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Der Hexer 52 Revolte der Echsen. Roman von Hohlbein, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.11.2014
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Der Hexer 52

Ein Universum des Grauens, beherrscht von bösen Gottheiten, von lebenden Schatten und von Büchern, in denen der Wahnsinn nistet. Die vorliegende Sammleredition der Kultreihe aus der Feder von Wolfgang Hohlbein präsentiert die Hexer-Geschichten als 'Director's Cut' in ihrer ursprünglichen Form, in chronologischer Reihenfolge und mit Hintergrundinfos und neuen Vorworten von Wolfgang Hohlbein über die Schaffensphase der Hexer-Reihe erweitert. Folge 52: Revolte der Echsen. Der Platz bot einen Anblick des Schreckens. Wo vor Tagesfrist noch eine Stadt gewesen war, erstreckte sich nun ein Ruinenfeld, übersät mit Trümmern, Unrat, Asche und Toten. Die Meisten waren nicht menschlich - große, grün schimmernde Geschöpfe, die an Echsen erinnerten, in einfache Kleidung gehüllt: Sree. Aber viele der reglos ausgestreckten Gestalten hatten auch die Gesichter von Menschen. Zu viele... Dieser Band 'Revolte der Echsen' - Folge 52 - gehörte ursprünglich zu der Romanheftreihe DER HEXER. Begleite Robert Craven auf seinen fantastisch-schaurigen Abenteuern in einer Welt zwischen Horror und Wahnsinn! Perfekt für Fans von Lovecraft, dem Cthulhu-Mythos und schauriger Horrorspannung!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 64
    Erscheinungsdatum: 25.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838722214
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 879 kBytes
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Der Hexer 52

D er Platz bot einen Anblick des Schreckens. Wo vor Tagesfrist noch eine Stadt gewesen war, erstreckte sich nun ein Ruinenfeld, übersät mit Trümmern, Unrat, Asche und Toten. Die meisten waren nicht menschlich – große haarige Geschöpfe, die an Affen erinnerten, in einfache Kleidung gehüllt: Sree. Aber viele der reglos ausgestreckten Gestalten hatten auch die Gesichter von Menschen.

Zu viele.

Dabei hatte die eigentliche Schlacht gar nicht stattgefunden. Der Kampf – soweit man das Gemetzel, das die Shoggoten unter den Conden-Leuten angerichtet hatten, so nennen mochte – hatte sich auf ein beinahe winziges, halbkreisförmiges Terrain vor dem Eingang des niedergebrannten Gebäudes beschränkt, in dem die Metamorphose-Seuche ausgebrochen war.

Nein – die weitaus größte Zahl von Opfern hatte die Panik gefordert, die unter den menschlichen und tierischen Bewohnern Condens ausgebrochen war.

Und nur die allerwenigsten Toten trugen Uniformen. Es waren wieder einmal die Unbeteiligten gewesen, die den Preis für diesen Wahnsinn bezahlten: die Kinder, die Alten, die Schwachen und Kranken, die der in Panik geratenen Menge nicht mehr hatten ausweichen können und zu Tode getrampelt worden waren. Der Anblick erfüllte mich mit einem Gefühl rasenden, hilflosen Zornes, wenngleich auch aus gänzlich anderen Gründen, als meine Begleiter annehmen mochten.

"Nein", sagte ich – nicht zum ersten Mal, seit ich an Anehs Seite den Turm verlassen hatte und auf den obersten Stufen der Freitreppe stehen geblieben war.

Aneh widersprach nicht, aber der Blick ihrer großen dunklen Augen war voller Trauer. Es war allein dieser Blick, der mich schon wieder in die Defensive drängte. Obwohl ich mir fest vorgenommen hatte, es nicht mehr zu tun, fügte ich hinzu: "Du musst mich verstehen, Aneh. Dies alles hier ist entsetzlich, aber es ..."

"Es geht Euch nichts an, Herr, ich weiß", sagte Aneh leise. Ihre Stimme war so traurig wie ihr Blick. Sie rang sich ein Lächeln ab, aber ich sah Tränen in ihren Augen schimmern. Trotz der ungeheuerlichen Macht, die in ihrem Bewusstsein schlummerte und nur darauf wartete, geweckt zu werden, war sie noch ein Kind. Genau wie all die anderen Magier, die mich und die neue Kreisversteherin Condens in respektvollem Abstand umstanden.

Ich fühlte mich hilflos wie selten zuvor in meinem Leben. Dabei – absurd genug – war ich zum ersten Male überhaupt in einer Position, in der ich wirkliche Macht hatte. Noch vor Tagesfrist war ich ein Gefangener dieser Leute gewesen, einer dazu, den umzubringen sie keinerlei Mühen gescheut hatten.

Jetzt war ich ihr König.

Mehr noch – ihr Gott.

So ganz hatte ich die Geschichte, die mir Aneh im Laufe des vergangenen Abends erzählt hatte, noch immer nicht verstanden; vielleicht, weil sie einfach zu fantastisch war, um wahr zu sein.

Es war die Geschichte dieses Volkes; eine Geschichte, die Jahrtausende in die Vergangenheit reichte und keinen Anfang hatte; jedenfalls keinen, den Aneh und die anderen noch gekannt hätten. Die Geschichte eines seit mehr als tausend Jahren tobenden, gnadenlosen Krieges zwischen den beiden gewaltigen Türmen, in die sich die menschlichen Bewohner dieser unterseeischen Welt zurückgezogen hatten – und ihres Befreiers.

Es muss wohl eine Art Naturgesetz sein, dass Menschen, die in Not sind, sich stets nach einem Befreier sehnen, einem Gott, der im Augenblick der höchsten Gefahr vom Himmel herabstieg und sie rettete; und es gab auch hier diese Legende, wie überall. Mit einem Unterschied: Den Menschen von Conden war dieser Befreier wirklich erschienen, ein Mann mit Zauberkräften, der im buchstäblich

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