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Der Hexer - Folge 49-52 von Hohlbein, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.10.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Der Hexer - Folge 49-52

4 Mal Horror-Spannung zum Sparpreis!

Die Kultreihe von Starautor Wolfgang Hohlbein - vier HEXER-Romane in einem Sammelband.

'Das unheimliche Luftschiff' - Folge 49 - gehörte ursprünglich zu der Romanheftreihe DER HEXER.
Die Luft war kühl und feucht an diesem 14. Oktober des Jahres 1886. Dichter Nebel zog vom Ufer herauf und kroch in die schmalen Gassen zwischen den Lagerschuppen. Immer höher und höher stieg er an, und die Menschen beeilten sich, in ihre warmen und schützenden Häuser und Katen zu kommen. Es roch nach Fäulnis an diesem Abend, und Fäulnis war der Vorbote der Pest. In den Hafenspelunken munkelten es die Seeleute, und sie berichteten über Jahre, in denen der Herbst ähnlich gewesen war. Jedes Mal hatte es im darauffolgenden Winter eine Epidemie gegeben, und die Bewohner der Stadt waren hinauf nach Norden geflohen, in die Wälder von St. Albans und Harlow, weg von diesem todbringenden Wasser.

'Die fantastische Reise' - Folge 50 - gehörte ursprünglich zu der Romanheftreihe DER HEXER.
Die Luft schmeckte nach Schnee und Frost. Kleine weiße Flocken wirbelten durch die zerbrochene Glastür ins Zimmer und ließen sich, einem hauchzarten Teppich gleich, auf den hölzernen Dielen nieder. Der junge, hochgewachsene Mann blieb einen Augenblick stehen und blickte hinaus in den Garten. Der Mond hatte die graue Wolkendecke für einen kurzen Moment durchbrochen und verwandelte die sorgsam angelegten Kaskaden und die knorrigen Obstbäume im fahlen Zwielicht dieser Neujahrsnacht zu drohenden, schemenhaften Riesen, die ihre dürren Geisterfinger nach im ausstreckten.

'Die vergessene Welt' - Folge 51 - gehörte ursprünglich zu der Romanheftreihe DER HEXER.
Das leise Summen mit dem der Kreis die Beschwörung begonnen hatte, steigerte sich zu einem tiefen, unangenehm dröhnenden Ton, der nach und nach den ganzen Saal zum Beben brachte und schließlich in die Körper der Knieenden kroch. Er nistete sich als dumpfer Schmerz ein, ließ ihre Zähne vibrieren, die Finger- und Zehenspitzen prickeln und jeden einzelnen Nerv in ihrem Körper erzittern. Die Mitglieder des magischen Kreises schlossen ihre Hände fester zusammen, um den Kontakt zueinander nicht zu verlieren.

'Revolte der Echsen' - Folge 52 - gehörte ursprünglich zu der Romanheftreihe DER HEXER.
Der Platz bot einen Anblick des Schreckens. Wo vor Tagesfrist noch eine Stadt gewesen war, erstreckte sich nun ein Ruinenfeld, übersät mit Trümmern, Unrat, Asche und Toten. Die Meisten waren nicht menschlich- große, grün schimmernde Geschöpfe, die an Echsen erinnerten, in einfache Kleidung gehüllt: Sree. Aber viele der reglos ausgestreckten Gestalten hatten auch die Gesichter von Menschen. Zu viele.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 310
    Erscheinungsdatum: 04.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732515806
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 2375 kBytes
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Der Hexer - Folge 49-52

D ie Luft schmeckte nach Schnee und Frost. Kleine weiße Flocken wirbelten durch die zerbrochene Glastür ins Zimmer und ließen sich, einem hauchzarten Teppich gleich, auf den hölzernen Dielen nieder.

Der junge, hochgewachsene Mann blieb einen Augenblick stehen und blickte hinaus in den Garten. Der Mond hatte die graue Wolkendecke für einen kurzen Moment durchbrochen und verwandelte die sorgsam angelegten Kaskaden und die knorrigen Obstbäume im fahlen Zwielicht dieser Neujahrsnacht in drohende, schemenhafte Riesen, die ihre dürren Geisterfinger nach ihm ausstreckten.

