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Der Zorn der Klinge Roman von McCullough, Kelly (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.02.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Der Zorn der Klinge

Einst gehörte der Assassine Aral Königsmörder zu den besten Klingen der Göttin Namara. Doch nach ihrem Tod suchte Aral Trost im Alkohol, und nur die Hilfe einiger Freunde brachte ihn wieder auf die Beine. Als ihn seine ehemalige Geliebte, die Baroness Maylien Dan Marchon, nun aufsucht und ihm mitteilt, dass König Thauvik einen Verbündeten Arals im Kerker gefangen hält, steht für ihn fest: Er kann seinen Freund nicht im Stich lassen, auch wenn das bedeutet, dass er den Kampf wieder aufnehmen muss. Der Königsmörder ist zurück, und der Krieg wird nicht enden, ehe er seinem Namen ein zweites Mal gerecht wird ...

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 365
    Erscheinungsdatum: 12.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732517039
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 526 kBytes
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Der Zorn der Klinge

1

G egenwart ist Vergangenheit. Die eine baut auf der anderen auf. Jeder neue Tag steht auf den aufgehäuften Leichnamen Tausender vergangener Tage. Meiner war keine Ausnahme. Zertrümmerte Möbel und Schmutz umgaben mich in dem, was einmal die Taverne Greifenkopf war. Ein Ort, einst mein Zuhause, von dem nur noch ein Trümmerhaufen geblieben war, verlassen, abgesehen von mir, meinem Partner und mächtigem Ärger. Die Vergangenheit hatte die Gegenwart zur Rechenschaft gezogen, so wie immer.

Ärger trägt tausend Gesichter und zeigt sich in millionenfacher Gestalt. In meinem Fall hatte sich der Ärger ein neues Gewand zugelegt. Eines, das ihm verdammt gut stand, was auch keine Überraschung war. Mein Ärger hatte einen Namen: Baronin Maylien Dan Marchon Tal Pridu, und sie sah immer gut aus. Groß und schlank, mit langem braunem Haar und liebreizenden Kurven, die sie in grünen Samt gehüllt hatte. Meine ehemalige Geliebte, Klientin und nicht anerkannte Erbin des Throns von Zhan war eine schöne Frau ... und der personifizierte Ärger. Haufenweiser Ärger.

"Setz dich." Mit der halb leeren Flasche, die ich in der Ruine gefunden hatte, deutete ich auf den Stuhl mir gegenüber. Whiskey schwappte aus dem gesprungenen Hals. "Lass mich dir ein Glas einschenken."

"Ich glaube nicht, dass auch nur einer deiner Vorschläge eine gute Idee wäre, Aral", entgegnete Maylien. "Eigentlich hatte ich gehofft, ich könnte dich überzeugen, mit mir von hier zu verschwinden, damit wir uns anderenorts unterhalten können. An einem sicheren Ort."

"Aber mir gefällt es hier." Ich schwang die Flasche herum, erfasste mit einer Geste die ganze finstere, verlassene Bar samt den verbretterten Fenstern, dem herumliegenden, zerbrochenen Mobiliar und der allgegenwärtigen, dicken Staubschicht. "Das ist einer der wenigen Orte, an denen ich mich je heimisch gefühlt habe." Meine Aussprache war undeutlich. Kein gutes Zeichen, aber das war mir egal. "Zumindest war das mal so, bevor diese Verwüstung, wer auch immer sie hinterlassen hat, passiert ist. Da wir schon dabei sind, ich vermute, dass du gerade jetzt hier auftauchst bedeutet, dass du irgendetwas darüber weißt."

Maylien seufzte und richtete ihren Blick auf den düsteren Schatten, den ich vor mir auf den Tisch warf. "Triss, gibt es irgendeine Chance, dass du Aral zur Vernunft bringst? Oder muss ich mich mit diesem Ort hier abfinden?"

Der Schatten bewegte sich, verwandelte sich von einem dunklen Spiegelbild meiner selbst in die Silhouette eines kleinen, geflügelten Drachen.

Eines Drachen, der wütend mit den Flügeln schlug. "Wenn ich Aral zur Vernunft bringen könnte, würde er nicht hier sitzen und trinken und darauf warten, dass die verdammte Elite auftaucht und seine Haut an die Wand nagelt und meine gleich dazu. Nein, natürlich nicht. Aber warum sollte er auch auf mich hören? Ich bin nur sein Vertrauter. Ist ja nicht so, als hätte ich in den neun von zehn Malen, in denen wir unterschiedlicher Meinung sind, recht. Oder, warte ... nein, genauso sieht das aus." Triss schüttelte den Kopf. "Er ist ein hoffnungsloser Fall."

"Damit könntest du richtigliegen." Maylien schob ihre Duellwaffe zur Seite und setzte sich mir gegenüber auf den staubigen Stuhl, was ihrem schicken Kleid beträchtlichen Schaden zufügen durfte. "Was willst du, Aral?"

Das war eine gute Frage. Was wollte ich? Es hatte eine Zeit gegeben, da hätte ich diese Frage mit Leichtigkeit beantworten können: Ich wollte das Instrument der Gerechtigkeit sein. Das war damals, in der alten Zeit, als man mich Aral Königsmörder nannte und ich zu den am meisten gefürchteten Assassinen der Welt zählte, als ich eine der berühmten Klingen der Namara war, der Göttin der Gerechtigkeit. Aber das war auch, bevor die anderen Götter sie ermordeten und befahlen, ihre Anhänger dem Schwert zuzuführen.

Danach wünschte ich mir für lange Zeit nichts mehr, als in jene Zeit zurückkehren zu

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