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Der Hexer - Folge 37-40 von Hohlbein, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.07.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe
eBook (ePUB)
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Der Hexer - Folge 37-40

Die Kultreihe von Starautor Wolfgang Hohlbein - vier HEXER Romane in einem Sammelband.

'Brücke am Ende der Welt' - Folge 37 - gehörte ursprünglich zu der Romanheftreihe DER HEXER.
Kopf und Schultern des Mannes waren nach vorne gesunken. Sein Gesicht lag auf dem rauen Holz der Tischplatte, das sich von seinem eigenen, schon vor Stunden eingetrockneten Blut dunkelbraun verfärbt hatte. Sein Kopf war zur Seite gefallen, so dass man den entsetzten Ausdruck in den gebrochenen Augen noch deutlich erkennen konnte; der Ausdruck eines Entsetzten, das die Grenzen des Vorstellbaren überschritten haben musste. Sein Mund war wie zu einem stummen Schrei geöffnet, und in seiner erstarrten rechten Hand lag noch immer das Messer, mit dem er sich selbst die Kehle durchgeschnitten hatte...

'Necron - Legende des Bösen' - Folge 38 - gehörte ursprünglich zu der Romanheftreihe DER HEXER.
Er lebte noch. Bruder Lecierc verstand nicht, warum das so war. Er war auch nicht in der Lage, mehr als einen Gedanken an dieses Wunder zu verschwenden. Er blutete aus zahllosen Wunden, seine Hände waren gefühllos und taub, und wo er entlangkroch, blieb eine glitzernde rote Spur auf dem Fels zurück. Er spürte nicht einmal mehr den Schmerz, der ihn nach seinem Erwachen schier in den Wahnsinn hatte treiben wollen. Jedes bisschen Kraft, das er noch hatte, galt der Aufgabe, weiter zu kriechen, seinen geschundenen Leib Stück für Stück über den schwarzen Granit zu ziehen, immer weiter auf das Ziel zu, das irgendwo vor ihm lag. Das Tor...

'Buch der tausend' - Folge 39 - gehörte ursprünglich zu der Romanheftreihe DER HEXER.
Die Kammer war fensterlos und gerade groß genug für einen Tisch, einen Stuhl und ein durchbrochenes Gitterbecken, in dem glühende Kohlen düsterrotes Licht und stickige Hitze verbreiteten. Seit Tagen, vielleicht Wochen schon hatte niemand mehr diesen Raum betreten. Trotzdem brannte das Feuer nicht herunter, wurde die Glut nicht schwächer- und trotzdem war Bewegung in der winzigen Zelle. Es waren die Seiten des gewaltigen Buches auf dem Tisch, die sich bewegten, die sich langsam, aber beständig umblätterten, als lebe es.

'Die Macht des NECRONOMICON' - Folge 40 - gehörte ursprünglich zu der Romanheftreihe DER HEXER.
Hier oben lebte nichts mehr. Eine Laune des Schicksals hatte die eiserne Toreinfassung stehen lassen, während die schwarzen Basaltmauern zu beiden Seiten niedergebrochen und die Torflügel selbst - fünfmal so groß wie ein Mann und jeder einzelne sicherlich mehrere Tonnen schwer- aus ihren Angeln gerissen und davongeschleudert worden waren, fast eine Meile weit, wo sie nun wie Stücke aus verbogenem Kupferblech im heißen Sand der Mojave lagen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 05.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732515776
    Verlag: Bastei Lübbe
    Größe: 2352kBytes
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Der Hexer - Folge 37-40

K opf und Schultern des Mannes waren nach vorne gesunken. Sein Gesicht lag auf dem rauen Holz der Tischplatte, das sich von seinem eigenen, schon vor Stunden eingetrockneten Blut dunkelbraun verfärbt hatte. Sein Kopf war zur Seite gefallen, sodass man den entsetzten Ausdruck in den gebrochenen Augen noch deutlich erkennen konnte; den Ausdruck eines Entsetzens, das die Grenzen des Vorstellbaren überschritten haben musste.