Er jedoch sah eine ganz andere Welt dort draußen: grüne, mit saftigen Früchten beladene Bäume. Seltsam anmutende Pflanzen in reicher Blütenpracht. Flirrende, silberfarbene Libellen und Vögel, die den azurblauen Himmel bevölkerten.

Und Menschen; lachende, fröhliche Menschen, fast Kinder noch, in weite, farbige Gewänder gehüllt, die ihm entgegeneilten und die Arme nach ihm ausstreckten. Vorneweg sie, das blonde Haar im Winde flatternd, die großen blauen Augen voller Freude über seine Rückkehr, wie sie auf ihn zulief und seinen Namen rief ...

"George!"

Die Stimme war nicht allein in seiner Traumwelt erklungen, in die er sich für Sekunden geflüchtet hatte, und nun wurden hinter ihm, jenseits der Türe zum Flur, Schritte laut; polternde, schwere Schritte, die schnell näher kamen.

Mit einem Ruck vertrieb der junge Mann die trügerischen Visionen, fuhr herum und drehte den Schlüssel im Schloss. Er würde sich nicht aufhalten lassen; jetzt nicht mehr.

Sie hatten ihre Chance gehabt. Er hatte ihnen nichts verschwiegen, nicht einmal den Zeitpunkt, an dem sein bester Freund umkommen würde, in jenem furchtbaren Krieg Mitte des nächsten Jahrhunderts. Und was war der Dank gewesen? Nicht nur, dass sie ihm nicht geglaubt hatten, nein. Sie hatten über seine Erfindung gelacht , hatten ihm allen Ernstes empfohlen, die nächsten Wochen auszuspannen, um wieder zu Sinnen zu kommen!

Vielleicht hatte von den vieren allein David Filby einen kleinen Teil dessen geglaubt, was er ihnen in den vergangenen Stunden erzählt hatte, und er war sich in diesem Moment fast sicher, dass es auch David sein musste, der nun doch zurückgekommen war.

Aber es war zu spät. Er würde gehen, und niemand konnte ihn jetzt noch aufhalten.

Die drei dicken Folianten, die er unter der Armbeuge trug, rutschten zur Seite, als er sich wieder umwandte und entschlossen in den Raum hineinschritt. Er nahm sie in beide Hände und legte sie behutsam auf den ledernen Sitz seiner Maschine.

Groß und dunkel und majestätisch stand sie im Raum, unbeweglich und doch von unsichtbarem, geheimnisvollem Leben erfüllt, das nur er allein wahrnehmen konnte. Das große Schwungrad an ihrem Heck stand still, und die drei farbigen elektrischen Leuchten, die über den Armaturen thronten, waren erloschen. Und doch - mit einer einzigen Handbewegung - konnte er beides wieder zum Leben erwecken.

Noch aber war es nicht so weit. Von dieser Stelle aus konnte er seine Reise nicht beginnen. Der Platz, an dem er stand, war eine gigantische Falle (auch dies etwas, was nur er sehen konnte). Er musste die Maschine hinausschaffen in den verschneiten Garten, wollte er den Fehler der ersten Reise nicht noch einmal begehen.

Während die Schritte im Flur immer lauter wurden und schließlich hinter der Tür verharrten, trat er an die Rückfront seiner Maschine, maß mit raschem Blick die Stellung der stählernen Kufen ab und begann mit aller Kraft zu schieben. Es ging leichter, als er gedacht hatte; fast mühelos glitt das Gestänge über die Dielen und hinterließ schorfige Narben im schneebedeckten Holz.

"George!", klang es von der Türe her. "George, bist du dort drinnen?"

Er drehte sich nicht einmal um, als die Klinke niederfuhr, zaghaft erst, dann, als der Mann auf der anderen Seite merkte, dass die Tür verschlossen war, wi

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