text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Die Spur Roman von Laymon, Richard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 08.09.2015
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
9,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Die Spur

Gillian O'Neill ist jung und attraktiv - und sie hat ein ausgefallenes Hobby. Nachts sucht sie nach Häusern, deren Besitzer offensichtlich für längere Zeit verreist sind, und richtet sich dort ein. Das Problem ist nur, dass Gillian dieses Mal das Haus eines Serienkillers erwischt hat - eines Serienkillers, der seine Opfer gerne in die Wildnis verschleppt. In die Finsternis. Wo er ungestört ist. Wo niemand ihre Schreie hört ...

Richard Laymon wurde 1947 in Chicago geboren und studierte in Kalifornien englische Literatur. Er arbeitete als Lehrer, Bibliothekar und Zeitschriftenredakteur, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete und zu einem der bestverkauften Spannungsautoren aller Zeiten wurde. 2001 gestorben, gilt Laymon heute in den USA und Großbritannien als Horror-Kultautor, der von Schriftstellerkollegen wie Stephen King und Dean Koontz hoch geschätzt wird.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 08.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641159245
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: No Sanctuary
    Größe: 2529 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Die Spur

1

Samstag, 24. Mai

Das Geräusch von splitterndem Glas riss Rhonda Bain aus dem Schlaf. Sofort lag sie stocksteif in ihrem Bett und starrte an die dunkle Zimmerdecke.

Sie versuchte sich einzureden, dass es sich nicht um einen Einbrecher handelte; bestimmt war bloß ein gerahmtes Bild oder ein Spiegel von der Wand gefallen.

Glauben konnte sie es nicht.

Jemand hatte ein Fenster eingeschlagen. Sie hatte Scherben auf einen Fußboden fallen hören, also handelte es sich um das Küchenfenster; die anderen Zimmer waren mit Teppich ausgelegt.

Rhonda stellte sich vor, wie sie aus dem Schlafzimmer stürzte, zur Haustür raste - und eine dunkle Gestalt auf sie zutaumelte und nach ihr griff, während sie an der Küche vorbeirannte.

Ich kann nicht einfach hier liegen und auf ihn warten!

Sie warf die Bettdecke von sich, setzte sich auf und wandte den Kopf ruckartig Richtung Schlafzimmerfenster. Die Vorhänge waren geöffnet und flatterten leicht in der nächtlichen Brise. Sie erschauerte und biss die Zähne zusammen, allerdings nicht wegen der lauen Nachtluft, die über ihre nackte Haut strich.

Ich muss hier raus!

Das Fenster bot keine Hilfe. Das verdammte Ding hatte Jalousien. Es würde zu viel Zeit kosten, genügend Lamellen herauszureißen, dann das Insektenschutzgitter zu entfernen und schließlich hindurchzuklettern. Wenn sie die Schlafzimmertür verbarrikadieren und mit einem Stuhl ein Loch in das Fenster schlagen würde ...

Ein Geräusch ließ sie zusammenzucken - ein Schuh, der auf Glasscherben knirschte.

Er ist immer noch in der Küche.

Wenn ich versuche, die Lamellen einzuschlagen, weiß er, dass ich hier bin ... und was ist, wenn er bei mir ist, bevor ich -

Er weiß nicht, dass ich hier bin!

Rhonda schwang die Beine aus dem Bett. Langsam erhob sie sich. Die Matratzenfedern quietschten ein wenig, doch schließlich stand sie. Sie drehte sich zu dem schmalen Doppelbett um. Mit zitternden Händen glättete sie ihr Kissen und zog erst das Oberbett, dann die Heizdecke und schließlich die Steppdecke hoch. Nach ein wenig Zupfen und Zerren sah das Bett aus, als ob niemand darin geschlafen hätte.

Sie kauerte sich zusammen und setzte sich auf den Teppich. Dann legte sie sich auf den Rücken und drehte sich zur Seite, wobei die herabhängende Steppdecke über ihren Körper und ihr Gesicht strich. Sie blieb in Bewegung. Der Deckenzipfel glitt über ihre linke Brust, dann über ihre Schulter. Sie rollte sich ein Stück weiter, hielt inne und betastete den Saum der Steppdecke. Er hing ungefähr zwölf oder fünfzehn Zentimeter über ihre linke Hüfte und knapp fünf Zentimeter über dem Boden.

Das sollte reichen.

Still und regungslos lag sie in ihrem Versteck unter dem Bett, die Hände gegen die Seiten ihrer Oberschenkel gepresst. Sie zitterte heftig. Sie hörte ihren wild pochenden Herzschlag. Sie hörte sich keuchen. Aber sie hörte keine Schritte.

Er ist wahrscheinlich aus der Küche raus und geht über Teppich. Nur wo?

Rhonda drehte den Kopf und spähte mit einem Auge aus ihrem Versteck. Sie beobachtete die Türschwelle.

Beruhige dich, befahl sie sich.

Oh, na klar.

Willst du, dass er dein verdammtes Herz trommeln hört?

Sie löste die Hände von ihren Beinen, legte sie auf den Teppichboden und konzentrierte sich darauf, ihre Muskeln zu entspannen. Sie füllte ihre Lungen mit einem tiefen, ruhigen Atemzug und stieß die Luft langsam wieder aus.

Ruhig, dachte sie. Du bist gar nicht hier. Du liegst an einem Strand. Du bist

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen