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Der indiskrete Roboter Utopische Erzählungen von Branstner, Gerhard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.09.2016
  • Verlag: EDITION digital
eBook (ePUB)
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Der indiskrete Roboter

Die Raumlotsen der Station für außerordentliche Ereignisse sind manch heikler Situation ausgesetzt: Abenteuern, in die der technische Unternehmungsgeist der Menschen führt, und unerwarteten Streichen des Roboters Oskar. So kann der kosmische Leuchtturm zunächst nicht planmäßig in Betrieb genommen und Gustavs Geburtstagsfeier zum 70. muss verschoben werden, weil Oskar den Leuchtturm zum Anlass für ein ganz besonderes Geschenk nimmt; die hohe Temperatur im Kumosee ist zwar nach dem Geschmack einiger Urlauber, aber nicht nach den Vorstellungen der Wissenschaftler in der lädierten Kapsel auf dem Grund des Sees; und Fredys Eifersucht wird zur Ursache zahlreicher, nicht immer komischer Verwicklungen. Da jedoch zu Oskars Zeit die Menschen maschinenfreundlich sind (denn sie haben die Maschinen menschenfreundlich konstruiert), bekommt der Roboter die Streiche weniger mit dem Hammer heimgezahlt als mit einer schmerzlosen Programmkorrektur. Es geht heiter zu im Buch, so heiter und unbeschwert, wie sich Gerhard Branstner den Umgang der Menschen miteinander in Zukunft - und nicht nur für die allzu ferne - wünscht.

Geboren am 25.Mai 1927 in Blankenhain/Thüringen, Volksschule, drei Jahre Verwaltungslehre. 1945 Soldat im 2. Weltkrieg, bis 1947 in amerikanischer, französischer und belgischer Kriegsgefangenschaft. 1949 - 1951 Abitur an der ABF Jena, 1951 bis 1956 Studium der Philosophie an der Humboldt-Universität Berlin, 1963 Promotion (Dr. Phil.). 1956 - 1962 Dozent an der Humboldt-Universität, 1962 - 1964 Lektor, 1966 - 1968 Cheflektor Eulenspiegelverlag/ Das Neue Berlin. Ab 1968 freiberuflicher Schriftsteller. 2008 in Berlin verstorben. Bibliografie IST DER APHORISMUS EIN VERLORENES KIND? Literarische Miniaturen, Aufbau-Verlag Berlin 1959. ZU BESUCH AUF DER ERDE. Unwahre Begebenheiten, Mitteldeutscher Verlag Halle (Saale) 1961. NEULICHKEITEN. Geschichten mit und ohne Spaß, Eulenspiegel Verlag Berlin 1964. DER VERHÄNGNISVOLLE BESUCH. Kriminalroman, Verlag Das Neue Berlin 1967. DIE REISE ZUM STERN DER BESCHWINGTEN. Utopischer Roman, Hinstorff Verlag Rostock 1968. DIE WEISHEIT DES HUMORS. Sprüche und Aphorismen zur Lebenskunst, Hinstorff Verlag Rostock 1968. NEPOMUKS PHILOSPHISCHE KURZANEKDOTEN, Hinstorff Verlag Rostock 1969. DER FALSCHE MANN IM MOND. Utopischer Roman, Hinstorff Verlag Rostock 1970. DER NARRENSPIEGEL, Hinstorff Rostock 1971. DER ASTRONOMISCHE DIEB. Utopische Anekdoten, Verlag Das Neue Berlin 1973. VOM HIMMEL HOCH oder Kosmisches Allzukosmisches, Verlag Das Neue Berlin 1974. DER STERNENKAVALIER. Eine Utopie, Verlag Das Neue Berlin 1976. DER ESEL ALS AMTMANN oder Das Tier ist auch nur ein Mensch, Buchverlag Der Morgen Berlin 1977. DER HIMMEL FÄLLT AUS DEN WOLKEN. Heitere Spiele, Buchverlag Der Morgen Berlin 1977. KANTINE. Eine Disputation in fünf Paradoxa, Hinstorff Verlag Rostock 1977 (2., die Bühnenfassung berücksichtigende Auflage: 1981). PLEBEJADE oder Die wundersamen Verrichtungen eines Riesen, Buchverlag Der Morgen Berlin 1978. HANDBUCH DER HEITERKEIT, Mitteldeutscher Verlag Halle-Leipzig 1979. DER INDISKRETE ROBOTER. Utopische Erzählungen, Mitteldeutscher Verlag Halle-Leipzig 1980. DIE OCHSENWETTE. Anekdoten nach dem Orientalischen geschrieben, Hinstorff Verlag Rostock 1980 KUNST DES HUMORS - HUMOR DER KUNST. Beitrag zu einer fröhlichen Wissenschaft, Mitteldeutscher Verlag Halle-Leipzig 1980. GERHARD BRANSTNERS SPRUCHSÄCKEL, Buchverlag Der Morgen Berlin 1982. DIE UNMORALISCHE TUGEND Nepomuks, Mitteldeutscher Verlag Halle-Leipzig 1982.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 110
    Erscheinungsdatum: 05.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783956557187
    Verlag: EDITION digital
    Größe: 282kBytes
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Der indiskrete Roboter

