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Der dunkle Wald Roman von Liu, Cixin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.03.2018
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Der dunkle Wald

Invasion
Der erste Kontakt mit einer außerirdischen Spezies hat die Menschheit in eine Krise gestürzt, denn die fremde Zivilisation hat sich Zugang zu jeglicher menschlicher Informationstechnologie verschafft. Der einzige Informationsspeicher, der noch vor den Aliens geschützt ist, ist das menschliche Gehirn, weshalb das Wallfacer- Projekt ins Leben gerufen wird: Vier Wissenschaftler sollen die ultimative Verteidigungsstrategie gegen die Aliens ausarbeiten - doch können sie einander trauen?

Cixin Liu ist einer der erfolgreichsten chinesischen Science-Fiction-Autoren. Er hat lange Zeit als Ingenieur in einem Kraftwerk gearbeitet, bevor er sich ganz seiner Schriftstellerkarriere widmen konnte. Seine Romane und Erzählungen wurden bereits viele Male mit dem Galaxy Award prämiert. Cixin Lius Roman Die drei Sonnen wurde 2015 als erster chinesischer Roman überhaupt mit dem Hugo Award ausgezeichnet und wird international als ein Meilenstein der Science-Fiction gefeiert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 816
    Erscheinungsdatum: 12.03.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641174583
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: (The Three Body Problem Book 2 - Heian Shenlin)
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Der dunkle Wald

Jahr 3 der Krise

Abstand der Trisolaris-Flotte zum Sonnensystem:

4,21 Lichtjahre

Wie alt es aussieht ...

Das war Wu Yue s erster Gedanke, als er im flackernden Schein gleißender Lichtbögen beim Bau des riesigen Schiffes Tang zusah. Natürlich lag das nur an den zahllosen, unbedeutenden Flecken auf dem fast fertiggestellten Rumpf, die beim Zusammenschweißen der Manganstahlplatten entstanden waren. Er versuchte vergeblich, sich vorzustellen, wie neu und robust die Tang erst aussehen würde, sobald man ihr einen frischen grauen Anstrich verpasst hatte.

Soeben war für die Mannschaft der Tang das vierte Küstengewässermanöver zu Ende gegangen. Während dieser beiden Monate hatten sich die leitenden Offiziere des Schiffes, Wu Yue und der neben ihm stehende Zhang Beihai , in einer heiklen Situation befunden: Die Kommandeure befehligten den Gefechtsverband aus Zerstörern, U-Booten und Versorgungsschiffen. Doch da die Tang immer noch in der Werft lag, übernahm bei dem Manöver entweder das Trainingsschiff Zheng He ihre Position, oder es blieb eine Lücke in der Formation. Wu Yue hatte oft auf die leere Stelle hinausgestarrt, wo die Wasseroberfläche von den Heckwellen der kreuz und quer fahrenden Schiffe aufgewirbelt wurde. Dieser Anblick hatte ihn an seinen eigenen Gemütszustand erinnert. Wiederholt hatte er sich gefragt, ob diese Leerstelle wohl jemals gefüllt werden würde.

Als er nun die unfertige Tang betrachtete, kam sie ihm nicht nur alt vor, sondern wie ein Sinnbild für Vergänglichkeit. Sie wirkte wie eine riesige, verlassene Festung, ihr fleckiger Rumpf wie eine bröckelnde Steinmauer und die vom Baugerüst herunterregnenden Funken wie Kletterpflanzen auf antikem Mauerwerk ... Alles in allem sah sie wie ein archäologisches Fundstück aus und nicht wie eine Neukonstruktion.

Wu Yue machte dieser Gedanke Angst. Also wandte er sich an Zhang Beihai und fragte: "Geht es Ihrem Vater wieder besser?"

Zhang Beihai schüttelte sacht den Kopf. "Nein. Aber er ist stabil."

"Sie sollten um Urlaub bitten."

"Das habe ich bereits getan, als er eingeliefert wurde. Jetzt warte ich erst einmal ab und sehe dann weiter."

Die Unterhaltung verstummte. So wie jedes Mal, wenn es persönlich wurde. Berufliche Gespräche fielen ihnen leichter, aber auch dabei schien immer irgendetwas zwischen ihnen zu stehen.

"Unsere Arbeit wird immer wichtiger, Beihai. Da wir uns diese Verantwortung teilen, sollten wir meines Erachtens mehr miteinander reden."

"Wir reden doch schon genug miteinander. Hätten wir nicht so erfolgreich auf der Chang'an zusammengearbeitet, wären wir von denen da oben sicher nicht für die Tang abgestellt worden." Zhang Beihai lachte, als er das sagte. Doch es war die Art von Lachen, die Wu Yue nur schwer deuten konnte. Zhang Beihai konnte tief in die Herzen sämtlicher Besatzungsmitglieder blicken, egal ob Kapitän oder Matrose. Auch Wu Yue war für ihn wie ein offenes Buch.

Wu hingegen hatte keine Ahnung, was in Zhang vorging. Er war sich sicher, dass sein Lachen nicht aufgesetzt war, aber er machte sich keine Hoffnungen, je aus diesem Menschen schlau zu werden.

Für eine gute Zusammenarbeit war es nicht unbedingt nötig, dass man sich auch gut verstand. Zweifellos war Zhang Beihai der fähigste Politkommissar auf dem Schiff, er war sehr geradeheraus und analysierte alles gründlich bis ins kleinste Detail. Doch was in ihm vorging, blieb Wu Yue rätselhaft. Ständig kam es ihm so vor, als wolle Zhang Beihai ihm zu verstehen geben: Mach ruhig, so ist es am besten oder zumindest einigermaßen in Ordnung. Aber eigentlich möchte ich es anders haben. Anfangs war es nur ein vages Gefühl, doch irgendwann ließ es sich nicht mehr leugnen. Selbstverständlich verhielt sich Z

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