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Die Delfininsel Roman von Clarke, Arthur C. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.05.2016
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Die Delfininsel

Ein Abenteuer unter Wasser In der Zukunft beherrschen riesige Hoverschiffe nicht nur die Meere, sondern auch die Highways der Welt. Auf Luftkissen befördern sie rasend schnell Passagiere und Fracht. Eines Nachts hält eines davon direkt neben Johnnys Haus an, offenbar mit einem Motorschaden. Der neugierige Junge lässt sich die Gelegenheit nicht entgehen, sich einen dieser Giganten aus der Nähe anzusehen - und wird prompt zum blinden Passagier. Als das Hoverschiff auf hoher See erneut Schiffbruch erleidet, flieht die Mannschaft in den Rettungsbooten und lässt Johnny zurück. Doch er hat Glück: Eine Schule Delfine rettet ihn und bringt ihn zu einem unglaublichen Ort: der Delfininsel ... Arthur C. Clarke war einer der bedeutendsten Autoren der internationalen Science Fiction. Geboren 1917 in Minehead, Somerset, studierte er nach dem Zweiten Weltkrieg Physik und Mathematik am King's College in London. Zugleich legte er mit seinen Kurzgeschichten und Romanen den Grundstein für eine beispiellose Schriftsteller-Laufbahn. Neben zahllosen Sachbüchern zählen zu seinen größten Werken die Romane 'Die letzte Generation' und '2001 - Odyssee im Weltraum', nach dem Stanley Kubrick seinen legendären Film drehte. Clarke starb im März 2008 in seiner Wahlheimat Sri Lanka.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 100
    Erscheinungsdatum: 31.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641126858
    Verlag: Heyne
    Größe: 845 kBytes
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Die Delfininsel

2

Je näher Johnny kam, desto riesiger erschien ihm das Hoverschiff. Dabei gehörte es keineswegs zu den Giganten, wie die Hunderttausendtonner, die Öl oder Getreide befördernd, manchmal durch das Tal heulten. Wahrscheinlich erreichte es nur fünfzehn- oder zwanzigtausend Tonnen. Am Bug stand der Name "Santa Anna, Brasilia". Die Schrift war schon ein wenig verblasst. Selbst im Mondlicht hatte Johnny deutlich den Eindruck, dass das ganze Schiff einen neuen Anstrich und eine gründliche Überholung gut gebrauchen konnte. Wenn die Maschinen im gleichen Zustand waren wie der schäbige, geflickte Rumpf, ließ sich der unplanmäßige Aufenthalt leicht erklären.

Während Johnny das gestrandete Monstrum umkreiste, konnte er nirgends auch nur das geringste Lebenszeichen entdecken. Aber das überraschte ihn nicht. Frachter wurden weitgehend automatisch betrieben, und ein Schiff dieser Größe hatte vermutlich weniger als ein Dutzend Männer an Bord. Wenn Johnnys Vermutung richtig war, hockten sie jetzt wahrscheinlich alle im Maschinenraum und versuchten, einen Fehler zu entdecken.

Jetzt, da sie nicht mehr von ihren Düsen angehoben wurde, ruhte die "Santa Anna" auf den großen, flachen Kissen, die ihre Schwimmfähigkeit im Meer sicherten. Sie liefen unter dem ganzen Rumpf entlang und türmten sich über Johnny auf wie riesige, überhängende Wände. An mehreren Stellen war es möglich, sie zu ersteigen; es waren Stufen und Griffe in dem Rumpf eingearbeitet. Sie führten zu Einstiegsluken, die sechs bis sieben Meter über dem Boden lagen.

Johnny betrachtete diese Öffnungen sehr nachdenklich. Selbstverständlich waren sie verriegelt. Zumindest war das recht wahrscheinlich.

Aber was würde geschehen, wenn es ihm doch gelänge, an Bord zu kommen? Mit ein bisschen Glück konnte er sich alles gründlich ansehen, ehe die Besatzung ihn erwischte und wieder an die frische Winterluft setzte. Es war die Chance seines Lebens, und er würde es sich nie verzeihen, wenn er sie nicht nutzte.

Er zögerte nicht länger, sondern ging daran, die nächstgelegene Leiter hinaufzusteigen. Ungefähr vier Meter überm Boden dachte er noch einmal nach und zögerte ein Weilchen.

Zu spät. Die Entscheidung war bereits gefallen. Ohne jede Vorwarnung begann die große Wand, an der er lehnte, leise zu vibrieren. Ein brüllendes Aufheulen wie von tausend Stürmen zerriss die friedliche Nachtstille. Johnny blickte abwärts und sah, dass Erde, Steine, Grasbüschel unter dem Rumpf hervorgewirbelt wurden, während die "Santa Anna" sich langsam und mühselig hob. Er musste versuchen, an Bord zu gelangen, ehe das Hoverschiff in Fahrt kam. Was werden sollte, falls die Luke verschlossen war, wagte er sich nicht auszumalen.

Er hatte Glück. Ein in die Tür eingelassener Griff gestattete ihm, die Tür nach innen zu öffnen. Er sah einen schwach erhellten Gang vor sich. Sekunden später war Johnny im Innern der "Santa Anna" in Sicherheit und atmete erleichtert auf. Als er die Tür schloss, wurde das Düsengeheul zu gedämpftem Donner - und im selben Augenblick spürte Johnny, dass sich das Schiff in Bewegung setzte. Er war unterwegs zu einem unbekannten Ziel.

In den ersten Minuten hatte er Angst. Dann wurde ihm klar, dass kein Grund zur Sorge bestand. Er brauchte nur den Weg zur Kommandobrücke zu suchen, dort zu erklären, was sich zugetragen hatte, und man würde ihn beim nächsten Halt wieder von Bord lassen. Die Polizei würde ihn dann innerhalb weniger Stunden nach Hause schaffen.

Nach Hause! Aber er hatte kein Zuhause, keinen Ort, wo er wirklich hingehörte. Vor zwölf Jahren, als Johnny erst vier Jahre alt gewesen war, hatten seine Eltern bei einem Luftunfall den Tod gefunden. Seitdem hatte er bei einer Schwester seiner Mutter gelebt. Tante Martha hatte ihre eigene Familie und war über den Zuwachs nicht sehr erbaut gewesen. Solange der füllige, stets vergnügte Onkel James noch gelebt hatte, war es trotzdem gar nicht so schlecht gewesen

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