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Der astronomische Dieb Utopische Anekdoten um den erfindungsreichen Mechanikus Fränki und seinen ihm anhängenden Freund Joschka von Branstner, Gerhard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.09.2016
  • Verlag: EDITION digital
eBook (ePUB)
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Der astronomische Dieb

Hier werden utopische Spiele geboten. Hauptakteur Fränki, dessen Auftritte kauzig, töricht oder gönnerhaft sein können, kennt kein Faulbett. Mit seinem Freund Joschka knüpft er Einfälle und Begebenheiten zu Anekdoten. Schelmischer Eigensinn rückt dabei manches Abenteuer in die Nähe eines skurrilen Spaßes. Einmal jagen sie durchs Weltall und narren mit listigen Manövern unangemessene Ansprüche ferner Sternenbewohner, dann wieder sind sie in heimischer Umgebung und probieren die halbe Unsterblichkeit aus. Das Inventar ihrer Spiele sorgt für Abwechslungen: Energieprobleme scheint ein Sonnenmobil vergessen zu machen, eine Ehrenkompanie lässt sich auf ganz andere Art abschreiten, Ärgernisse des Alltags werden durch schrille Signaltöne unüberhörbar gemacht. Der Roboter stellt sich in gelungener Vervollkommnung vor. Schreibern von Kriminalromanen wird ein guter Rat für alle Zeiten und Gelegenheiten gegeben. Das alles geschieht mit astronomischer Sicherheit. Also pünktlich und fast immer reibungslos. Und haben Fränki und Joschka mal ein etwas problematisches Abenteuer zu bestehen, gelingt ihnen ein witziger und das heißt hier rettender Einfall. Die utopische Anekdote stellt sich als Spiel mit fantastischen Apparaturen und gedanklichen Verstiegenheiten vor. Bei aller Kuriosität, die auch von singenden Blumen und einem Dirigenten, dem selbst bei größter Hitze kein Stirnschweiß perlt, zu berichten weiß, gehen in Branstners Anekdoten Gemütlichkeit und stimmungsvolle Heiterkeit nicht verloren. Geboren am 25.Mai 1927 in Blankenhain/Thüringen, Volksschule, drei Jahre Verwaltungslehre. 1945 Soldat im 2. Weltkrieg, bis 1947 in amerikanischer, französischer und belgischer Kriegsgefangenschaft. 1949 - 1951 Abitur an der ABF Jena, 1951 bis 1956 Studium der Philosophie an der Humboldt-Universität Berlin, 1963 Promotion (Dr. Phil.). 1956 - 1962 Dozent an der Humboldt-Universität, 1962 - 1964 Lektor, 1966 - 1968 Cheflektor Eulenspiegelverlag/ Das Neue Berlin. Ab 1968 freiberuflicher Schriftsteller. 2008 in Berlin verstorben. Bibliografie IST DER APHORISMUS EIN VERLORENES KIND? Literarische Miniaturen, Aufbau-Verlag Berlin 1959. ZU BESUCH AUF DER ERDE. Unwahre Begebenheiten, Mitteldeutscher Verlag Halle (Saale) 1961. NEULICHKEITEN. Geschichten mit und ohne Spaß, Eulenspiegel Verlag Berlin 1964. DER VERHÄNGNISVOLLE BESUCH. Kriminalroman, Verlag Das Neue Berlin 1967. DIE REISE ZUM STERN DER BESCHWINGTEN. Utopischer Roman, Hinstorff Verlag Rostock 1968. DIE WEISHEIT DES HUMORS. Sprüche und Aphorismen zur Lebenskunst, Hinstorff Verlag Rostock 1968. NEPOMUKS PHILOSPHISCHE KURZANEKDOTEN, Hinstorff Verlag Rostock 1969. DER FALSCHE MANN IM MOND. Utopischer Roman, Hinstorff Verlag Rostock 1970. DER NARRENSPIEGEL, Hinstorff Rostock 1971. DER ASTRONOMISCHE DIEB. Utopische Anekdoten, Verlag Das Neue Berlin 1973. VOM HIMMEL HOCH oder Kosmisches Allzukosmisches, Verlag Das Neue Berlin 1974. DER STERNENKAVALIER. Eine Utopie, Verlag Das Neue Berlin 1976. DER ESEL ALS AMTMANN oder Das Tier ist auch nur ein Mensch, Buchverlag Der Morgen Berlin 1977. DER HIMMEL FÄLLT AUS DEN WOLKEN. Heitere Spiele, Buchverlag Der Morgen Berlin 1977. KANTINE. Eine Disputation in fünf Paradoxa, Hinstorff Verlag Rostock 1977 (2., die Bühnenfassung berücksichtigende Auflage: 1981). PLEBEJADE oder Die wundersamen Verrichtungen eines Riesen, Buchverlag Der Morgen Berlin 1978. HANDBUCH DER HEITERKEIT, Mitteldeutscher Verlag Halle-Leipzig 1979. DER INDISKRETE ROBOTER. Utopische Erzählungen, Mitteldeutscher Verlag Halle-Leipzig 1980. DIE OCHSENWETTE. Anekdoten nach dem Orientalischen geschrieben, Hinstorff Verlag Rostock 1980 KUNST DES HUMORS - HUMOR DER KUNST. Beitrag zu einer fröhlichen Wissenschaft, Mitteldeutscher Verlag Halle-Leipzig 1980. GERHARD BRANSTNERS SPRUCHSÄCKEL, Buchverlag Der Morgen Berlin 1982. DIE UNMORALISCHE TUGEND Nepomuks, Mitteldeutscher Verlag Halle-Leipzig 1982. ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 103
    Erscheinungsdatum: 02.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956557149
    Verlag: EDITION digital
    Größe: 265 kBytes
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Der astronomische Dieb