Der Altlotse hatte die Lorak einige Male um die Kapsel herumgeführt, um den günstigsten Ansatzpunkt zu finden, während Fredy den Roboter aus einer eigengesteuerten in eine fernzusteuernde Maschine verwandelt hatte. Damit waren alle Vorkehrungen getroffen, und Fredy stellte die Verbindung mit Boris her. "Wir sind so weit, es kann losgehen!" "Und Oskar", erkundigte sich Boris, "können wir uns auf ihn verlassen?" "Kannst ja eine Probe machen." Boris unterbrach den Videofonkontakt, sodass gesichert war, dass der Roboter ihn weder hören noch sehen konnte. Fredy blickte gespannt auf Oskar. Der zeigte dem Junglotsen einen Vogel. Fredy stellte den Videofonkontakt wieder her und fragte Boris, was er dem Roboter befohlen habe. "Er sollte dir einen Vogel zeigen." "Na bitte", rief Fredy, "er funktioniert!" Er beorderte den Roboter ohne weitere Umstände in-die Schleuse, und Gustav steuerte das Lotsenschiff in Schrittgeschwindigkeit auf die Kapsel zu. Doch da stoppte Boris das weitere Vorgehen. "Genau unter mir", rief er, "ist soeben ein kleiner Ballon an der Wasseroberfläche aufgetaucht!" "Demnach", konstatierte Gustav, "ist die Postschleuse betriebsfähig. An dem Ballon hängt die Postkassette. Sieh nach, was sie enthält. Das kann für unser weiteres Vorgehen von Wichtigkeit sein." Boris hatte bereits den Greifer ausgefahren und holte den Ballon mitsamt der Kassette an Bord des Unikraft. Nach einer kurzen Prüfung ihres Inhalts schloss er die Kassette wieder. "Da ist keine Nachricht drin, nur wissenschaftliche Aufzeichnungen." "Das kann auch als eine Nachricht verstanden werden", meinte Gustav, "jedenfalls ist es ein Lebenszeichen." Der Altlotse führte jetzt die Lorak vollends an die Kapsel heran, setzte mit sanftem Druck auf ihr auf und glitt über sie hin. Tatsächlich nahm die Lorak die Kapsel ein Stück mit, aber nur bis zum Kuhlenrand. Von dort rollte sie zurück. "Also das Ganze noch mal!", rief Gustav. "Und wenn das auch nichts bringt?", fragte der Junglotse. "Dann bohre ich die Lorak unter der Kapsel in den Grund und schaufle sie heraus!" Doch das war nicht nötig. Schon der nächste Versuch war erfolgreich. Die Kapsel rollte über den Rand der Kuhle und blieb einige Meter weiter, mit der Krampe nach oben, liegen. "Jetzt ist die Krampe wieder zu hoch", rief Fredy verzweifelt, "wie soll Oskar da hinaufkommen? Ich glaube, jetzt kann nur noch Boris helfen." "Das fehlte noch", sagte Gustav, löste ohne ein weiteres Wort einen der Pilotensessel aus der Halterung, öffnete die Schleuse und stellte Oskar den Sessel vor die Füße. "Und jetzt ab mit dir!" Fredy begriff und übernahm nun per Funk die Fernlenkung des Roboters. Sobald er aus der Schleuse war, ergriff er das freie Ende der Trosse, stapfte zur Kapsel, stellte sich auf den Sessel und befestigte die Trosse an der Krampe. "Ist er nicht brav, unser Oskar?", rief Fredy und befahl dem Roboter, zurückzukommen und den Sessel mitzubringen. Oskar stieg auch sogleich vom Sessel, hob ihn an und bewegte sich auf die Lorak zu. blieb jedoch nach einigen Schritten stehen und war trotz aller Bemühungen Fredys nicht von der Stelle zu bringen. "Wie es scheint", sagte Gustav, "hat es ihn jetzt endgültig erwischt." Fredy blickte den Altlotsen ungläubig an. "Du willst ihn doch nicht etwa zurücklassen?" "Was bleibt uns übrig? Die Leute in der Kapsel gehen vor." "Vielleicht liegt es nur am Leitgerät." Fredy mühte sich verzweifelt, aber ohne Erfolg. "Das einfachste ist, ich hole ihn rein!" "Das lässt du schön bleiben!" Gustav brachte die Lorak behutsam in Fahrt. "Du weißt, dass du den Druck in dieser Tiefe nicht aushalten würdest." Die Trosse straffte sich, und das Lotsenschiff zog, allmählich Höhe gewinnend, mit der Kapsel davon. Fredys Blick hing an dem Roboter, der dem standhaften Zinnsoldaten gleich mit dem Sessel in den vorgestreckten Armen einsam und allein zurückblieb. Für den Fall, dass er sich erholen würde, gab der Junglotse Oskar den Befehl, zum Ostufer des Sees zu

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