text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Die Schmiede Gottes Roman von Bear, Greg (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.02.2014
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Die Schmiede Gottes

Hilflos dem Untergang geweiht

Mitten im Death Valley erhebt sich über Nacht ein Aschekegel, der sich als getarntes Raumschiff entpuppt. Ein biotechnisch hergestelltes Kunstwesen warnt die Menschheit vor der drohenden Vernichtung ihres Planeten. In Australien landet ein Raumschiff, dem drei Roboter entsteigen, die der Menschheit eine sorgenfreie Zukunft versprechen. Gleichzeitig werden über dem Pazifik rätselhafte Lichterscheinungen beobachtet, begleitet von gewaltigen Gravitationsanomalien. Planen die Aliens, die Erde mit Wasserstoffbomben zu sprengen? Kreisen im Inneren der Erde zwei schwarze Löcher umeinander, die den Planeten zerreißen könnten? Hilflos müssen die Menschen mitansehen, wie ihr Planet zum Spielball der Außerirdischen wird.

Greg Bear wurde 1951 in San Diego geboren und studierte dort englische Literatur. Seit 1975 als freier Schriftsteller tätig, gilt er heute als einer der ideenreichsten wissenschaftlich orientierten Autoren der Gegenwart. Etliche seiner Romane wurden zu internationalen Bestsellern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Erscheinungsdatum: 25.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641135898
    Verlag: Heyne
    Größe: 940kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Die Schmiede Gottes

26. Juni 1996

Arthur Gordon stand im Dunkeln am Ufer des Rogue River. Er hatte sich einige Schritte weit von seinem Haus, seiner Familie und seinen Gästen entfernt, weil er im Moment keine Gesellschaft mochte. Er war fast zwei Meter groß, von denen er nur zwei bis drei Zentimeter durch krumme Haltung einbüßte. Sein Haar war matt braun, und seine Augenbrauen ein klein wenig heller getönt. Seine Figur war gut proportioniert. Er war hinreichend muskulös, ohne eine Spur von Fett. Unter der Haut traten die Muskeln hervor, was ihn etwas hager erscheinen ließ.

Die gleiche Schlankheit verlieh seinem Gesicht einen Anflug von Heftigkeit und fälschlich auch von Durchtriebenheit. Wenn er lächelte, sah es so aus, als ob er über etwas Unangenehmes nachdächte oder einen Anschlag planen würde. Aber sobald er sprach oder lachte, war dieser Eindruck rasch verflogen. Seine Stimme war voluminös, ausgeglichen und ruhig. Er war ein überaus liebenswürdiger Mensch und war es sogar während seiner anderthalb Jahre in Washington, D.C., gewesen.

Die Kleidung von Arthur Gordon wirkte professionell. Am liebsten trug er – wie jetzt – alte braune Cordsamthosen, eine dazu passende Jacke und ein blaukariertes Hemd mit langen Ärmeln. Die wenigen Schuhe, die er besaß, waren solide: Im häuslichen Bereich Turnschuhe und bei der Arbeit kräftige braune oder schwarze aus Leder.

Seine einzige Extravaganz war eine breite rechteckige Gürtelschnalle, die einen Saturn aus Türkis und silberne Sterne zeigte, die in Rosenholz über Messing und Ahornbergen eingelegt waren. Fünf Jahre lang hatte er sich ernsthaft etwas mit Astronomie beschäftigt, die für ihn immer noch der edelste aller Berufe war. Sie stand seinem Herzen nahe und lag ihm oft auf der Zunge.

Er kniete sich im Schatten von Eschen und Ahornbäumen hin und steckte die Finger in die üppige, von schwarzen Blättern verkrustete Humusschicht. Mit geschlossenen Augen sog er den Geruch von Wasser ein, von scharf wie Tee riechendem vermodertem Laub und das saubere seifenartige Aroma feuchter Erde. Es war schön, allein zu sein. Allein zu sein und zu wissen, dass er jederzeit umkehren und zu Francine und ihrer beider Sohn Marty zurückkehren könnte, war ein Glücksgefühl, das er kaum zu ermessen vermochte.

Der Wind fauchte über ihm durch die Zweige. Als Arthur aufschaute, erspähte er zwischen den schwarzen Konturen der Ahornblätter einen dichten Schwarm von Sternen. Er kannte jedes Sternbild. Er wusste (so gut wie jedermann sonst), wie die Sterne geboren werden, wie sie alt werden und manchmal auch sterben. Dennoch waren die Sterne selten mehr als Lichter auf tiefblauem Samt. Nur manchmal während längerer Zeit konnte er sie in Gedanken sich aufblähen lassen und als das sehen, was sie wirklich waren, nämlich ferne Teilnehmer an einem komplizierten Spiel.

Stimmen hallten durch den Wald. Auf der weiten Veranda des einstöckigen Landhauses, das auf kräftigen Betonpfeilern über die mit Farnen und Bäumen bewachsene Klippe ragte, unterhielt sich Francine mit ihrer Schwester Danielle und ihrem Schwager Grant über Fischfang.

"Männer mögen Hobbies mit Schneid und Schmalz", sagte Danielle. Ihre hohe Stimme war angenehm und hatte noch etwas von dem Akzent aus North Carolina bewahrt, den Francine längst fast völlig abgelegt hatte.

"Unsinn!", konterte Grant herzlich – ganz Iowa. "Der Reiz besteht in dem Töten unschuldiger Geschöpfe Gottes."

Unterhalb von Arthur strömte der Fluss mit sanftem Gemurmel dahin. Immer noch in Hockstellung rutschte er auf den Absätzen seiner vollkommen schlammigen Turnschuhe z

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen