direkt zu ihm führte. Doch es war schlicht und einfach auch eine Einladung. Jeder, der in seine Nähe kam, würde sterben. Wenn er wieder erwachte - falls er überhaupt wieder erwachte -, würde er ausgehungert sein und sich vor gierigem Verlangen nach Blut winden. Und das war das meiste, was er je gefühlt hatte oder fühlen würde.

Man nahm aber kein Blut von den Alten, es sei denn, man war in größter Not, keinesfalls jedoch tat man es ohne Erlaubnis. Andre gehörte nicht zu der Sorte Karpatianer, die jemals um Asyl oder Erlaubnis bat, nicht einmal die Angehörigen seines Volkes. Er würde wie immer selbst finden, was er brauchte.

Manche Dinge waren eine Frage der Ehre. Andre hatte mehr Jahrhunderte gelebt, als er zählen wollte. Er hatte der Finsternis ehrenhaft widerstanden und dem karpatianischen Volk durch seine Jagd nach Vampiren auf mehreren Kontinenten gedient. Er hatte so oft gegen die Untoten gekämpft, dass er wahrhaftig nicht mehr sagen konnte, wie viele es gewesen waren, und es kümmerte ihn auch gar nicht mehr. Es schien noch so viele von ihnen zu geben und so wenige Jäger. Die Karpatianer waren dabei, den Krieg zu verlieren.

Er hatte jahrhundertelang nach seiner Seelengefährtin gesucht - der einzigen Frau, die ihm seine Fähigkeit, echte Gefühle zu empfinden, und Farben und Leben zurückgeben konnte. Aber er hatte sie nicht gefunden. Andre hatte schon vor langer Zeit den Gedanken aufgegeben, dass sie in diesem Zeitalter existierte. Wenn es sie irgendwo au

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen