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Die sieben Leben des Arthur Bowman Roman von Varenne, Antonin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.05.2015
  • Verlag: C. Bertelsmann
eBook (ePUB)
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Die sieben Leben des Arthur Bowman

Ein großer historischer Thriller und Abenteuerroman 1852: Arthur Bowman, einer der härtesten Söldner der Ostindienkompanie in Birma, hat eine gefährliche Expedition tief in indigenes Gebiet geführt; ein Himmelfahrtskommando, das mit der Gefangensetzung der zehn Überlebenden endet. Sechs Jahre später ist er ein gebrochener Mann im viktorianischen London während der Jahrhunderthitze. Alkohol- und opiumsüchtig verdingt er sich als Polizist. Da wird in der Kanalisation eine verstümmelte Leiche entdeckt - und Bowman des Mordes verdächtigt. Denn der Tote trägt Narben wie er - Folge der Folter in Birma. Also bricht er auf, die neun Mitinhaftierten zu finden. Die Suche führt ihn in den Wilden Westen, wo weitere bestialische Morde geschehen. Bis er den Mörder findet, hat er sich durch seine Erlebnisse und die Liebe einer Frau zu einem geläuterten Menschen gewandelt ... Antonin Varenne, geboren 1973, studierte Philosophie in Paris. Er war Hochhauskletterer und Zimmermann, arbeitete in Island, Mexiko und in den USA, wo er seinen ersten Roman schrieb. Seine Romane wurden mit den wichtigsten französischen Krimipreisen ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 576
    Erscheinungsdatum: 18.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641148317
    Verlag: C. Bertelsmann
    Originaltitel: Trois mille chevaux vapeur
    Größe: 1249 kBytes
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Die sieben Leben des Arthur Bowman

1

"Rooney! Du elender irischer Faulenzer! Los, beweg dich!"

Rooney erhob sich von der Bank, überquerte schlurfend den Hof und stand stramm.

"Sie kann nicht mehr, Sir. Keiner von den Gäulen hält sich mehr aufrecht."

"Willst du dir Ärger einhandeln? Aufsitzen!"

Mit vor Müdigkeit durchhängendem Rücken, den Kopf halb untergetaucht, soff die Stute geräuschvoll Wasser aus dem Trog. Rooney griff nach dem Halfter, zog das Maul aus dem Wasser und verzog das Gesicht, als er den Fuß in den Steigbügel setzte. Die halbe Nacht war er von einer Kaserne zur anderen galoppiert, der Hintern tat ihm weh, er hatte Sand zwischen den Zähnen und in der Nase, und die Sonne brannte ihm auf dem Schädel.

Fünfzehn Meilen waren es bis zum Kontor von Pulicat.

Das Pferd schüttelte den Kopf, wehrte sich gegen das Zaumzeug. Rooney zog an den Zügeln, die Stute bäumte sich auf, und er musste sich am Sattelknauf festhalten, um nicht abgeworfen zu werden. Der Corporal lachte. Rooney zog seinem Reittier die Peitsche über die Ohren und schrie: "Vorwärts! Hü!"

Die Stute galoppierte über den gepflasterten Hof. Ohne anzuhalten, passierte Rooney das nördliche Portal des Forts St. George und peitschte eine Meile lang auf das Pferd ein. Die Maulbeerplantagen zogen an ihm vorbei, Baumwollfelder, auf denen, über ihre Hacken gebeugt, einige Bauern arbeiteten. Überall entlang des Weges waren Kolonnen von Sepoys in ihren roten Uniformen mit ihren Tornistern und geschulterten Gewehren zu sehen.

Die militärischen Verbände und Einheiten bewegten sich in Richtung Fort und Hafen. Die Dorfbewohner waren unruhig geworden und hatten ihre Türen und Fenster verschlossen, um sich vor dem von den Stiefeln aufgewirbelten Staub zu schützen. Die Armee von Madras marschierte, und außer den Soldaten war kaum noch jemand unterwegs.

Lord Dalhousie, Generalgouverneur von Britisch-Indien, hatte dem König der Birmanen den Krieg erklärt.

General Godwin war am Vortag mit zehn Schiffen aus Bombay gekommen. Er mobilisierte alle Regimenter.

Zwölf Stunden lang ritt Rooney jetzt in alle Winkel der Region, um die Schriftstücke zuzustellen.

Pulicat. Noch acht Meilen. Die letzte Adresse.

Vielleicht würde er sich dort heute Nacht ausruhen können, vielleicht konnte er zu den Chinesen gehen und sich ein Mädchen kaufen. Sie waren sauber, und der Gin war nicht so teuer wie in St. George. Der Gedanke, dass er die Nacht im Dorf der Weber verbringen würde, verlieh ihm Flügel, aber die Stute lief nicht schneller und keuchte wie eine Schwindsüchtige.

Rooneys Beine waren feucht von ihrem Schweiß. Er gab ihr eine weitere Tracht Prügel. Es war Krieg, man hatte das Recht, ein Pferd zu töten.

Er überholte Kinder, die auf Eseln ritten, und zerlumpte Bauern, erblickte die ersten Häuser von Pulicat und bog, ohne anzuhalten, in die Hauptstraße ein, wo sich Frauen mit Babys auf dem Rücken eilends vor ihm in Sicherheit brachten.

"Vorwärts!"

Am Ausgang des Dorfes wandte er sich nach links, in Richtung der Lagerhallen. Er würde den Laden des Chinesen ganz für sich haben. Und im Fort wäre es nicht anders. Niemand da, keine verdammten Pflichten mehr, wochenlang. Während alle Welt sich auf den Weg nach Rangun machte, würde er es sich gut gehen lassen. Der König von St. George!

"Schneller! Hü!"

Die Stute schüttelte den Kopf, sie geriet aus dem Takt und schwankte, als ob die Beine unter ihrem Gewicht nachgäben. Rooney hielt sich krampfhaft fest, aber das Pferd fing sich und wurde wieder schneller, obwohl es nicht einmal die Sporen gespürt hatte. Es war halb wahnsinnig vor Austrocknung und Erschöpfung. In der Mitte der Gebäude, in einem von Speichergebäuden umgrenzten Hof, sah Rooney die Fahne der Kompanie, die im Wind flatterte.

Er passierte den ersten Schuppen. Der Kopf der Stute streckte sich vorwärts und verschwand. Er hörte, wie ihre Beine brachen - ein unerhörtes G

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