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Der Untergang der Könige Drachengesänge 1 von Lyons, Jenn (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.09.2019
  • Verlag: Klett-Cotta
eBook (ePUB)
19,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Ab 21.09.2019 per Download lieferbar

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Der Untergang der Könige

Jenn Lyons eröffnet mit "Der Untergang der Könige" ein großes Epos um einen Jungen, der mitten hinein gerät in die Konflikte zwischen Adelshäusern, Zauberern und Dämonen. Hängt von ihm das Schicksal des ganzen Reiches ab? "Erzähl mir eine Geschichte." Das Ungeheuer machte es sich vor den eisernen Gitterstäben von Kihrins Kerkerzelle bequem. Und der Junge aus den Elendsvierteln von Quur beginnt zu erzählen. Von seinem Leben als Dieb, von seinem Vater, der Harfe spielte, und ihn mit den Geschichten verschollener Prinzen und ihrer Abenteuer großzog. Davon, wie sein Unglück begann, als ihn ein Prinz für seinen verloren geglaubten Sohn hielt und er von nun an Macht und Intrigen einer Adelsfamilie ausgeliefert war. Was hat es aber mit Khirin auf sich, dass er später auf dem Sklavenmarkt zu einem unvorstellbar hohen Preis versteigert wurde? Und wie kam es dazu, dass er in der düsteren Gefängniszelle, bewacht von einem zum Plaudern aufgelegten Ungeheuer, landete? Vielleicht gehört Kihrin ja gar nicht zu den Helden, von denen die alten Sagen und Lieder erzählen. Vielleicht ist er auch nicht dazu bestimmt, die Welt zu retten - sondern sie zu vernichten. "Genau so muss epische Fantasy sein: opulent, prachtvoll, brillant, spannend, grausam, in einem Wort: rundherum überzeugend." Lev Grossmann, Autor von "Fillory - Die Zauberer" "Lyons schreibt so gewaltig und schicksalhaft wie Patrick Rothfuss, choreografiert die Spannung so kunstvoll wie Brandon Sanderson. Damit gelingt ihr die Punktlandung in der Oberliga der High-Fantasy-Literatur." Booklist Jenn Lyons, lebt mit ihrem Mann und drei Katzen in Atlanta im Bundesstaat Georgia. Tagsüber entwickelt sie Videospiele, um sich abends und nachts ihrer Leidenschaft dem Schreiben und Erfinden von Welten hinzugeben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 800
    Erscheinungsdatum: 21.09.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783608191752
    Verlag: Klett-Cotta
    Originaltitel: The Ruin of Kings
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Der Untergang der Könige

1
Die Sklavenauktion

(Kihrins Geschichte)

Als sie mich auf das Versteigerungspodest führten und ich den Blick über die Menge schweifen ließ, dachte ich: Hätte ich ein Messer, würde ich euch alle töten .

Und wenn ich nicht nackt wäre , fügte ich hinzu.

Außerdem war ich in Ketten. Ich hatte mich noch nie so hilflos gefühlt, und ...

Wie, du glaubst mir nicht, dass das der Anfang ist, Klaue? 1

Was meinst du überhaupt mit "Anfang"? Wessen Anfang? Meiner? So gut erinnere ich mich nicht daran. Deiner? Du bist Tausende von Jahren alt und hast dir die Erinnerungen ebenso vieler Opfer einverleibt. Du bist doch diejenige, die diese Geschichte hören will. Und das wirst du auch, aber zu meinen Bedingungen und nicht deinen.

Also noch mal von vorn.

Die Stimme des Auktionators dröhnte durch das Amphitheater: "Los Nummer sechs an diesem Morgen ist ein schönes Exemplar. Was für ein Gebot höre ich für diesen menschlichen Doltarimann? 2 Er ist ein ausgebildeter Musiker mit einer ausgezeichneten Singstimme und erst sechzehn Jahre alt. Seht euch seine goldenen Haare an, diese blauen Augen und das hübsche Gesicht. Möglicherweise fließt sogar Vané-Blut in seinen Adern! Er ist eine willkommene Bereicherung für jeden Haushalt, aber wohlgemerkt nicht kastriert, meine Damen und Herren, also macht ihn besser nicht zum Aufseher über euren Harem!" Der Auktionator drohte anzüglich grinsend mit dem Finger, wofür er ein paar halbherzige Lacher erntete. "Das Eröffnungsgebot liegt bei zehntausend Ords."

Mehrere seiner Zuhörer schnaubten amüsiert über den Preis.

Er war zu hoch.

An dem Tag sah ich völlig wertlos aus. Die Sklavenmeister von Kishna-Farriga hatten mich zwar gebadet, aber die Waschbürste hatte die offenen Peitschenstriemen auf meinem Rücken hellrot anlaufen lassen. Und nachdem ich monatelang in Ketten gelegen hatte, konnten meine kupfernen Armbänder die Abschürfungen an den Handgelenken kaum verbergen. Die dicken Blasen an meinem linken Fußknöchel waren entzündet und eitrig. Ich war von den typischen Quetschungen und Beulen übersät, die einen aufsässigen Sklaven kennzeichnen, und ich zitterte vor Hunger, aber auch wegen des steigenden Fiebers. Zehntausend Ords war ich auf keinen Fall wert. Nicht mal hundert.

Um ehrlich zu sein, ich hätte mich selbst nicht gekauft.

"Ach, seid doch nicht so, meine lieben Leute! Ich weiß, wie er aussieht, aber ich verspreche euch, er ist ein Rohdiamant, den man nur noch schleifen muss, damit er erstrahlt. Außerdem wird er euch keine Schwierigkeiten bereiten, denn seht her, ich halte sein Gaesch in der Hand! Will niemand hier zehntausend Ords für das Gaesch dieses hübschen jungen Sklaven ausgeben?" Mit diesen Worten streckte der Auktionator den Arm aus und präsentierte eine angelaufene Silberkette. Etwas Glänzendes baumelte von ihr herab, das im Sonnenlicht funkelte.

Die Menge konnte keine Einzelheiten erkennen, aber ich wusste, was er da hochhielt: einen von der salzhaltigen Luft schwarz verfärbten Silberfalken. Ein Teil meiner Seele war in dem Metall gefangen - das war mein Gaesch.

Er hatte recht, ich würde niemandem mehr Probleme machen. Nie wieder. Einen Sklaven mit einem Gaesch zu kontrollieren, ist ebenso wirkungsvoll wie grausam. Eine Hexe hatte einen Dämon beschworen, der mir ein Stück meiner Seele entrissen und auf dieses billige Souvenir übertragen hatte, das der Auktionator nun vor sich hielt. Jeder, der diesen verdammten Gaesch-Anhänger trug, konnte mich zu allem zwingen, wonach ihm der Sinn stand. Ganz gleich, was es war. Sollte ich einen Befehl verweigern, blühte mir ein qualvoller Tod. Also würde ich ausnahmslos alles tun, was der Besitzer meines Gaesch von mir verlang

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