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Die Stunde der Wölfe Alpha & Omega 5 - Roman von Briggs, Patricia (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.11.2018
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Die Stunde der Wölfe

Unter den Werwölfen von Aspen herrscht Aufruhr. Als ein Notruf eintrifft, dass einer der Ihren eine Feengeborene angegriffen haben soll, müssen Charles und Anna sofort handeln. Doch was sie am Tatort erwartet, übertrifft ihre schlimmsten Befürchtungen. Je weiter sie ermitteln, umso tiefer geraten sie in den Sog einer bittersüßen Liebesgeschichte voller Magie und Gefahr ...

Patricia Briggs, Jahrgang 1965, wuchs in Montana auf und interessiert sich seit ihrer Kindheit für Fantastisches. So studierte sie neben Geschichte auch Deutsch, denn ihre große Liebe gilt Burgen und Märchen. Neben erfolgreichen und preisgekrönten Fantasy-Romanen wie "Drachenzauber" widmet sie sich ihrer Mystery-Saga um Mercy Thompson. Nach mehreren Umzügen lebt die Autorin heute gemeinsam mit ihrem Mann, drei Kindern und zahlreichen Haustieren in Washington State.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 12.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641231545
    Verlag: Heyne
    Serie: Alpha & Omega .5
    Originaltitel: Burn Bright
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Die Stunde der Wölfe

1

E s war schrecklich. Einfach nur schrecklich.

Er rannte so schnell er konnte, glitt zwischen den Bäumen hindurch. Die Äste und Dornen streckten sich und verlangten alles von ihm ab, um in solcher Geschwindigkeit durch ihr Gebiet zu laufen. Er konnte förmlich fühlen, wie der Boden sein Blut und seinen Schweiß aufnahm - spürte, wie die Scholle sich bei dem Geschmack regte. Gefährlich. Es war nicht klug, die Erde mit seinem Blut zu tränken, wenn er so aufgeregt war.

Fast hätte er seine Schritte verlangsamt.

Niemand jagte ihn.

Niemand wusste auch nur, dass er hier war. Sie hatten die Bäume gesehen, die seinem Willen gehorchten, aber nicht ihn. Die Bäume ... Er würde sich vor ihr vielleicht für die Bäume rechtfertigen müssen.

Sie hatte ihn angewiesen wegzulaufen; und er hatte gezögert, um die Bäume zu rufen. So funktionierte ihre Abmachung nicht, doch er konnte nicht einfach zulassen, dass sie entführt wurde - nicht, wenn es in seiner Macht stand, das zu verhindern.

Denk nach, denk nach, denk nach. Die Worte waren seine, allerdings hörte er sie in ihrer Stimme. Sie hatte so hart daran gearbeitet, ihm Regeln aufzuerlegen. Die erste Regel lautete: denk nach.

Lustig, dass alle dachten, sie wäre die Gefahr, sie wäre die Verrückte. Sehr lustig - und seine Lippen verzogen sich zu einem Grinsen, das nur der Wald sehen konnte. Es war nicht Erheiterung, die sein wildes Lächeln auslöste. Er war sich nicht sicher, welches Gefühl dafür verantwortlich war, doch es wurde getrieben von Wut, einem so tief reichenden Zorn, dass die Erde - aufgerüttelt durch sein Blut - sich eifrig hob, um ihm zu Willen zu sein. Die Erde war von allen Elementen am schwersten zu erwecken, allerdings auch dasjenige Element, das sich am meisten nach Gewalttätigkeit verzehrte.

Er könnte einfach umkehren. Zurückgehen und ihnen beibringen, was ihnen dafür zustand, dass sie jemanden angefasst hatten, den er liebte ...

Nein.

Erneut erklang ihre Stimme, die voller Macht in seinen Ohren widerhallte. Sie herrschte über ihn, obwohl er so viel älter war, so viel stärker. Doch sie besaß Macht über ihn - eine Macht, die er ihr aus Liebe, aus Verzweiflung, aus Trostlosigkeit geschenkt hatte. Und ihre Abmachung, ihre Gefährtenbindung (erst ihr Wort, dann seines), bestand seit langer Zeit.

Jeder, der sich die Mühe machte, sich umzusehen, würde erkennen können, wie gut sie auf ihn aufpasste - es standen immer noch Bäume auf diesem Berg, und er konnte Vögel davonfliegen hören, die erschraken, als er an ihnen vorbeilief. Wenn die Abmachung versagt hätte, gäbe es weder Bäume noch Vögel. Gar nichts. Seine Macht war alt und hungrig.

Aber ihre Bindung hatte ihm Gleichgewicht geschenkt, ihm Sicherheit gegeben. Seine wunderschöne Werwolf-Gefährtin hatte seine innere Leere mit Liebe bereichert. Und als das nicht gereicht hatte, hatte sie auch Ordnung in sein Chaos gebracht.

Ordnung ... dieses Wort ... Nein, Disziplin war das Wort, nachdem er so verzweifelt suchte. Sie hatte ihm klare Anweisungen gegeben.

Mit der Eleganz eines Hirsches sprang er über einen umgefallenen Baum.

Ruf den Marrok, hatte sie ihn angewiesen. Und hatte ergänzt: verdammt noch mal jetzt sofort. Das war die richtige Vorgehensweise. Den Marrok rufen und um Hilfe bitten. Doch der Grund für seine Geschwindigkeit - dieses Verdammt noch mal jetzt sofort - hing damit zusammen, dass - wenn er sich erlaubte, langsamer zu werden -, er sich umdrehen würde und ...

Der Berghang stöhnte unter seinen Füßen. Ein leises Heben, das nur jemand wie er - oder seine wahre Liebe - spüren würde.

Seine eiligen Schritte ... die sich verlangsamt hatten ... nahmen wieder an Geschwindigkeit auf. Sie war am Leben, seine Liebe, seine Gefährtin, seine Hüterin. Sie war am Leben, also muss

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