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Der Hexer 29 Unter dem Vulkan. Roman von Hohlbein, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.01.2014
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Der Hexer 29

Ein Universum des Grauens, beherrscht von bösen Gottheiten, von lebenden Schatten und von Büchern, in denen der Wahnsinn nistet. Die vorliegende Sammleredition der Kultreihe aus der Feder von Wolfgang Hohlbein präsentiert die Hexer-Geschichten als 'Director's Cut' in ihrer ursprünglichen Form, in chronologischer Reihenfolge und mit Hintergrundinfos und neuen Vorworten von Wolfgang Hohlbein über die Schaffensphase der Hexer-Reihe erweitert. Folge 29: Unter dem Vulkan. Über das Meer wehten Schreie heran, Schreie voller Angst und Tod und Wahnsinn. Die Nacht war zerrissen vom Peitschen der Schüsse und dem Prasseln und Krachen der brennenden Häuser, und dann und wann durchbrach ein fürchterlicher, brüllender Laut das höllische Crescendo; ein Geräusch, das den Männern an Bord der ZUIDERMAAR einen eisigen Schauer über den Rücken jagte und ihre Seelen erstarren ließ. Denn es war kein Laut, wie ihn die Kehle irgendeines lebenden Wesens hervorbringen konnte... Dieser Band 'Unter dem Vulkan' - Folge 29 - gehörte ursprünglich zu der Romanheftreihe DER HEXER. Begleite Robert Craven auf seinen fantastisch-schaurigen Abenteuern in einer Welt zwischen Horror und Wahnsinn! Perfekt für Fans von Lovecraft, dem Cthulhu-Mythos und schauriger Horrorspannung!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 07.01.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838721989
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 741 kBytes
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Der Hexer 29

Ü ber das Meer wehten Schreie heran, Schreie voller Angst und Tod und Wahnsinn. Die Nacht war zerrissen vom Peitschen der Schüsse und dem Prasseln und Krachen der brennenden Häuser, und dann und wann durchbrach ein fürchterlicher, brüllender Laut das höllische Crescendo; ein Geräusch, das den Männern an Bord der Zuidermaar einen eisigen Schauer über den Rücken jagte.

Denn es war kein Laut, wie ihn die Kehle irgendeines lebenden Wesens hervorbringen konnte ...

"Was muss noch passieren, damit Sie mir endlich glauben?", fragte ich gepresst. "Dort drüben sterben Menschen, Harmfeld. Unschuldige Menschen!"

Der Kapitän der Zuidermaar antwortete nicht auf meine Worte, aber er sah mich auch nicht an, sondern wich meinem Blick aus, und ich spürte, dass er innerlich ganz und gar nicht so unbewegt war, wie er zu sein vorgab. Seine Hände schmiegten sich so fest um die Reling, als wolle er das armdicke Holz zerbrechen.

Es war kalt auf dem Deck des gewaltigen Kriegsschiffes. Die Nacht lag wie ein Vorhang aus Schwärze ringsum auf dem Meer, und bis auf die Todesschreie der sterbenden Stadt war es vollkommen still. Selbst das Rauschen und Murmeln des Meeres war verstummt. Man hätte glauben können, in einer anderen Welt zu sein. Vielleicht waren wir es auch.

"Zum Teufel, lassen Sie endlich Segel setzen!", sagte ich, obwohl ich ganz genau wusste, wie sinnlos meine Worte waren. "Wir müssen von hier verschwinden!"

Kapitän Harmfeld richtete sich an der Reling auf, riss seinen Blick mit sichtlicher Anstrengung von dem schrecklichen Schauspiel am Ufer los und sah mich an. Obwohl die Nacht sehr dunkel war, konnte ich sehen, wie eingefallen und blass sein Gesicht wirkte. Es war drei Stunden her, dass wir den Angriff der Shoggoten - oder was immer Dagon uns sonst auf den Hals gehetzt hatte - abgeschlagen hatten, aber der Schrecken saß dem Holländer noch so tief in den Knochen, als wäre es erst Augenblicke her.

"Das kann ich nicht, Craven", sagte er. Es klang beinahe bedauernd. "Ich muss warten, bis die Boote zurück sind." Er ballte die Faust und blickte abermals zur Insel hinüber. "Wenn man wenigstens etwas sehen könnte!"

"Ich kann Ihnen sagen, was dort drüben geschieht", antwortete ich wütend. "Es sind die gleichen Ungeheuer, die die Zuidermaar angegriffen haben. Sie sind gerade dabei, die Stadt auszulöschen. Und Ihre Männer dazu."

Harmfeld wurde noch blasser. Sein Adamsapfel hüpfte nervös, und ich sah, wie sich seine Rechte zur Faust ballte. Aber er sagte kein Wort, sondern wandte sich nur mit einem Ruck ab und fuhr fort, die brennende Stadt anzustarren.

Es hatte vor einer halben Stunde begonnen. Harmfeld und ich hatten in der Kapitänskajüte gesessen, einerseits, um unsere Wunden verbinden zu lassen - von denen wir wahrlich genug abbekommen hatten, auch wenn keine davon wirklich gefährlich war -, andererseits, weil ich geglaubt hatte, dass der Kapitän nach allem, was geschehen war, endlich Vernunft annehmen würde. Aber das war nicht der Fall. Ich hatte ihm so ziemlich alles erzählt, was nach meiner Ankunft auf Krakatau geschehen war; aber natürlich hatte er mir kein Wort geglaubt. Vielleicht hätte ich umgekehrt auch nicht anders reagiert.

Dann hatten uns die ersten Schreie an Deck gelockt. Trotz des bleichen Mondes war die Nacht zu dunkel, als dass wir irgendwelche Einzelheiten erkennen konnten, aber bei dem ersten Schrei war es nicht geblieben. Schon nach Augenblicken hatten Schüsse die Stille zerrissen, und wenig später waren die ersten Brände aufgeflammt.

Im Grunde hatte Harmfeld nichts anderes als seine Pflicht getan, als er alle fünf Pinassen der Zuidermaar mit fast der Hälfte seiner Marinesoldaten bemannen ließ, um sie zum Ufer zu schicken. Und trotzdem war es das Falscheste, was er überhaupt tun konnte. Ich hatte versucht, ihn zu warnen. Aber nat

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