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Die Flüsse der Tiefe Roman von Clement, Hal (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.09.2015
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Die Flüsse der Tiefe

Eine Welt voller Rätsel Der Planet Enigma verfügt über eine Atmosphäre, obwohl er aufgrund seiner geringen Masse eigentlich gar nicht in der Lage sein sollte, eine zu halten. Ein Forscherteam wird ausgeschickt, diesem Rätsel auf den Grund zu gehen, doch je intensiver sie sich damit beschäftigen, desto verwirrender und unerklärbarer werden die Phänomene. Schließlich entdecken sie ein unterirdisches Stromsystem, doch was darin fließt, ist alles andere als Wasser ... Hal Clement, eigentlich Harry Clement Stubbs, wurde 1922 in Somerville, Massachusetts geboren und studierte Chemie und Astronomie an den Universitäten Boston und Harvard. Seit den 1940er Jahren schrieb er Science Fiction unter dem Pseudonym Hal Clement. Seine Romane 'Die Nadelsuche' und 'Schwerkraft' gehören zu den Klassikern des Genres. Hal Clement starb 2003.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 30.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641175993
    Verlag: Heyne
    Größe: 466 kBytes
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Die Flüsse der Tiefe

Natürlich habe ich das gesagt

Joe hatte eine sehr schwache und ungewohnte Empfindung.

Er wusste, dass es ungefähr an der Zeit war, mit der Realität Kontakt aufzunehmen, und neigte zu der Annahme, dass dies bloß der Effekt eines fremdartigen Antriebssystems wäre. Aber er konnte sich irgendwie nicht vollkommen sicher fühlen. Da war ein eigenartiger Zug von Desorientierung, als ob seine Gehflossen und Arbeitsfühler nicht genau dort wären, wo sie zu sein schienen. Und er hatte merkwürdigerweise nur wenig Neigung, sich zu bewegen, um das herauszufinden.

Es war ermutigend, dass sich in dem Display vor ihm nichts verändert hatte. Schon der geringste Fehler lähmt den Empfindungsapparat völlig, wenn er die Grenze zwischen realer und irrealer Raumzeit durchstößt. Aber tatsächlich hatte das erschreckende Bild auf dem Bildschirm nicht einmal geflimmert. Vielleicht war das alles nur sein eigener Geisteszustand gewesen. Ein Stern wie Arc konnte einen jeden aus der Fassung bringen.

Oder fast jeden. Er hatte für einen Moment die Riesin vergessen, die neben ihm vor ihren eigenen Instrumenten saß. Er zögerte kurz, sie anzusehen. Seine Höflichkeitsregeln hätten das als Zudringlichkeit gewertet, da sie beschäftigt zu sein schien. Dann erinnerte er sich - das dauerte immer einen Augenblick -, dass das Menschenwesen seinen Blick nicht einmal bemerken würde. Ihre einzigen Augen befanden sich in der Kapuze, die ihren Sehschirm umgab. Er machte sich energisch klar, dass er wirklich nichts Unschickliches tat, und richtete sein rechtes optisches Sinnespaar auf ihre Hände.

Die Finger, welche den Nethneen zugleich wegen ihrer Stärke mit Neid und wegen ihrer Plumpheit mit Bedauern erfüllten, ruhten bewegungslos auf der Tastatur. Falls sie durch den Ruck beunruhigt worden wäre, dann hatte sich das bis jetzt nicht auf ihre Aktion ausgewirkt. Ob dies bedeutete, dass sie es nicht gemerkt hatte oder allzu sehr vertraut war mit dem, was sie empfunden hatte, war unmöglich zu sagen. Sie zu fragen, wäre sogar nach menschlichen Regeln zudringlich, solange sie zu arbeiten schien. Natürlich hätte er ihre Daten auf seinen eigenen Schirm rufen können, ohne die Riesin zu stören. Aber dagegen war zweierlei einzuwenden. Erstens würde das seine Frage wahrscheinlich nicht beantworten; und zweitens könnte das leicht gefährlich sein. Falls sie in Arc etwas wie seine natürliche Farbe erblicken sollte ...

Joe erschauerte. Gewöhnlich gab es in dem Institut Eta Carinae jederzeit fünf- oder sechshundert Species. Und diese pflegten sich hinsichtlich fremdartiger Lebensformen recht weltmännisch zu verhalten. Aber das kürzliche Auftauchen von menschlichen Wesen hatte die meisten böse getroffen. Es galt in der Gemeinschaft ohne weiteres als sicher, dass man Leben nicht in der Nähe von Sonnen erwarten durfte, die heißer als etwa K8 waren. Einer der Gründe für die dem Gesicht anliegende Maske um dem Bildschirm der menschlichen Studentin war, ihre Klassenkameraden vor der kurzwelligen Strahlung zu schützen, mittels der sie zu sehen pflegte.

Joe verzichtete für den Augenblick auf nutzlose Spekulationen und machte sich wieder daran, Partikel zu zählen. Das war weniger entnervend, als die Untersuchung eines Sterns vom Typ 0 sein würde. Er konnte Molly später fragen, ob sie das gefühlt hatte, was auch immer es gewesen sein mochte.

Mary Warrender Chmenici fühlte den Stoß, widmete ihm aber keine echte Aufmerksamkeit. Er war weniger bemerkbar gewesen als die ihr gewohnten Grenzflächenübergänge, und sie deutete ihn lediglich als einen mehr davon.

Sie kümmerte sich nicht einmal ebenso sehr darum, wie sie es hinsichtlich des Displays auf ihrem Schirm hätte tun müssen, obwohl das nicht sehr bedeutsam war. Grundsätzlich erwartete man, dass die Studenten beobachteten, wenn sie Wache hatten. Allerdings erhofften sich selbst die pedantischsten Mitglieder der Fakultät nicht, dass man viel nützliches

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