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Der Hexer 38 Necron - Legende des Bösen. Roman von Hohlbein, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.05.2014
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Der Hexer 38

Ein Universum des Grauens, beherrscht von bösen Gottheiten, von lebenden Schatten und von Büchern, in denen der Wahnsinn nistet. Die vorliegende Sammleredition der Kultreihe aus der Feder von Wolfgang Hohlbein präsentiert die Hexer-Geschichten als 'Director's Cut' in ihrer ursprünglichen Form, in chronologischer Reihenfolge und mit Hintergrundinfos und neuen Vorworten von Wolfgang Hohlbein über die Schaffensphase der Hexer-Reihe erweitert. Folge 38: Necron - Legende des Bösen. Er lebte noch. Bruder Lecierc verstand nicht, warum das so war. Er war auch nicht in der Lage, mehr als einen Gedanken an dieses Wunder zu verschwenden. Er blutete aus zahllosen Wunden, seine Hände waren gefühllos und taub, und wo er entlangkroch, blieb eine glitzernde rote Spur auf dem Fels zurück. Er spürte nicht einmal mehr den Schmerz, der ihn nach seinem Erwachen schier in den Wahnsinn hatte treiben wollen. Jedes bisschen Kraft, das er noch hatte, galt der Aufgabe, weiter zu kriechen, seinen geschundenen Leib Stück für Stück über den schwarzen Granit zu ziehen, immer weiter auf das Ziel zu, das irgendwo vor ihm lag. Das Tor... Dieser Band 'Necron - Legende des Bösen' - Folge 38 - gehörte ursprünglich zu der Romanheftreihe DER HEXER. Begleite Robert Craven auf seinen fantastisch-schaurigen Abenteuern in einer Welt zwischen Horror und Wahnsinn! Perfekt für Fans von Lovecraft, dem Cthulhu-Mythos und schauriger Horrorspannung!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 13.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838722078
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1892 kBytes
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Der Hexer 38

W artet hier." Der schwarz gekleidete Drachenkrieger machte eine bestimmende Bewegung mit der Linken, um seine Worte zu unterstreichen, wandte sich um und verschwand gebückt durch die niedrige Tür, die den Gang vor uns abschloss. Es war die einzige Tür dieses Ganges, die einzige Öffnung überhaupt, sah man von dem zerborstenen Loch ab, durch das wir das titanische Hauptgebäude der Burg betreten hatten. Das dumpfe Krachen, mit dem sie hinter ihm ins Schloss fiel, erinnerte mich an das Zuschlagen eines Sargdeckels.

Ich schauderte. Für einen kurzen Augenblick hatte ich das Gefühl, von den nachtschwarzen Wänden erdrückt zu werden. Selbst das zuckende rote Licht der Fackeln, die in regelmäßigen Abständen in Halterungen an den Wänden steckten, schien in dem schwarzen Granit zu versickern.

Ich versuchte die Vorstellung abzuschütteln, aber ich gehöre seit jeher zu jenen bedauernswerten Menschen, die mit einer lebhaften Phantasie geschlagen sind. Statt sich dorthin zu trollen, wo sie hergekommen waren, wurden die entsetzlichen Visionen eher schlimmer. Für ein paar Sekunden glaubte ich das Gewicht der zahllosen Tonnen Fels und Mauerwerk, die sich über unseren Köpfen türmten, beinahe körperlich zu fühlen.

Shadow bewegte sich unruhig neben mir. Auch das Gesicht der El-o-hym wirkte angespannt und verkrampft. Mit ihren feinen, ungleich schärferen Sinnen musste sie die dämonische Ausstrahlung dieser Albtraumburg weitaus stärker empfinden als ich. Für Shadow musste der Weg, den wir innerhalb der letzten zehn Minuten zurückgelegt hatten, im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle gewesen sein.

Sonderbarerweise tat der Gedanke fast wohl. Es hatte nichts mit Schadenfreude zu tun; nein – es tat einfach gut zu wissen, dass ich mit meiner Angst nicht allein war. Und irgendwie machte es Shadow menschlicher, dass auch sie sich fürchtete.

Sie musste meine Gefühle gespürt haben, denn genau in diesem Moment drehte sie sich halb zu mir herum und lächelte; ein sonderbar warmes, mitfühlendes Lächeln, das ihrem Engelsgesicht ein wenig von seiner sterilen Schönheit nahm und sie ein wenig verwundbarer, aber auch menschlicher erscheinen ließ. Sie sagte nichts, aber das war auch gar nicht nötig. Mit Ausnahme Priscyllas war Shadow vielleicht das einzige Wesen auf der Welt, mit dem ich mich auch ohne Worte verständigen konnte.

"Necron wusste die ganze Zeit, dass wir kommen, nicht wahr?", fragte ich.

Shadow nickte. "Gegen seinen Willen wären wir niemals hierhergekommen", sagte sie.

Ihre Worte überraschten mich kein bisschen. Der Weg hierher, zu dieser bizarren Burg hinter dem Ende der Welt, war so mit Hindernissen und Fallen gespickt gewesen, dass alles Glück der Welt nicht ausgereicht hätte, ihn auch nur zur Hälfte zu bewältigen, ohne ein Dutzend Mal umgebracht zu werden.

Aber die Erkenntnis ließ mich kalt; so wie alles andere.

Seit wir das Tor der Drachenburg durchschritten hatten, war eine sonderbare Veränderung mit mir vonstatten gegangen. Ich schien zwei Mal zu existieren: Es gab einen Robert Craven, der halb wahnsinnig vor Angst war und sich ebenso verzweifelt wie ergebnislos fragte, welcher Teufel ihn geritten haben mochte, freiwillig hierherzukommen; eine Entscheidung, die etwa der gleichkam, freiwillig die Hand ins Maul eines mürrischen Haifisches zu legen und ihn am Gaumen zu kitzeln.

Aber es gab noch einen anderen Teil in mir, der alles, was bisher geschehen war – und alles, was noch geschehen mochte! –, mit beinahe stoischem Gleichmut betrachtete. Der Tod der fünf Tempelritter, unser eigenes Schicksal, das bevorstehende Treffen mit Necron und die einzig mögliche Konseque

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