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Die Töchter des Drachen/Der Thron der Libelle Zwei Romane in einem Band. von Hohlbein, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.10.2016
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Die Töchter des Drachen/Der Thron der Libelle

Der legendäre Drachen-Zyklus als Doppelband! In 'Töchter des Drachen' strebt Talianna nach Rache für den Tod ihrer Eltern, die vor zwanzig Jahren starben, als Drachen ihr Dorf in Schutt und Asche legten. Nun zieht sie aus, um die grausamen Drachen zu finden. Ihre gefahrvolle Reise führt sie durch eine verwüstete Welt, in der jeder Schritt tödliche Gefahren birgt, zu einem Bund mysteriöser Drachenkriegerinnen. In 'Der Thron der Libelle' gehört Kara viele Jahre später zu diesem legendären Kriegerinnenbund, welcher die Menschen vor den Angriffen feindlicher Drachen schützt. Schon lange gab es keine Übergriffe mehr, aber die Ruhe trügt. Schelfheim, die große Stadt am Schlund, versinkt plötzlich im Abgrund. Kara und ihre Drachenkrieger wollen das Rätsel lösen und steigen in die riesigen Höhlen unter der Stadt hinab. Wolfgang Hohlbein, am 15. August 1953 in Weimar geboren, gilt als einer der erfolgreichsten deutschen Autoren der Gegenwart. Der Wegbereiter neuer deutscher Phantastik und Fantasy wurde bislang in 34 Sprachen übersetzt. Er hat bereits 160 Romane verfasst, den überwiegenden Teil alleine, etliche Kinder- und Jugendbücher gemeinsam mit seiner Frau Heike und einige wenige Erwachsenenromane mit Co-Autoren. Er lebt mit seiner Frau Heike und seinen sechs Kindern, umgeben von einer Schar Katzen, Hunde und anderer Haustiere, in der Nähe von Neuss.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 1295
    Erscheinungsdatum: 14.10.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732538379
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Serie: Drachen-Zyklus Bd.1-2
    Größe: 1851 kBytes
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Die Töchter des Drachen/Der Thron der Libelle

1

Das Dorf lag in der Biegung des Flusses, ein Stück schwarzer Kohle, das von einem silber-blau-grün gefleckten Band zu zwei Dritteln umschlungen wurde und während der letzten Jahre begonnen hatte, in die einzige Richtung zu wuchern, die ihm blieb.

Das hieß - nicht ganz.

Ein paar Häuser, erbaut von besonders mutigen - oder besonders dummen - Menschen, ragten ein Stück in den Fluss hinein, auf Stelzen stehend, wie verschmorte fette Störche mit zu vielen Beinen oder wie steinerne Schwalbennester unter die Biegung der zerborstenen Brücke geklebt. Einstmals hatte es einen Namen gehabt, dieses stolze, reiche, verbrannte Dorf, das heißt, sogar mehrere: Manche hatten es Lybary genannt, ein Wort aus der Sprache der Ureinwohner dieses Teiles der Welt, die hiergewesen waren, ehe die Menschen kamen, und dessen Bedeutung niemand kannte. Andere - später - hatten es Grünau getauft: ein Name, der absolut nicht passte, aber hübsch klang. Beide Namen waren im gleichen Maße verloren gegangen, in dem die Menschen hier am Fluss die Kraft zu entdecken begannen, die der große silberne Strom mit sich brachte, und sie nutzten; im gleichen Maße, in dem die strohgedeckten Hütten schweren, steinernen Häusern mit schwarzen Schieferdächern wichen, Dächern, über denen gewaltige rauchende Schlote die Geheimnisse verrieten, die unter ihnen schlummerten.

Als die Bewohner Lybarys oder Grünaus damit begannen, Eisen zu machen, war die Stadt hässlich geworden, zu hässlich für einen so wohlklingenden Namen wie Lybary oder gar Grünau - grün waren schon bald allenfalls die Abwässer, die aus den neuerdings kanalisierten Häusern in den Fluss strömten; denn ihre Bewohner schmolzen nicht nur Eisen und Stahl und nach und nach andere Legierungen, sondern aßen und tranken und atmeten - freilich ohne es zu wissen - auch ein gut Teil dessen, was eigentlich in ihren Schmelztiegeln sein sollte. Wenn sie es überhaupt wussten, scherten sie sich nicht darum; allenfalls wunderten sie sich vielleicht, dass die Alten im Dorf nicht mehr ganz so alt wurden wie früher, und dass es mehr Krankheiten gab. Aber die Stadt wurde reich, reich und hässlich und immer größer, und bald bekam sie einen neuen Namen: wer immer im Lande von ihr sprach, nannte sie Stahldorf, und irgendwann übernahmen ihre Einwohner diesen Namen, wenn auch nicht für lange.

Er war verbrannt.

Zusammen mit der Stadt.

In einer einzigen Nacht voller schlagender schwarzer Schwingen und gellender Schreie und Feuer, das vom Himmel regnete und tausendmal heißer war als die Glut der Essen unten auf der Erde, war er verkohlt, zu Asche und Staub und heißem Schlamm geworden, den der Fluss forttrug, das Werk von drei Generationen dahin in einer einzigen Nacht. Die großen Quader aus rostrotem Roheisen waren ein letztes Mal geschmolzen, sodass sie jetzt über großen Teilen des Ruinendorfes ein Leichentuch aus poröser Schlacke bildeten. Die Hoffnungen und Träume von Reichtum und Macht waren verdampft wie die Gehirne, die sie geträumt hatten, und das Gold, das überreichlich gegen scharfgeschliffenen Stahl getauscht worden war, war in den Händen seiner Besitzer weich geworden und zu Boden getropft wie schimmernde Tränen.

Zumindest hatte Stahldorf - das früher einmal Grünau und noch früher Lybary geheißen hatte und das man morgen vielleicht Brandstadt nennen würde - ein Ende gefunden, das seinem kurzen Aufblühen angemessen gewesen war.

Die Vernichtung war vollkommen gewesen, eine schwarze Götterfaust, die mit der Nacht gekommen war und deren Finger weißglühende Narben in der Erde hinterließen. Das landeinwärts, dem offenen Teil der Flussschleife zugewandte Drittel der Stadt war vollkommen zerstört. Zertrümmert, verbrannt und pulverisiert - vielleicht auch in umgekehrter Reihenfolge - bot es sich dar wie das flachgewalzte Innere eines Vulkanes. Wo die geschmolzene Eisendecke gerissen und die bloße Erde sichtbar war, da war sie schwarz und schim

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