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Der Übungseffekt Roman von Brin, David (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.07.2015
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Der Übungseffekt

Anomale Welten Dem Physiker Dennis Nuel gelingt es, in eine Parallelwelt vorzustoßen. Sie ähnelt der unseren auf erstaunliche Weise, nur scheinen dort ein paar unserer vertrauten Naturgesetze keine Gültigkeit zu besitzen: Schwerter werden nicht stumpf, wenn man sie benutzt, sondern schärfer; Werkzeuge nutzen sich nicht ab, sondern erreichen erst nach und nach ihre volle Effektivität. Dieses Phänomen wird als 'Übungseffekt' bezeichnet, doch was - oder wer - löst es aus? David Brin, 1950 im amerikanischen Glendale geboren, studierte Astronomie und Physik und arbeitete lange als Wissenschaftler und Dozent, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete. Mittlerweile gehört er zu den bedeutendsten amerikanischen Science-Fiction-Autoren der Gegenwart und erobert regelmäßig die Bestsellerlisten. Besonders mit seinem Roman 'Existenz' ist ihm eine der eindrucksvollsten Zukunftsvisionen der Science Fiction gelungen. David Brin lebt in Südkalifornien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 432
    Erscheinungsdatum: 30.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641175313
    Verlag: Heyne
    Größe: 697 kBytes
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Der Übungseffekt

I

SUUII GENERIS

1.

Der Vortrag war wirklich langweilig.

Im vorderen Teil des matt erleuchteten Konferenzraumes schritt der füllige, grauhaarige Direktor des Sahara-Instituts für Technologie auf und ab. Sein Blick klebte an der Decke, und die Hände hatte er auf dem Rücken gefaltet, während er sich mit päpstlicher Gewichtigkeit über ein Thema verbreitete, das er offensichtlich selbst kaum verstand.

Zumindest sah Dennis Nuel es so, derweil er stumm leidend in einer der hinteren Reihen saß.

Früher einmal mochte Marcel Flaster zu den strahlenden Leuchten der Physik gezählt haben. Aber das war lange her - lange bevor einer der anwesenden jungen Wissenschaftler auch nur daran gedacht hatte, eine Karriere auf dem Gebiet der Realitätsphysik ins Auge zu fassen. Dennis fragte sich, was einen einstmals talentierten, scharfsinnigen Mann in einen langweiligen, tendenziösen Bürokraten verwandelt haben mochte. Er schwor sich, vom Gipfel des Mount Feynman zu springen, bevor er dieses Schicksal teilte.

Die sonore Stimme leierte eintönig weiter.

"Und so sehen wir denn, Leute, dass durch den Einsatz der Zievatronik alternative Realitäten nahezu in greifbare Nähe geraten und uns Möglichkeiten zur Umgehung von Raum und Zeit eröffnen ..."

Am hinteren Ende des überfüllten Konferenzraumes pflegte Dennis seinen Kater, und er fragte sich, welche Macht der Welt ihn an einem solchen Montagmorgen hatte aus dem Bett zerren können, nur damit er hierher kam und Marcel Flaster lauschte, der von Zievatronik schwafelte.

Die Lider wurden ihm schwer. Er sackte auf seinem Stuhl zusammen.

"Dennis!" Gabriella Versgo rammte ihm den Ellbogen zwischen die Rippen und zischte: "Würdest du dich bitte gerade hinsetzen und aufpassen?"

Dennis setzte sich hastig auf und blinzelte. Jetzt wusste er wieder, welche Macht ihn hierher geschleift hatte.

Um sieben Uhr in der Frühe hatte Gabbie seine Zimmertür aufgetreten und ihn am Ohr unter die Dusche gezerrt, ohne sich um sein Protestgeheul oder sein Schamgefühl zu kümmern. Sie hatte ihren ungeheuerlichen Klammergriff an seinem Arm erst wieder gelöst, als sie beide hier im Konferenzraum von Sahara-Tech Platz genommen hatten.

Dennis rieb sich den Arm oberhalb des Ellbogens. Eines Tages, beschloss er, würde er sich in Gabbies Zimmer schleichen und all die kleinen Gummibälle wegwerfen, die der Rotschopf beim Studieren immer zwischen den Fingern zusammenzuquetschen pflegte.

Sie stieß ihn noch einmal an. "Wirst du jetzt stillsitzen? Du hast eine Konzentrationsspanne wie ein nervöser Otter. Oder möchtest du von den Zievatronik-Experimenten noch weiter ausgeschlossen werden?"

Wie gewöhnlich traf Gabbie seinen wunden Punkt. Er schüttelte den Kopf und bemühte sich, aufmerksam zuzuhören.

Dr. Flaster vollendete eben eine unklare Zeichnung in dem Holotank, der vorn im Seminarraum stand. Der Psychophysiker legte seinen Lichtstift auf das Katheder und wischte sich unbewusst die Hände an der Hose ab; dabei war das letzte Stück Kreide schon vor mehr als dreißig Jahren aus den Seminaren verbannt worden.

" Das ist ein Zievatron", verkündete er stolz.

Dennis betrachtete die Lichtzeichnung ungläubig. "Wenn das ein Zievatron ist, dann bin ich ein Blaukreuzler", flüsterte er.

"Flaster hat die Pole umgedreht, und das Feld ist von innen nach außen gekehrt!"

Gabriella errötete, bis ihr Gesicht fast die Farbe ihres feurigen Haarschopfes angenommen hatte. Ihre Fingernägel bohrten sich lanzengleich in seinen Oberschenkel.

Dennis zuckte gepeinigt zusammen, aber es gelang ihm, den Ausdruck lammfrommer Unschuld auf seinem Gesicht zu bewahren, als Flaster kurzsichtig aufblickte. Dann räusperte sich der Direktor.

"Wie ich eingangs schon sagte, besitzt jeder Körper ein Massezentrum. Der Zentroid eines Objektes ist der Sch

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