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Der Pfahl Roman von Laymon, Richard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.09.2010
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Der Pfahl

Vampirhorror der anderen Art
Der Horrorautor Larry entdeckt eine Geisterstadt in der Wüste Kaliforniens. Im Keller eines verfallenen Hotels steht ein Sarg, in dem eine mumifizierte weibliche Leiche liegt. Und in dieser Leiche steckt ein Holzpfahl. Larry beschließt, den Sarg mitzunehmen und das Entfernen des Pfahls auf Video für die Nachwelt festzuhalten. Keine gute Idee, wie sich bald herausstellen wird.

Richard Laymon wurde 1947 in Chicago geboren und studierte in Kalifornien englische Literatur. Er arbeitete als Lehrer, Bibliothekar und Zeitschriftenredakteur, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete und zu einem der bestverkauften Spannungsautoren aller Zeiten wurde. 2001 gestorben, gilt Laymon heute in den USA und Großbritannien als Horror-Kultautor, der von Schriftstellerkollegen wie Stephen King und Dean Koontz hoch geschätzt wird.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 608
    Erscheinungsdatum: 16.09.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641049614
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Stake
    Größe: 900kBytes
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Der Pfahl

8 (S. 73-74)

Larry trank Kaffee und las eine Stunde lang im neuen Buch von Shaun Hutson, nachdem Lane zur Schule gegangen war. Dann legte er das Buch zur Seite und stand aus seinem Sessel auf. "Ich sollte jetzt besser anfangen." "Viel Spaß", sagte Jean und blickte von ihrer Zeitung auf, als er hinter ihr vorbeiging. Larry schloss seine Bürotür und setzte sich an seinen Computer. Er hatte schon beschlossen, heute nicht an Fremder in der Nacht zu arbeiten. Mit dem Buch kam er gut voran. Zwei Wochen sollten reichen, um es fertigzustellen. Und dann? Das ist der Haken an der Sache, dachte er.

Normalerweise hatte er schon eine ziemlich klare Vorstellung vom nächsten Roman, wenn er kurz davor stand, ein Buch zu beenden. Er hatte seitenweise Notizen zur Handlung und den Figuren und auch schon einige der wichtigsten Szenen ausgearbeitet. Aber dieses Mal nicht. Da muss sich was tun, sagte er sich. An dem Tag, an dem er Ende unter Fremder in der Nacht schrieb, wollte er eine neue Diskette in seinen Rechner schieben und mit Kapitel eins beginnen. Wovon auch immer. Noch zwei Wochen. Das war eigentlich noch eine Menge Zeit. Du wirst dir schon etwas einfallen lassen. Solltest du besser.

Noch neunzig Seiten. Dann würde er vor einer leeren Diskette sitzen, einem Vakuum, einem spöttischen Nichts, das ihn an den Rand der Verzweiflung treiben würde. Das war ihm schon ein paar Mal passiert. Er hatte Angst davor, noch einmal so eine Phase durchzumachen. Das wird nicht geschehen, versicherte er sich. Er formatierte eine neue Diskette und ließ sich das Verzeichnis anzeigen: 321 536 Bytes zum Herumspielen. Ein paar tausend davon wollte er heute gern aufbrauchen. Ein oder zwei Seiten würden genügen. Vielleicht. Er drückte die Enter-Taste, und der Bildschirm leerte sich. Sofort deaktivierte er den Blocksatz, der sonst so merkwürdige Abstände zwischen den Wörtern verursachen würde, Abstände, die ihn wahnsinnig machten, wenn er den Ausdruck las.

Er drückte ein paar weitere Tasten. "Romannotizen - Montag, 3. Oktober", erschien in gelber Schrift in der linken oberen Ecke des Bildschirms. Dann saß er da. Er starrte auf die Tastatur. Einige Tasten waren verstaubt. Besonders schmutzig waren die Tasten, die er am seltensten benutzte: die Zahlen, die Leertaste (bis auf eine saubere Stelle in Form seiner rechten Daumenkuppe), einige Tasten am Rand, mit denen man offenbar verschiedene mysteriöse Funktionen steuern konnte. Bei der Hälfte dieser Tasten hatte er nicht die geringste Ahnung, wozu sie dienten. Manchmal drückte er versehentlich eine davon.

Die Konsequenzen konnten fatal sein. Er verbrachte eine Weile damit, die Tastatur zu säubern, kratzte mit dem Fingernagel Linien durch die grauen Flecken. Hör auf, deine Zeit zu verschwenden, sagte er sich. Er schabte die Asche von letztem Samstag aus seiner Pfeife, stopfte frischen Tabak hinein und zündete sie an. Das Streichholzheftchen war aus dem Sir Francis Drake auf dem Union Square. Vor zwei Jahren hatten sie dort während eines Sommerurlaubs an der kalifornischen Küste zu Mittag gegessen. In Gedanken nannte er diese Reise immer die "Hafen-Tour".

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