Auf dem Rückflug zum Sonnensystem überkam Joschka das Bedürfnis, sich die Füße ein wenig zu vertreten, und Fränki steuerte den nächsten am Wege liegenden Planeten an. Die beiden Freunde hatten die Rakete kaum verlassen, als sie, selbst ungesehen, einen Trupp von zwei oder drei Dutzend Menschen vorbeihasten sahen. "Die rennen ja", rief Joschka, "als ob der Teufel hinter ihnen her wäre!" "Da werden wir ihnen mal hinterdrein rennen", meinte Fränki. "Anders können wir nicht erfahren, ob du recht hast." Also nahmen die beiden ihre Beine unter die Arme und machten sich an die Verfolgung. Und sobald sie auf Hörweite an die Leute herangekommen waren, rief Fränki ihnen zu, doch mal Pause zu machen, um auf vernünftige Art ein Wort miteinander reden zu können. Einige wandten sich auch um, liefen jedoch, nachdem sie eine ebenso kurze wie verzweifelte Geste gemacht hatten, nur um so schneller weiter. Die beiden Freunde legten ebenfalls ein Schrittchen zu, und als sie die Leute eingeholt hatten, ließ sich einer von ihnen etwas zurückfallen. "Seid ihr gekommen, um uns zu retten?", fragte er, ohne im Laufen innezuhalten. "Nein", entgegnete Fränki, "und ich habe auch keine Lust dazu, wenn ihr weiterhin wie die Hasen davonlauft." "Aber das ist es gerade", erklärte der Mann, "wir müssen laufen, was die Beine hergeben, sonst sind wir des Todes." "Und vor wem lauft ihr davon?", wollte Fränki wissen. "Vor dem Tag", erklärte der Mann, "oder vor der Nacht. Auf diesem vermaledeiten Planeten ist es nachts so kalt, wie es tagsüber heiß ist, in jedem Falle aber ist es nicht zum Aushalten. Daher rennen wir der Grenze zwischen Tag und Nacht hinterher, denn das ist der einzige Punkt, wo eine erträgliche Temperatur herrscht." "Weshalb seid ihr dann auf diesen Planeten gekommen?", fragte Joschka. "Aus Versehen", erklärte der Mann. "Wir waren zu einer dreiwöchigen Kur auf einem heilkräftigen Stern unterwegs. Da bockte plötzlich die Rakete, und wir mussten hier notlanden. Das war vor acht Tagen. So lange rennen wir schon um unser Leben." "Ohne zu essen und zu schlafen?", erkundigte sich Fränki. Der Mann riss im Vorbeirennen eine melonengroße Frucht von einem Baum. "Dem Himmel sei Dank", erklärte er, "wächst hier genügend essbares Obst. Mit dem Schlafen ist es schon schwieriger. Wir laufen, soweit die Hitze es uns erlaubt, in den Tag hinein und legen uns nieder, bis uns die Kälte der nachkommenden Nacht wieder aufscheucht. Da sich dieser Planet ungewöhnlich langsam dreht, können wir die verschlafene Zeit wieder einholen, und je schneller wir laufen, desto öfter können wir uns schlafen legen." Mit diesen Worten beschleunigte der Mann das Tempo und setzte sich an die Spitze des Trupps. Die beiden Freunde hielten Anschluss, haschten ab und zu nach einer Melone, legten sich, sobald sie in die Hitze gekommen waren, mit den übrigen zum Schlafen nieder und rannten, sobald die Kälte sie überfiel, der untergegangenen Sonne hinterher. "Wenn das noch lange so geht", keuchte Joschka, "werde ich noch ganz blödsinnig von der Rennerei." Fränki feixte. "Ich dachte, du wolltest dir ein wenig die Füße vertreten." "Ein wenig schon", jammerte Joschka, "aber doch nicht ganz und gar. Und wenn du dir nicht bald etwas einfallen lässt, hat sich's für immer ausgetreten." "Das ist nur die übliche Krise", erwiderte Fränki, "danach fühlst du dich wie neugeboren." "Neugeboren", rief Joschka entsetzt, "auf diesem Planeten! Da möchte ich lieber auf der Stelle tot umfallen!" Doch Fränki behielt recht. Und als Joschka sich wie neugeboren fühlte, sagte sein Freund: "Nach meiner Rechnung sind unsere Mitläufer jetzt drei Wochen hier. Ich glaube nicht, dass man ihnen eine Überschreitung der Kurzeit gestattet." Eben da tauchte auch schon ein Raumschiff am Horizont auf, kam schnell näher und landete unmittelbar vor der rennenden Gesellschaft. "Das grenzt an Zauberei!", rief Joschka. "Keiner konnte wissen, dass die Patienten hier gestrandet sind.

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