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Die Rückkehr der Zauberer Roman von Hohlbein, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.03.2012
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Die Rückkehr der Zauberer

Einer der besten Wolfgang-Hohlbein-Thriller, der auf wahren Ereignissen beruht: Im Jahr 1908 erschüttert eine Explosion die sibirische Taiga. Nur wenige Menschen überleben die Katastrophe. Und sie beobachten etwas Unerklärliches, etwas, das sie nicht sehen dürfen - ein geheimnisvoll schimmerndes blaues Leuchten am Himmel... Fast ein Jahrhundert vergeht, bis der unkonventionelle Journalist Hendrick Vandermeer auf die noch immer ungeklärten Vorfälle stößt. Hendrick erkennt, dass es mächtige Feinde gibt, die jenseits unserer Realität leben. Bald ereignet sich eine zweite Explosion. Und die Wahrheit über ihren Ursprung darf nicht ans Licht kommen. Wolfgang Hohlbein, Jahrgang 1953, war Industriekaufmann, bevor er 1982 mit seinem Debüt "Märchenmond" einen Autorenwettbewerb gewann. Seitdem schreibt er einen Erfolgsroman nach dem anderen und gilt als der Großmeister der deutschen Phantastik. Titel wie "Die Tochter der Himmelsscheibe", "Das Avalon-Projekt" sowie der "Enwor"-Zyklus wurden bei Piper zu Bestsellern. Zuletzt erschienen "Die Kriegerin der Himmelsscheibe" sowie sein Schlüsselwerk "Infinity. Der Turm". Wolfgang Hohlbein lebt mit seiner Familie und vielen Haustieren in der Nähe von Düsseldorf.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 624
    Erscheinungsdatum: 12.03.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492956680
    Verlag: Piper
    Größe: 2751 kBytes
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Die Rückkehr der Zauberer

2

Seine Schätzung hatte sich als realistisch erwiesen: Es dauerte ziemlich genau eine Stunde, bis das Lager abgebaut und alles so verstaut war, dass sie weiterziehen konnten. Drei Dinge geschahen in dieser Stunde, denen Petrov besondere Beachtung schenkte: Es wurde hell, das seltsame blaue Licht am Himmel erlosch endgültig, überstrahlt vom warmen Gelb der sibirischen Morgensonne, und Tempek und Haiko entschieden sich, noch für eine kleine Weile bei ihnen zu bleiben, um – wie Fjodr Petrov mitteilte – für sie zu beten und vielleicht zu versuchen Ogdys schlimmsten Zorn von ihnen abzuwenden. Petrov argwöhnte allerdings, dass es noch einen Grund gab, der für den Schamanen mindestens ebenso schwer wog: ihr Kaffee. Tempek hatte Unmengen davon getrunken, während sie das Lager abgebrochen hatten, und keinen Hehl aus seiner Enttäuschung gemacht, als Petrov sich weigerte, auch noch eine vierte Kanne aufzusetzen.

Petrov gönnte sich tatsächlich den kleinen Luxus, den er vorhin nur hypothetisch erwogen hatte: Während der letzten Viertelstunde, die die Männer brauchten, um das Lager abzubrechen, setzte er sich auf einen Stein nahe dem Ausgang und döste ein wenig vor sich hin. Möglicherweise wäre er sogar eingeschlafen, aber er war von den Ereignissen der letzten halben Stunde einfach zu aufgewühlt. So glitt er nur für fünfzehn oder zwanzig Minuten auf jenem schmalen Grat zwischen Wachsein und einem Bereich wirrer Traumfetzen dahin und erwachte mit einem schlechten Geschmack im Mund und dem Gefühl, müder und zerschlagener zu sein als zuvor. Automatisch hob er den Blick zum Himmel und sah nach Norden, worüber er sich in der nächsten Sekunde bereits heftig genug ärgerte, um auch noch den letzten Rest von Müdigkeit abzustreifen. Tempeks Gerede hatte offenbar eine nachhaltigere Wirkung auf sein Unterbewusstsein ausgeübt, als er zugeben wollte.

Die Männer waren zum Abmarsch bereit, das Gepäck auf den Schlitten verstaut und die meisten Hunde eingespannt. Obwohl dies der dritte Morgen seit ihrem Aufbruch aus Wanawara war, irritierte der Anblick Petrov immer noch. Sie waren zwar in Sibirien, einem Land, dessen bloßer Name Assoziationen von Schnee, Eisstürmen und Hundeschlitten weckte, aber wenn er sich nicht verzählt hatte, dann war heute der 30. Juni; weit und breit war nicht einmal eine Spur von Schnee zu sehen und der Tag versprach sogar recht warm zu werden. Obwohl die Sonne gerade erst aufgegangen war, hatten ihre Strahlen bereits eine erstaunliche Kraft. Trotzdem hatte ihnen der Vorsteher der Handelsstation in Wanawara geraten, statt Packeseln, wie Petrov vorgehabt hatte, die beiden Hundeschlitten zu nehmen. Ein äußerst kluger Rat, wie sich bald herausgestellt hatte. In freiem Gelände glitten die Schlitten auf dem mit Kiefernnadeln und Laub bedeckten Boden fast ebenso leicht dahin wie auf Schnee und wo das Gelände nicht offen war – was für den allergrößten Teil der Strecke galt, die sie bisher zurückgelegt hatten –, erwartete sie ein Durcheinander von zerklüfteten Felsen, Graten, Schluchten, Geröllfeldern und jäh aufklaffenden Erdspalten, in dem selbst das geschickteste Maultier hoffnungslos stecken geblieben wäre, sofern es sich nicht schon am ersten Tag die Beine gebrochen hätte. Die meiste Zeit mussten sie ihr Gepäck ohnehin auf Schultern und Rücken tragen. Petrov war es ein immer größeres Rätsel, wie es der Bande von Gesetzlosen, die sie verfolgten, überhaupt gelungen war eine so große Distanz zwischen sich und sie zu bringen. Den Aussagen der Zeugen – und den Spuren, die sie hinterlassen hatten – nach zu schließen, waren sie zu Pferde unterwegs.

Sie marschierten eine knappe St

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