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Die Heldenmutter Roman von Hohlbein, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.11.2010
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Die Heldenmutter

Eigentlich ist Lyra nur ein armes Bauernmädchen, doch dann findet sie das Kind der erschlagenen Elfenprinzessin und muß fliehen. Denn dieses Neugeborene wird gejagt, weil eine alte Prophezeiung es zum Befreier des Landes erklärt. Um dem Kind ein Leben in Krieg und Kampf zu ersparen, greift Lyra selbst zum Schwert. Gegen den übermächtigen Feind steht ihr nur ein Helfer zur Seite - der mächtige Zauberer Dago. Doch kann sie einem Mann vertrauen, der aus den Nichts zu kommen scheint?

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 656
    Erscheinungsdatum: 13.11.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838706122
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 1308 kBytes
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Die Heldenmutter

Drittes Buch DER DRACHE (S. 412-413)

31

Über der Stadt brannte der Himmel. Es war ein Feuer ohne Hitze, nur Licht und gleißender roter Schein, aber es war schlimmer als ein wirkliches Feuer, denn die Flammen, die wie brüllender Drachenatem gegen die Unterseiten der Wolken leckten, waren Hass und Drohung, und das Licht, das Caradons Nacht zur grässlichen Parodie eines Tages machte, war Blutlicht; es gab nur noch Rot und Schwarz und alle nur denkbaren Schattierungen dazwischen.

Es war ein Licht, das die Bewegungen der Männer und Tiere abgehackt wirken und den Fels des Caradayn, wie Stahl aufleuchten ließ. Die Nacht, die sich über die Stadt gesenkt hatte, war keine wirkliche Nacht, sondern eine Verlängerung des Tages mit falschen Farben und falschen Vorzeichen. Die Flammen, die der Caradayn gegen die Wolken schleuderte, narrten das Auge; wo Dunkelheit sein sollte, war der rote Widerschein des Feuers, und wo Stille herrschte, erschuf das Zucken der Flammen bizarre Bewegung und bedrohliche Schatten.

Der Drache war geschlagen, aber nicht besiegt, und das Toben im Innern des Brennenden Berges war wilder denn je. Ab und zu erzitterte der Berg wie ein großes lebendes Wesen, und die Erschütterung pflanzte sich als dumpfe Vibration bis in die Stadt hinein fort und ließ den Balkon unter Lyras Füßen erbeben, und weiter oben, auf halbem Wege zur Spitze und den zerbröckelnden Mauern des Caer Caradayn hin, lösten sich immer wieder kleinere Steinlawinen und polterten zu Tal, manchmal Männer und Tiere mit sich reißend.

Tief gezackte Schlünde im schwarzen Granit des Berges hinterließen diese Lawinen, aus denen ätzende Dämpfe oder dünne, hitzeflirrende Bäche aus geschmolzenem Stein quollen. Es sah aus, als blute der Berg. "Nicht mehr lange, Herrin", flüsterte Bjaron neben Lyra. Seine Stimme klang gepresst, und obwohl er sich alle Mühe gab, äußerlich gelassen zu erscheinen, spürte sie die Nervosität, die den riesigen Skruta erfüllte, mit fast körperlicher Intensität. Die Worte galten viel weniger ihr als ihm selbst; er hätte sie auch gesprochen, wenn er allein gewesen wäre. "Der nächste Angriff treibt sie zurück zur Festung."

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