Sein Mund war wie zu einem stummen Schrei geöffnet und in seiner Hand lag noch immer das Messer, mit dem er sich selbst die Kehle durchgeschnitten hatte ...

Reynaud de Maizieres wandte sich mit einem Ruck ab, verzog angewidert das Gesicht und schlug mit der linken Hand das Kreuzzeichen. Die Geste war nicht echt, nur ein Reflex, und das Gefühl, das sie begleiten sollte, blieb aus. Seine Augen waren kalt. Alles, was Jean Balestrano darin las, war ein mühsam unterdrückter Zorn.

"Du musst ihm vergeben, Bruder", sagte er.

"Vergeben?" Reynaud de Maizieres runzelte die Stirn. Der Blick, mit dem er Balestrano maß, war beinahe feindselig und seine Lippen zuckten, als hielte er mit Mühe Worte zurück, die ihm als Antwort richtig schienen. Aber sein Respekt vor dem Ordensleiter war größer als sein Zorn. Wenn auch nicht viel.

"Sein Geist war verwirrt", fuhr Balestrano nach einer Pause fort. "Bruder Henri wusste nicht mehr, was er tat."

"Er hat gesündigt!", beharrte Reynaud de Maizieres. "Das weißt du so gut wie ich, Bruder." Seine Stimme wurde scharf; vielleicht eine Spur schärfer, als er sich dem Ordensmeister Jean Balestrano gegenüber erlauben konnte. "Das Leben ist heilig. Auch das eigene! Muss ich dich daran erinnern, dass der Herr ausdrücklich verboten hat, Hand an sich selbst zu legen?"

"Nein", antwortete Balestrano, auch er in einem hörbar schärferen Ton als zuvor. "Das musst du nicht, Bruder. So wenig, wie ich dich daran erinnern muss, warum ich dich rufen ließ."

Reynaud de Maizieres verstand den Tadel sehr wohl. Demütig senkte er den Blick, aber das harte Glitzern in seinen Augen blieb. Balestrano konnte sich nicht erinnern, Reynaud de Maizieres jemals anders als ernst und verbissen erlebt zu haben. Er war ein Mann, dessen Gesicht unfähig schien zu lachen. Aber er war auch einer der tapfersten und besten Männer, denen Balestrano jemals das Treuegelöbnis abgenommen hatte, auch wenn er niemals den Schritt zum Master des Templerordens tun würde.

Balestrano hatte stets bedauert, dass Reynaud de Maizieres jegliche magische Begabung so gänzlich abging. Einen Mann seiner Gradlinigkeit und Treue hätte er im inneren Zirkel des Ordens bitter nötig brauchen können, vor allem jetzt, wo ihre Zahl in so kurzer Zeit so drastisch geschrumpft war. Und gleichzeitig war er beinahe froh, dass es so war. Reynaud de Maizieres als Master, mit Mächten, die die Schöpfung selbst erschüttern mochten - das war ein Gedanke, der ihm einen eisigen Schauer über den Rücken jagte.

Er verscheuchte die Vorstellung. Es fruchtete nichts, über Dinge nachzudenken, die hätten sein können.

"Sein Platz muss besetzt werden", sagte er mit einer Geste auf den Toten. "Du weißt, warum ich dich rufen ließ."

Reynaud de Maizieres nickte. Ein sanfter Zorn glomm in seinem Blick auf. "Ja", antwortete er. "Und es gefällt mir nicht."

Balestrano antwortete nicht, aber sein Blick sprach Bände. Es kam selten vor, dass es jemand wagte, ihm in solcher Offenheit zu widersprechen. Trotzdem war seine Stimme sanft und freundlich wie immer, als er fragte: "Warum nicht?"

"Das weißt du genau, Bruder Jean", fauchte Reynaud de Maizieres. "Es war Bruder Henris Aufgabe, Bruder de Laurec zu bewachen. Einen Verräter. Einen Mann, der sich Satan verschrieben und die Hand gegen seine eigenen Brüder erhoben hat. Einen Mann, der -"

"Der deiner Meinung nach hätte getötet werden müssen, ich weiß", unterbrach ihn Balestrano.

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